Das richtige Display für deinen Mac

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Du stehst vor dem Kauf eines neuen Displays, welches Deinen Arbeitsplatz oder Heim-Mac ergänzen soll? Dann bist Du hier genau richtig. Wir zeigen Dir, worauf man bei dem Erwerb eines Displays achten sollte.

Verwendet man sein MacBook zum Arbeiten, so ist dessen Bildschirm oftmals nicht groß genug, um dies in einem angenehmen Maße zu gewährleisten. Auch zu Hause, beim Surfen im Internet oder anderen Aktivitäten ist ein größeres Display meist komfortabler als die beschränkte Oberfläche des Laptops.

Ebenso die Käufer eines Mac Minis müssen sich einer großen Auswahl an Displays verschiedener Hersteller hingeben und das Richtige für deren Ansprüche herauspicken. Und das ist, wie man auch schon aus dem vorangehenden Satz heraushören konnte, gar nicht so einfach. Es gibt viele Aspekte auf die man achten muss, um das best mögliche Ergebnis zu erzielen. Auch das teure Cinema/Thunderbolt Display von Apple wird genauer unter die Lupe genommen, um abzuwägen, ob sich der verhältnismäßig hohe Preis lohnen würde. In den nächsten Abschnitten zeigen wir Euch, was bei dem Kauf eines Displays für euren Mac zu beachten ist.

Panel: Verschiedene Technologien mit verschiedenen Eigenschaften

Das Panel ist der wichtigste Punkt. Alle der folgenden Panels basieren auf der gängigen TFT-Technik. Jede Ausführung dieses Bautyps hat ihre Vor- und Nachteile. Meinst unterscheiden sie sich in deren Farbeigenschaften, sowie der Reaktionszeit und dem Stromverbrauch. Hier gibt es oft kleine bis große Unterschiede, auf die es am Ende ankommt.

Das TN-Panel: Wenig Stromverbrauch für wenig Geld

Das TN-Panel zeichnet sich durch eine sehr kurze Reaktionszeit und gleichzeitig einen geringen Stromverbrauch aus. Dies ist vor allem für Gamer gut geeignet, von denen es unter den Mac-Nutzern aber eher weniger gibt. Die Defizite eines TN-Panels liegen in den Farbeigenschaften. Hier muss man sich meist mit mäßig guten Kontrastverhältnissen und einem eingeschränktem RGB-Farbraum zufrieden geben. Folglich ist diese Technologie eher schlecht für Grafiker und Designer geeignet. Die Darstellung des Displays sieht auf dem fertigen Druck meist anders aus als es auf dem Panel dargestellt wurde. Auch der Blickwinkel ist geringer als bei anderen Techniken. Wer jedoch nach einer kostengünstigen Lösung sucht und sich nicht im Bereich der Bild- oder Videobearbeitung bewegt, für den ist ein TN-Display eine Überlegung wert.

Beispiel-Displays:

  1. Samsung SyncMaster Serie 4 S24A450MW 
  2. EIZO EV2416WFS-BK 61 cm (24″) Flexscan Monitor

Das IPS-Panel: Für die Grafiker unter euch

Vergleicht man ein IPS- mit einem TN-Panel, so fallen auf der Stelle die um einiges knackigeren Farben auf. Die IPS-Panels, was so viel heißt wie In-plane switching, zeigen deren Stärke in einer sehr realitätsgetreuen Farbdarstellung. Sie sind im Grunde das genaue Gegenteil zu einem TN-Display. Nicht ohne Grund setzten die meisten Videobearbeiter sowie Grafiker und Designer auf besagte Technologie. Sucht man nach realitätsnahen Farben und einer hohen Blickwinkelstabilität, so hat man soeben die richtige Ausführung für sich gewonnen. Nachteile der IPS-Technologie sind eine geringe Reaktionszeit, ein größerer Stromverbrauch und ein etwas höherer Preis.

Beispiel-Displays:

  1. EIZO EV2436WFS-BK schwarz IPS-LCD
  2. Dell UltraSharp U2713HM 68,5-cm-Monitor (27 Zoll) mit LED

Das MVA/S-MVA-Panel: Ein Mittelding zum hohen Preis

Das MVA-Panel unterscheidet sich vom Prinzip her nicht großartig von der Technologie eines TN-Panels. Dennoch gibt es hier größere Unterschiede als man vermuten würde. Die Reaktionszeit eines MVA-Panels ist um Weiten höher als die eines TN-Displays. Gleichzeitig kann es jedoch einen besseren Kontrast und einen höheren Blickwinkel vorzeigen. Auch in der Farbdarstellung liegt das MVA- vor dem TN-Panel. Gegen ein IPS-Panel kommt es dennoch nicht an. Die etwas weiter entwickelten S-MVA-Displays konnten sich zwar in der Reaktionszeit verbessern, haben sich aber nie wirklich durchgesetzt. Aufgrund des großen Stromverbrauchs, einem hohen Preis und einer eher mauen Reaktionszeit wird es nicht sehr oft verbaut und sollte daher auch keine große Rolle bei Eurer Wahl spielen.

