YouTube Red kommt 2017 endlich nach Deutschland!

Marco Kratzenberg
12

Für “YouTube Red”-Mitglieder wird das Videoportal werbefrei und bietet auch sonst einige Vorteile. Doch was ändert sich für uns “geizige Normalos”? Voraussichtlich 2017 kommt YouTube Red nach Deutschland!

YouTube Red kommt 2017 endlich nach Deutschland!

Eigentlich geht es bei dem YouTube Red Bezahlabo darum, ob ein Benutzer sich bei YouTube weiter Werbung angucken will, oder stattdessen die Werbeeinblendungen gegen Bezahlung ausblendet. Mit dieser Werbung verdient Google angeblich mehrere Milliarden Dollar pro Jahr. Wer YouTube kostenpflichtig nutzt, wird diese Werbung demnächst nicht mehr sehen. Zumindest galt das ab dem 28. Oktober 1015 in den USA.

Update: YouTube Red ab 2017 auch in Deutschland

Jetzt zeichnet sich ab, dass YouTube Red 2017 auch nach Deutschland kommen wird. Der Britische Telegraph berichtet darüber, dass der YouTube-Eigner Google derzeit in Verhandlungen mit den entsprechenden Rechteinhabern ist, um YouTube Red noch dieses Jahr nach Großbritannien und in andere europäische Länder zu bringen.

Das sind zwar derzeit nur Vermutungen – aber begründete Vermutungen. Momentan hängt alles davon ab, dass die großen Musiklabels mitmachen. Hier sind nicht alle mit den Auszahlungen durch YouTube zufrieden. Denn obwohl Google im letzten Jahr rund 1 Milliarde Dollar an die Industrie ausgeschüttet hat, war das doch angeblich nur ein winziger Bruchteil dessen, was YouTube an Werbemaßnahmen erwirtschaftet hat.

Die YouTube-Videos mit den meisten Dislikes („Top“ 10)

YouTube Red – Was ist das?

Auf den Punkt gebracht, lässt sich YouTube Red mit ähnlichen Diensten vergleichen, die eine Zweiklassengesellschaft als Geschäftsmodell haben. Wie bei Spotify auch, liegt der Hauptunterschied darin, dass man als zahlender Kunde keine Werbung mehr sehen muss und Medien für die Offlinenutzung speichern kann. 9,99 US-Dollar beträgt die monatliche Gebühr, die beim Start in den USA dafür aufgerufen wird. Wir können bei uns mit einem Preis von 9,99 Euro rechnen.

Außerdem sollen Abonnenten durch exklusive Inhalte gelockt werden. So wie Amazon Prime Instant Video oder Netflix eigene Serien haben, will YouTube die “YouTube Red Original Series and Movies” präsentieren. Stars der Szene, wie etwa PewDiePie, sollen hier eigene Formate produzieren, die dann ausschließlich dem zahlenden Publikum vorbehalten sind.

Die Offlinenutzung, also der Download von YouTube Videos, wird mit YouTube Red legal. Man darf sich die Filmchen auf sein Gerät herunterladen, um sie auch dann sehen zu können, wenn man keine Internetverbindung hat. Das bezieht sich aber vermutlich nur auf Apps in Smartphones und Tablets. Und dort soll es dann auch eine Funktion geben, beispielsweise von Musikvideos nur den Ton zu übertragen – und das sogar dann, wenn die App im Hintergrund läuft. Immerhin wird dadurch Datenvolumen gespart. Wer YouTube so als Musikstreamingdienst nutzt, kann auf die Videos verzichten. Aber dank eines weiteren Features ist das eigentlich auch gar nicht nötig. Denn wer sich für eine YouTube Red Mitgliedschaft entscheidet, der bekommt auch ein kostenloses Google Play Musik-Abo! Umgekehrt werden Abonnenten von Google Play Musik ohne weitere Zahlung auch YouTube Red nutzen können – wenn sie sich bei beiden Diensten im selben Konto anmelden.

YouTube Red vs. YouTube kostenlos – Die Unterschiede

Wem ein werbefreies YouTube Red keine 9,99 wert ist, der fragt sich natürlich zuerst, ob es noch andere Änderungen geben wird. Wie bereits erwähnt, wird es exklusive Inhalte geben. Also wird der bekannte PewDiePie eine Art eigener Game-Realityserie bekommen. Trotzdem wird es aber seinen “normalen” PewDiePie-Kanal weiter geben. Nach Angaben von YouTube soll sich am kostenlosen Auftritt nichts ändern.

