Apple TV 3 und 2: MKV, AVI, WMV und weitere Videos ohne Jailbreak

Apples kleine schwarze Box könnte so nützlich sein, würde sie von Hause doch mehr als nur die unterstützten Standard-Videoformate wie MPEG 4 und Co abspielen. Wie dies auch ohne Jailbreak (der nebenbei für das Apple TV 3 immer noch nicht verfügbar ist) funktioniert, klären wir im folgenden Artikel.

Apple TV 3 und 2: MKV, AVI, WMV und weitere Videos ohne Jailbreak

Der erste Gedanke fällt in Richtung Konvertierung. Natürlich könnten wir mittels geeigneter Tools wie HandBrake oder iFlicks die gewünschten Filme konvertieren, in iTunes importieren und anschließend auf das Apple TV 2 oder 3 streamen. Nachteil: Dies kostet Zeit und verschlingt meist zusätzlichen Platz auf der Festplatte des Macs. Besser: Streaming der unterschiedlichsten Inhalte (AVI, MOV, MKV, MP4, WMV und FLV) direkt auf das Apple TV. Welche Lösungen gibt es für das Apple TV 3 und 2?

AirPlay Mirroring: Apple-Lösung mit Einschränkungen

OS X 10.8 Mountain Lion beherrscht als eine der größeren Neuerungen AirPlay Mirroring – meint, der Bildschirminhalt des Macs gelangt kabellos unter Zuhilfenahme eines Apple TV 3 oder 2 auf den angeschlossenen Fernseher. Übrigens: Auch die Tonausgabe des Macs wird mit übertragen. Unter dieser Prämisse spielt man den jeweiligen Film wie gewohnt beispielsweise mit dem VLC-Player ab – Bild und Ton erscheinen auf dem TV. Eine bildschirmfüllende Wiedergabe erreicht man, indem man im jeweiligen Player auf dem Mac einfach auf Vollbild umschaltet.

Hört sich nach einer perfekten Lösung an? Nicht unbedingt, folgende Nachteile sollten bedacht werden:

  • AirPlay Mirroring steht nur neueren Macs mit OS X 10.8 Mountain Lion zur Verfügung (Baujahre: Macbook Pro ab Anfang 2011; iMac, Mac mini, MacBook Air ab Mitte 2011) – der Mac Pro scheidet aufgrund seines Methusalem-Alters komplett aus. Eine Alternative für diese Rechner ist AirParrot (wir berichteten).
  • Die Bildqualität lässt oft zu wünschen übrig, Aussetzer in der Übertragung sind keine Seltenheit.
  • Eine Steuerung des Films über die Fernbedienung des Apple TV ist nicht möglich.

Beamer für Mac: Komfortable Lösung

Aus Holland stammt ein kleines, aber feines Progrämmchen. Die App Beamer für den Mac ermöglicht kurzerhand das Streaming in Echtzeit an das Apple TV. Dabei nutzt das Programm dieselbe AirPlay-Technologie wie auch Apple. Dem Apple TV wird vorgetäuscht, es handele sich um eine standardisierte AirPlay-Zuspielung, beispielsweise von einem iPhone oder iPad.

Großer Vorteil: Beamer akzeptiert nahezu jedes Videoformat, namentlich AVI, MOV, MKV, MP4, WMV und FLV. Eine vorherige Konvertierung ist nicht notwendig, denn Beamer übernimmt diese Aufgabe in Eigenregie. Im Gegensatz zum AirPlay Mirroring ist die Bildqualität stets gleichbleibend gut, denn Beamer legt einen Zwischenspeicher an – Aussetzer sind so ausgeschlossen. Die Bedienung ist zudem kinderleicht, denn außer einem einzigen Programmfenster gibt es keine weiteren Einstellmöglichkeiten.

Weitere Vorteile:

  • Mit der Fernbedienung des Apple TV (Apple Remote) kann die Wiedergabe des Films gesteuert werden.
  • Gegenteilig zum AirPlay Mirroring kann der Mac gleichzeitig auch für andere Aufgaben verwendet werden, das Programmfenster von Beamer verbleibt dabei im Hintergrund.
  • Seit Version 1.5 werden auch Untertitel unterstützt (SSA/ASS, SupRip, SubVierwer und MicroDVD).

Doch gibt es auch Nachteile? Die Abspielqualität insbesondere von HD-Inhalten ist abhängig von der Leistungsfähigkeit des Macs – zu schwach sollte er also nicht sein. Laut den Entwicklern sind Rechner ab dem Jahre 2007 geeignet, mindestens Mac OS X 10.6 Snow Leopard sollte auf diesen laufen. Kompatibel ist Beamer aber auch mit OS X 10.7 Lion und OS X 10.8 Mountain Lion. Surround Sound und Playlisten mit mehreren Videos werden derzeit noch nicht unterstützt, sind laut Entwickler Tupil aber bereits in der Planung. Ein weiterer Nachteil: Eine Windows-Version existiert nicht und befindet sich aktuell auch nicht in der Konzeption.

Kostenlos ist Beamer für den Mac leider nicht. 15 Euro möchte das Entwicklerstudio Tupil hierfür von den Anwendern haben – nicht zu viel, wie wir meinen. Erwähnenswert: Im Mac App Store kann man Beamer nicht erwerben. Apple lehnte die App ab, da sie einen nicht dokumentierten Weg nutzt, um sich über AirPlay mit dem Apple TV zu verbinden. Positiv: Eine kostenfreie Demo-Version ist verfügbar. Diese ist voll einsatzfähig, allerdings beschränkt sie die Wiedergabe der Filme jeweils auf 15 Minuten.

Link Hersteller: Tupil
Beamer für den Mac: Download Demo (6,3 MB; ZIP-Datei)

AirFlick und Air Video Server: Kostenlos aber umständlicher

Die TUAW-Autorin Erica Sadun entwickelte mit AirFlick eine vergleichbare Lösung wie Beamer. Man bewegt per Drag&Drop einfach die gewünschten Filme ins Programmfenster und schon werden sie zum Apple TV übertragen. Dies funktioniert übrigens auch mit reinen Audiodaten, Bildern und sogar PDFs. Ferner lassen sich die Filme dann gleichfalls mit der Apple Remote am Apple TV steuern. Nachteilig bei AirFlick: Von Hause aus versteht sich die Software nur auf für das Apple TV kompatible Formate (MPEG 4 und Co.) – AVI, WMA MKV etc. können so nicht an Apple TV gesendet werden.

Im Zusammenspiel mit Air Video Server (einer weiteren kostenlosen Anwendung) ist dies jedoch möglich. Air Video Server konvertiert kurzerhand in Echtzeit entsprechende Dateien in ein kompatibles Format für Apple TV. Eine kleine Anleitung findet sich hierzu bei den Kollegen der MacLife.

Beachten sollte man allerdings, dass AirFlick sich noch immer in der Beta-Phase befindet und somit nicht immer zuverlässig funktioniert. Da es kostenlos ist, spricht jedoch nichts gegen einen persönlichen Test.

Link Entwickler: AirFlick
Link Entwickler: Air Video Server

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