Amazon Fire TV Stick 2 im Test: Alexa auf Knopfdruck

Sebastian Trepesch
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Wenn Amazon das beliebteste Produkt im Programm überarbeitet, darf man gespannt sein – die zweite Generation des Amazon Fire TV Stick erscheint am Donnerstag. Wir durften uns den Streaming-Stick schon vorab anschauen.

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Der neue Amazon Fire TV Stick mit Alexa

Ziemlich genau zwei Jahre hat Amazon den Fire TV Stick in Deutschland im Programm. Es ist ein HDMI-Stick, der am Fernseher oder Receiver eingesteckt wird. Verbunden mit dem Internet streamt er Filme, Serien, sonstige Videos und Musik. Simpel, günstig, trotzdem äußerst nützlich.

An erster Linie empfehlen sich natürlich die Amazon-eigenen Inhalte, für Prime-Kunden ist er fast schon ein Muss. Doch auch Apps kann man installieren – zum Beispiel die ZDF-Mediathek. Wer keinen Smart TV besitzt, bekommt somit eine Schnittstelle  zum Internet.

Mehr bringt mehr? Die Hardware

Die Gehäusegröße des Fire TV Stick (offizieller Name: „Fire TV Stick mit Alexa-Sprachfernbedienung“) ist etwas gewachsen, dank einem flexiblen Kabeladapter sollte er sich aber in jeden HDMI-Port gut einstecken lassen. Für die zweite Generation hat Amazon die Hardware verbessert, allen voran mit dem Chip, einem Quad-Core-Prozessor statt Dual-Core sowie Bluetooth 4.1 statt 3.0. Letzteres schont die Akkus der Fernbedienung. Der Arbeitsspeicher blieb mit 1 Gigabyte unverändert, im Prinzip geht es aber nur darum: Leistet der Stick seine Aufgaben anstandslos oder nicht?

Das tut er – allerdings weiterhin nur mit einer maximalen Auflösung von 1080p. Aus dem Ruhemodus, in dem er unseren Messungen zufolge knapp 1 Watt verbraucht, ist er ratzfatz aufgewacht. Das Streaming klappte in unserer Testwohnung problemlos. Selbst wo der Vorgänger am Anfang eines Films zweimal kurz stockte um nachzuladen, lief der neue Fire TV Stick wie am Schnürchen. Zwei WLAN-Antennen sind übrigens in beiden Modellen verbaut. Einen LAN-Anschluss gibt es dagegen nicht. Als Spielekonsole wollen wir den Fire TV Stick nicht verstehen, wenngleich kleinere Spiele darauf gut laufen.

Ab sofort bietet Amazon nur eine Version mit Sprachfernbedienung an – und zwar statt wie bisher 49,99 Euro. Das hat einen einfachen Grund: Mit an Bord ist Sprachassistent Alexa.

Alexa auf dem Fire TV Stick im Test: 51 Grad? Bloß nicht!

Mit den Echo-Lautsprechern hat Amazon Alexa eingeführt, ein Sprachassistent vergleichbar mit Apples Siri und Googles Assistant: Er nennt die Wettervorhersage, Fußballergebnisse und spielt Musik ab. Mit dem Fire TV Stick bekommt er erstmals ein Gesicht, meint: eine Oberfläche. Während Alexa über die Lautsprecher nur mündlich antworten konnte, werden die Aussagen nun – nicht immer, aber manchmal – grafisch und mit zusätzlichen Informationen versehen begleitet. Da hapert es vereinzelt noch gewaltig, zum Beispiel, wenn es in Berlin 51 Grad haben soll (trotz metrischer Einstellung). Zwei Tage später stimmt die Anzeige bereits. Alexa lernt von Woche zu Woche, das haben wir schon für den Amazon Echo festgestellt. Aktuell enden viele Dialoge noch mit „Ich kann deine Frage leider nicht beantworten“. Bei Anfragen wie „Spule 2 Minuten vor“ während eines Streams weiß Alexa aber, was zu tun ist.