Beispiel-Displays:

  1. LG M2452D 61 cm (24 Zoll) widescreen TFT-Monitor (LED, VGA, HDMI, SCART, 5ms Reaktionszeit) mattschwarz

Das S-PVA-Panel: Der vorbildliche Bruder des MVA-Panels

Die S-PVA-Panels sind eine Weiterentwicklung der MVA-Panels durch Samsung und ihnen in jeder Hinsicht überlegen. Die S-PVA-Technologie macht alles besser, was es bei den MVA-Panels zu bemängeln gab. Schnelle Reaktionszeiten und gute Farbwerte zeichnen die Weiterentwicklung von Samsung aus. Aber auch hier gibt es Abzüge aufgrund des hohen Stromverbrauchs. Für den Normalgebrauch jedoch mit Sicherheit eine sehr gute Lösung, da sie eine Mitte zwischen den TN- und den IPS-Panels bilden.

Beispiel-Displays:

  1. NEC MultiSync EX231Wp schwarz
  2. Samsung SyncMaster MD230

Anschlüsse: Welchen Anschluss brauche ich?

Auch auf die Anschlüsse eines Displays sollte beim Kauf geachtet werden. Es wäre ärgerlich, wenn man sein präferiertes Display voller Freude auspackt und erst dann bemerkt, dass es gar nicht die benötigten Schnittstellen aufzeigt. Die heutzutage gängigsten Anschlussmöglichkeiten sind VGA, DVI/DVI-D, HDMI und (Mini) DisplayPort. Verfügt ein Bildschirm über einen dieser Anschlüsse, so kann man nicht viel falsch machen. Nutzt man einen Mac, wovon ich in diesem Fall ausgehe, so wäre vor allem Mini DisplayPort als Anschluss sehr gut geeignet. Im Gegensatz zu VGA, HDMI und DVI braucht man in diesem Fall keinen separaten Adapter, da diese Anschlussmöglichkeit ein fester Bestandteil in jedem von Apple hergestellten Rechner ist. Nur die neuen MacBooks mit Retina-Display haben mittlerweile auch einen HDMI-Port verbaut. Verfügt das Display ausschließlich über VGA, HDMI und DVI und man ist nicht im Besitz eines Retina-Gerätes, so wird der nächste Abschnitt dieses Artikels Aufschluss über geeignete Adapter geben.

Adapter: Was, wenn das Kabel nicht passt?

Nicht alle auf dem Markt befindlichen Displays verfügen über die von Apple gern gesehene Mini DisplayPort Schnittstelle. Am weitesten verbreitet ist, wie bereits erwähnt, VGA, HDMI und DVI. In diesem Fall wäre ein externer Adapter erforderlich. Kann man sich jedoch als Inhaber eins MacBook Pros mit Retina-Display bezeichnen, ist dies nicht immer notwendig, da man hier über einen HDMI-Port verfügt. Hier steht zum einen Apples eigener, relativ teurer, MiniDisplay Port auf VGA/DVI/HDMI und zum anderen zahlreiche und vor allem billigere Alternativen anderer Hersteller zur Verfügung. Diese erzielen das gleiche Ergebnis, sind jedoch in den meisten Fällen schlechter verarbeitet als Apples Original. Hier hat man abzuwägen, ob man ein auf lange Zeit haltbares, aber auch teures Originalprodukt, oder das (meist) um einiges günstigere und gleichzeitig auch qualitativ schlechtere Produkt eines Dritten vorzieht. Ich habe mich vor ungefähr drei Jahren für die günstige Variante entschieden, und diese erledigt ihren Dienst – wenn man von ein paar Zwischenfällen absieht – bis zu diesem Zeitpunkt ohne Probleme. Eine Großzahl der heutzutage hergestellten Displays mit einer Auflösung von 2560×1600 oder 2560×1440 Pixeln verfügen über einen DisplayPort. Demzufolge wäre ein Mini DisplayPort auf DisplayPort-Adapter ratsam. Meist kosten diese weniger als 40 Euro und sind um einiges zuverlässiger als die extrem teuren (100 bis 150 Euro) Mini DisplayPort auf Dual-DVI-Adapter.

Adapter:

  1. Apple MiniDisplay Port auf //
  2. Drittanbieter: MiniDisplay Port auf //
  3. Mini DisplayPort auf DisplayPort 

Zwischenfazit

So, an dieser Stelle gibt es ein kleines Zwischenfazit. Wir haben nun die drei wichtigsten Punkte bei dem Kauf eines Bildschirmes besprochen und können daraus schon so manche Schlussfolgerung ziehen. Im Bereich der Panels gibt es große Unterschiede, weshalb man vor allem auf diesen Aspekt Wert legen sollte. Hier kommt es auf den Anwender an. Als Grafiker oder Cutter greift man im besten Fall zu einem IPS-Panel, da man mit diesem das beste Ergebnis für seine Nutzereigenschaften erzielen kann. Tolle Farbwerte, super Kontraste und eine gute Blickwinkelunabhängigkeit sind perfekt zum Bearbeiten von Fotos und Scheiden bzw. Bearbeiten von Videos. Möchte man nicht viel investieren oder ist Gamer, so wäre ein TN-Display aufgrund der schnellen Reaktionszeit die beste Lösung. Eine Mischung aus TN- und IPS-Display bietet das S-PVA-Panel. Möchte man also von beiden etwas, so trifft man hier die richtige Wahl. Die Standart-Anschlüsse eines Displays sind VGA, HDMI, DVI und in manchen Fällen Mini DisplayPort. Ist man nicht gewollt einen Adapter – ob teuer oder günstig – hinzuzukaufen, so sollte man darauf achten, dass das Display über einen Mini DisplayPort verfügt.

