Apple-Fernseher: Kanadische Breitband-Anbieter testen angeblich Prototypen

Florian Matthey

Der Apple-Fernseher bleibt ein beliebtes Thema der Gerüchteküche. Angeblich sollen kanadische Breitband-Anbieter bereits einen Prototypen mit Siri- und Handgesten-Bedienung testen. Ein Problem bleibt allerdings weiterhin, was Apple für Inhalte anbieten könnte – und welchen Namen das jüngste Apple-Kind bekommt. “iTV” könnte jedenfalls Schwierigkeiten bringen.

Apple-Fernseher: Kanadische Breitband-Anbieter testen angeblich Prototypen

Die kanadische Zeitung Globe and Mail berichtet, dass die heimischen Unternehmen Rogers Communications und BCE den Apple-Fernseher intern bereits testen. Den eigenen Quellen zufolge suche Apple einen Partner, der sowohl Mobil- als auch Breitband-Verbindungen anbietet.

Das Gerät lasse sich sowohl über Apples Spracherkennungssoftware Siri als auch über “Handgesten” bedienen, wobei alles “ohne physische Schnittstelle” geschehe. Das hört sich so an, als könne der Fernseher ähnlich wie Nintendos Wii oder Microsofts Xbox-Technologie Kinect Handbewegungen in der Luft erkennen. Allerdings erwähnt der Globe-and-Mail-Artikel auch eine Bildschirmtastatur für einen integrierten Browser – was sich mit Luft-Handgesten nur schwer bewerkstelligen ließe. Auch erschiene es angesichts Apples berüchtigt strenger Geheimhaltungspolitik zumindest überraschend, wenn potentielle kanadische Partner bereits einen Prototypen testen dürften.

Der Jeffries-&-Co-Analyst Peter Misek berichtet wiederum, dass sich Apple für den Apple-Fernseher in Zukunft stärker auf den Vertrieb von Video-Inhalten konzentrieren will. Dabei soll es sich – ähnlich wie bei YouTube – auch um von Benutzern mit iPhone und iPad erstellte Videos handeln. Außerdem könnte Apple bestehende Inhalte einkaufen, werde allerdings nicht selbst zum Produzenten werden.

Miseks Überlegungen verdeutlichen erneut, dass Apples größte Herausforderung nicht die Herstellung eines Fernsehgeräts mit ansprechender Hardware, sondern vielmehr die Bereitstellung digitaler Inhalte ist. Um Kunden für den Umstieg ins Internet-Fernsehen-Zeitalter zu motivieren, muss das Unternehmen ihnen ein vergleichbares Programmangebot wie über herkömmliche Fernsehsender bieten. Denkbar bleibt deshalb, dass Apple auch einfach auf eine ansprechende Benutzeroberfläche für Kabel- oder Satelliten-Fernsehen in Kombination mit Internet-Fernsehen setzen wird.

Der Analyst Misek bezeichnet den Apple-Fernseher außerdem als “iTV”. Der Name, den verschiedene Quellen immer wieder nennen, wäre zwar passend, er ist allerdings nicht unproblematisch. Die erste Version von Apples Set-Top-Box Apple TV hatte zunächst ebenfalls den Codenamen “iTV”, den Apple dann aber ändern musste: Der britische Fernsehsender “ITV” hatte rechtliche Schritte angekündigt. Den Sender gibt es immer noch – und er hat bereits angekündigt, sich auch gegen einen Apple-Fernseher mit diesem Namen zu wehren.

Weitere Themen: Apple TV (Fernseher), Apple Watch Special Event 9. März 2015 – Liveblog

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