Wo die normalen Betrachter von Katzenvideos als derzeit Werbung sehen und die 5 Sekunden runterzählen, bis sie die Werbung ausblenden können, kann der Abonnent bei YouTube Red sofort loslegen. YouTube betont, dass sich für nicht zahlende User nichts ändern soll. Sie sehen also weiterhin alle Videos von vorher, allerdings eben mit gelegentlichen Werbeeinblendungen. Ob das so aber tatsächlich stimmt, ist noch gar nicht so sicher...

Wenn YouTube kostenpflichtig wird, wie verändert das die Kanäle?

Besonders professionelle Anbieter von Filmen oder Musikvideos profitieren davon, dass die Werbung am Anfang ihrer Clips Geld in die Kassen spült. Allerdings wäre sicher die Einführung kostenpflichtiger YouTube Kanäle für diese Anbieter sehr reizvoll. Denn sie versprechen stabile Einnahmen durch all jene, die sich darauf einlassen. Und das könnte bedeuten, dass z.B. die großen Musikverlage gar keine kostenlosen Musikvideos mehr anbieten oder diese eher wie Kinotrailer behandeln.

YouTube ist als Streamingportal ja durchaus auch eine Alternative zu Spotify und Co. Und auch Movie-Kanäle, wie etwa der von Netzkino, locken viele User an. Dort kann man immerhin rund um die Uhr jede Menge von Kinfofilmen gratis sehen. Und wie in der Netzkino-App auch, muss man sich bestenfalls am Anfang des Films Werbung gefallen lassen. Doch die Möglichkeit kostenpflichtige YouTube-Kanäle zu betreiben, dürfte so manchen Anbieter überlegen lassen. Langfristig kann das bedeuten, dass es einige Kanäle bald nur noch im Abo gibt.

Techcrunch berichtet, dass YouTube den beliebtesten Videomachern ein Angebot gemacht habe, dem “sie nicht widerstehen konnten”. Ähnlich wie in dem zitierten Mafiafilm läuft es derzeit darauf hinaus, dass man eigentlich keine Wahl hat. Wer bis dato mit seinen Videos erfolgreich war und mit der Werbung davor gutes Geld verdient hat, der wird nun auf den Zug von YouTube Red aufspringen müssen. Man stellte seine “Videopartner” vor die Wahl: Entweder ihr stellt Eure Videos auch in YouTube Red zur Verfügung, oder sie verschwinden auch in der kostenlosen Variante aus dem Angebot.

Interessant an der ganzen Sache ist, dass YouTube einigen Indepentent-Musikverlagen und -Künstlern bereits 2014 die Pistole auf die Brust gesetzt hat: Wenn die die Verträge für die neuen abofinanzierten Kanäle nicht unterschreiben, dann fliegen ihre Musikvideos bei YouTube raus. Nach hitzigen Verhandlungen konnte eine Einigung erzielt werden, mit der beide Seiten leben können. Das deutet bereits auf eine Umstrukturierung des Videodienstes hin. Man darf gespannt sein.

YouTube Rewind 2015: Die 10 besten Clips des Jahres

YouTube Red kostenpflichtig: Preise und Start?

Aktuell ist nur sicher, dass es YouTube Red als kostenpflichtiges Abomodell geben wird und dass es am 28. Oktober 2015 zunächst in den USA startete. Dass das Angebot auch nach Deutschland und in andere Länder kommen wird, gilt als sicher. Konkreter Zeitangaben gibt es da nicht. Momentan sieht es aber so aus, als ob es in 2017 endlich klappen könnte. In den USA soll die monatliche Gebühr 9,99 Dollar betragen. Erwartungsgemäß gibt es noch keinerlei Preisangaben für Deutschland. Aber solche Unternehmen übertragen ihre Preise gerne 1:1 zu uns – trotz des Umtauschkurses. Wie erwähnt, werden aber Abonnenten von Google-Play Musik automatisch kostenlos YouTube Red nutzen können.

So wie es aussieht, kann man seine YouTube Red Mitgliedschaft jederzeit kündigen. Das wird allerdings etwas umständlich sein. Weil es verschiedene Möglichkeiten gibt, ein YouTube Red Konto zu eröffnen, muss es auch auf unterschiedliche Weise geschlossen werden.

Quiz wird geladen
Wie gut kennst du die YouTuber (Quiz)?
Seit wann gibt es YouTube überhaupt?

Ihr denkt, ihr kennt euch in der YouTuber-Szene am besten aus? Ihr habt alle Videos von LeFloid, Y-TITTY und Co. verschlungen und seid selber auf dem besten Wege, der nächste Star am deutschen YouTuber-Himmel zu werden? Dann testet euer Wissen in unserem YouTuber-Quiz und zeigt, dass in euch der größte Crack des Video-Portals steckt.

Weitere Themen: YouTube

Neue Artikel von GIGA SOFTWARE