Screenshots von Alexa und der Oberfläche:

Fire TV Stick 2017: So sehen Alexa und die neue Oberfläche aus

Auf dem Fernseher kramt Alexa Filme und Serien auf Befehl hervor, es freut sich der Amazon-Prime-Kunde. Gut gelöst: Selbst bei ausgeschaltetem Fernseher kann man einen Sprachbefehl absetzen. Alexa schaltet dann das TV-Gerät ein (sofern unterstützt – HDMI-CEC benötigt) und beantwortet anschließend die Frage oder den Wunsch.

Ungewohnt: Während der gesamten Spracheingabe muss der Mikrofon-Button wie bei Apple TV gedrückt werden. Wer Alexa schon benutzt hat, wird wohl öfters aus Versehen loslassen. Andererseits: Wer sich von den auf Sprachbefehl aktivierenden Lautsprechern „beobachtet“ fühlt, hält bei Alexa auf dem Stick im wahrsten Sinne des Wortes das Zepter in der Hand.

Fire TV Stick mit neuer Oberfläche

Auch die Oberfläche des Fire TV Stick hat Amazon verändert. Sie ist sehr übersichtlich gestaltet und startet mit großen Bannern, die sich als Trailer entpuppen. Leider ist die Lautstärke sehr unterschiedlich. Was bei Filmen und Serien akzeptabel ist, stört an dieser Stelle.

Interessant und nutzerfreundlich ist die Integration anderer Dienste, zum Beispiel Netflix. Amazon integriert in die Oberfläche also keineswegs nur die eigenen Inhalte (wenngleich sie natürlich eine hervorgehobene Stellung einnehmen). Siehe hierzu auch unseren Artikel Warum Amazon Netflix & Co auf dem neuen Fire TV Stick so viel Platz spendiert. Allerdings: Eigentlich sollte die Integration von Fremdinhalten unseren Informationen nach nur dann geschehen, wenn die entsprechende App (zum Beispiel eben Netflix) auf dem Stick installiert ist. Heißt: Netflix-Kunden bekommen Hinweise auf Netflix-Inhalte. Allerdings fanden wir auch ohne Installation der Netflix-App für die Serie „The Big Bang Theory“ eine Netflix-Folge.  Wer beim Konkurrenzdienst kein Konto hat, will diese Verknüpfung eigentlich nicht sehen.

Test des Fire TV Stick: Lohnt sich ein Update?

Generell profitieren vor allem Prime-Kunden vom Fire TV Stick, weil sie darüber schnell zu den im Abo inbegriffenen Inhalten gelangen. Die Überarbeitung des Fire TV Sticks ist gelungen, wenngleich sich manch einer vermutlich noch mehr gewünscht hat – allen voran 4K-Auflösung und HDR-Unterstützung.

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Wer einen Fire TV Stick mit Sprachfernbedienung besitzt, für den lohnt sich ein Neukauf nicht. Die neue Oberfläche und auch Alexa kommen mit einem Update auch auf die erste Generation. Wem die Leistung nicht ausreicht, wartet lieber auf ein Update des .

Wer die Version ohne Sprachfernbedienung besitzt und unbedingt Alexa am Fernseher nutzen möchte, kann sich die Sprachfernbedienung nachkaufen – mit lohnt sich aber fast schon die Anschaffung der zweiten Generation für , inklusive Sprachfernbedienung.

Vorteile:

+ Guter, unkomplizierter & günstiger Streaming-Stick
+ Integration anderer Streamingdienste und Mediatheken (bzw. Installation möglich)
+ Sprachassistent Alexa
+ Smart-Home-Steuerung möglich

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Nachteile:

- Keine 4K-Auflösung
- Kein HDR
- Kein Ethernet
- Alexa noch nicht ausgereift

Testwertung: 75 Prozent

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(17. April 2017)

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