Apple Cinema/Thunderbolt Display: Preis vs. Lifestyle

Es ist zwar extrem teuer, aber irgendwie würde man es trotzdem gerne haben. Ist man überzeugter Apple Nutzer, so ist es meist schwierig, sich für ein Produkt einer anderen Marke zu entscheiden. Wenn schon Apple, dann richtig. Es würde perfekt zu den anderen Geräten passen und das Ökosystem aus Apple Produkten um einen Diamanten erweitern. Doch wären die 999 Euro gerechtfertigt?

Das Cinema/Thunderbolt Display von Apple ist ein wirklich tolles Gerät, dagegen kann man nichts einwenden. Mit 2.560×1.440 Pixeln auf 27 Zoll im 16:9 Format hat es eine sehr hohe Auflösung. Als Paneltechnik wird hier S-IPS verwendet, folglich hat es tolle Farbwerte und bietet sich vor allem für Grafiker an. Auch die Reaktionszeit ist alles andere als schlecht. Mit nur 5 – 6 Millisekunden liegt man hier absolut im grünen Bereich und kann auch anspruchsvolle Games ohne Bewegungsunschärfe spielen. Nutzt man es im Zusammenhang mit seinem MacBook, so wird dieses während dem Betrieb automatisch über den Mini DisplayPort mit Strom versorgt. Des weiteren erweitert es den Mac um einige Anschlüsse, eine FaceTime-Kamera ist natürlich auch integriert.

Doch auch ein solches Display hat seine Nachteile: Der extrem hohe Stromverbrauch ist vergleichbar mit dem eines 40 Zoll Fernsehgeräts und durch die stylische Glasfront hat man oft mit nervigen Spiegelungen zu kämpfen. Hier könnte eine spezielle Sicht- und Blendschutzfolie helfen, welche jedoch auch noch einmal 129,95 Euro kostet.
Eines ist sicher: Im Thunderbold-Display ist eine super Technik verbaut und bietet im Vergleich zu anderen Displays einen eindeutigen Mehrwert, wenn es um Features im Gebrauch mit dem Mac geht. Es ist perfekt auf die von Apple hergestellten Computer abgestimmt und bietet somit, wenn es um Komfort geht, die beste Lösung.

Man sollte jedoch auf alle Fälle beachten, dass es Displays anderer Hersteller mit ähnlichen Spezifikationen, wenn nicht sogar noch besseren, für die Hälfte des Preises gibt. Im Anschluss habe ich ein paar Alternativen verlinkt, welche dem Cinema Display ohne Schwierigkeiten das Wasser reichen können. Oftmals muss man hier zwar auf eine FaceTime-Kamera, weitere Anschlüsse und eine automatische Ladung des MacBook-Akkus verzichten, kann dies aber aufgrund des geringeren Preises durchaus in Kauf nehmen. Im Gegenzug gibt es vereinzelt auch 3D-Unterstützung und eine matte Displayoberfläche.

Gute Alternativen zum Cinema/Thunderbolt Display:

  1. LG Flatron TM2792S CINEMA 3D Smart TV / Monitor
  2. ASUS VG278HE 68,6 cm (27“) 3D Monitor mit 144hz
  3. Dell UltraSharp U2713HM 68,5-cm-Monitor (27 Zoll) mit LED
  4. ACER B273HLBOymidh 69 cm (27″) 
  5. Fujitsu P27T-7 68,6 cm (27″) IPS-Panel mit LED-Beleuchtung und Pivot-Funktion

Abschließendes Fazit

Ist man Grafiker oder Videokünstler, so ist ein IPS-Display die beste Lösung. Für die kleine Kasse ist ein TN-Display die beste Wahl und sucht man nach einer ausgeglichenen Lösung, so ist man mit einem S-PVA-Panel sehr gut bedient. Die Anschlüsse sollte man bei dem Kauf nicht außer Acht lassen, hier könnte möglicherweise ein Adapter von Nöten werden.

Ob man sich nun ein Cinema/Thunderbolt Display von Apple oder eine preiswerte Alternative kauft, muss man für sich selbst entscheiden. Apples eigene Lösung würde perfekt in das Ökosystem aus Macs und iDevices passen und einige nette Features mit sich bringen. Allerdings gibt es auch preiswertere Alternativen, welche man sich, bevor man eine Menge Geld ausgibt, erst einmal anschauen und infolge dessen zwischen den Vor- und Nachteilen abwägen sollte.

Bildquellen: Google, Apple, Cyberport
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