HP Photosmart Wireless B110a im Test: Wi-Fi, AirPrint und Apps in der Einsteigerklasse

Das hat nichts mit Chauvinismus zu tun, ich habe einfach lieber eine weibliche Sekretärin als einen Sekretär (sofern es sich dabei nicht um ein schönes Möbelstück handelt). Deshalb ist mein Drucker per persönlicher Definition weiblich. Er (es wird kompliziert: er, der Drucker ist sie, die Sekretärin) – Also er, der Drucker, hilft mir nämlich bei meinen Büroaufgaben. Ich schreibe ihr, der Sekretärin, eine Mail mit dem Auftrag, den Mail-Anhang auszudrucken. Sie erledigt das. Was die Technik heute alles so kann. Eine Mitarbeiterin im Homeoffice zu haben, da fühlt sich kleiner Mann ganz groß.
Hardware: Günstiger geht es fast nicht
Der HP Photosmart Wireless B110a ist ein Multifunktionsgerät (“e-All-in-one – eAio”) der Einsteigerklasse, eigentlich 80 bis 100 Euro teuer. Mit der HP Cashback-Aktion kann man bei einem Kauf von Mac oder iPad zusammen mit einem der Aktionsdrucker unter bestimmten Voraussetzungen 80 Euro rückerstattet bekommen – das Gerät gibt es also für lau obendrauf. In der Bekanntschaft klappte das schon zwei mal problemlos. Die aktuelle Aktion läuft nur noch wenige Tage, wer die Erstattung will, muss sich also sputen. Händler-Tipp: Cyberport* nimmt an der Aktion teil, und der Drucker kostet dort nur 75,90 Euro.
Was kann man Großartiges von einen 80-Euro-Drucker erwarten? Duplexdruck? Nein, hat er nicht. Eine Papierfach mit Deckel wie die Canon-Drucker, damit das Papier nicht verstaubt? Nein, hat er auch nicht. Ein integriertes Netzteil plus handelsübliches Netzteil? Auch nicht.
Wi-Fi sei dank: Stromkabel reicht

Die Voraussetzung für beide Varianten: Der Drucker muss mit dem eigenen Wi-Fi-Netz verbunden werden. Natürlich ist das mit geschützten, aber auch mit zusätzlich versteckten Netzwerken möglich. Dumm nur, wenn man wie der Herr Redakteur ein ellenlanges Passwort hat: Die Eingabe auf dem HP-Display mit den Pseudo-Touchscreen-Buttons ist ziemlich nervig. Die Tasten sprechen schlecht an und man darf sich nur in zwei Richtungen durch das Alphabet klicken – bei längeren Buchstabenkombinationen nehmen Sie sich für die Passworteingabe am besten einen Abend frei.
Nervige Einrichtung also, doch irgendwann spuckt der Drucker seine Willkommensgrüße inklusive ärztliche Bescheinigung aus: Die „Diagnosezusammenfassung“ – so heißt sie wirklich! – bescheinigt der Sekretärin: Keine Probleme gefunden! „Wireless-Verbindung funktionsfähig – Erfolgreich; Signalqualität – Sehr gut“. Die kryptische E-Mail-Adresse gibt es mit. Wer sie hat, kann dem Büroleiter über die Sekretärin Grüße schicken: Eine Mail an den Drucker und er bringt sogar den PDF-Anhang zu Papier.

Qualität und Druckkosten
80 Euro für einen Multifunktionsdrucker mit Scan-Funktion und Wi-Fi, da darf man in Sachen Qualität nicht allzu viel erwarten. Ohne die Lupe in die Hand genommen zu haben: Der Drucker reicht völlig, um die Steuererklärung oder mal eine bunte Grußkarte auszudrucken. Für einen Stapel Fotos in DinA 4 sei aber der Gang zur Fotostation in der Drogerie oder zum Fotonachbesteller empfohlen – schon allein wegen der Druckkosten.
Der Pack aus 4 Patronen kostet bei Amazon 27,20 Euro. PC Welt hat „akzeptable Seitenpreise“ von 3,5 Cent schwarzweiß und 7,2 Cent in Farbe errechnet. Die Kosten für Farbdrucke lassen sich laut Computerbild um 4 Cent durch die Verwendung von XL-Patronen* reduzieren.

Sehr gefühlvoll geht die Sekretärin nicht vor, der Druckvorgang klingt rabiat und laut. Über das Touchfeld habe ich bereits gemeckert, die restliche Verarbeitung ist jedoch ok.
Den Stromverbrauch haben wir noch nicht nachgemessen. Laut Hersteller beträgt er im Standby 4,8 Watt. Braucht man den Drucker nicht regelmäßig, lohnt sich ausschalten auch finanziell. In Sachen Umweltschutz hat mich HP überrascht: Die Produkte waren statt in Plastikfolien in dünnen Stofftaschen verpackt. Ganz ohne Plastikverpackung ging es nicht, trotzdem eine lobenswerte Aktion.
Sogar ein Drucker liefert Apps
Neben den Standardfunktionen Drucken, Scannen und Kopieren finden sich auf dem kleinen Bildschirm Apps. Kann ich jetzt schon auf dem Druckerdisplay Angry Birds spielen? Nein, und die Funktion ist weniger doof, als man zunächst meinen will. Denn die Sekretärin zieht über das W-Lan nicht nur Sudoku-Rätsel oder Reuters-Nachrichten aus dem Internet. Es gibt Vorlagen wie beispielsweise Notenpapier – sehr nützlich. Gezahlt wird über die Tintenkosten…
Fazit:
Egal, ob man den HP Photosmart Wireless im Rahmen der Cashback-Aktion erwirbt oder nicht, er bietet viel für wenig Geld. Kann man auf detailliertere Druckeinstellungen verzichten, kann er dank Wi-Fi rgendwo im Zimmer stehen, er braucht nur eine Steckdose.
Ich hoffe auf eine gute, aber sporadische Zusammenarbeit mit dieser meiner Sekretärin und vergebe angesichts des Preises vier von fünf Sternen.
Vorteile:
+ AirPrint für iPhone und iPad
+ ePrint für Maildrucke
+ Wi-Fi
+ günstig
Nachteile:
- Touchpad reagiert schlecht
- kein Duplex-Druck
macnews.de-Wertung: 4 von 5 Sternen
HP Photosmart Wireless B110a e-All-in-One
Hersteller: Hewlett Packard
Preis: ca. 80 bis 100 Euro
Einkaufsmöglichkeiten: Apple Store*, Amazon
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Informationen zur Cashback-Aktion auf macnews.de
Tintenpatronen bei Amazon: HP Patrone 364 XL*


