Wie die Apple Watch zum Nutzenstifter für andere Produkte wird

Sebastian Trepesch
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Da wird über den Sinn und Unsinn einer Apple Watch diskutiert, und glatt übersehen, dass die Uhr selbst andere Produkte aufwertet. Oder zumindest kurz davor ist. Ein Kommentar.

Wie die Apple Watch zum Nutzenstifter für andere Produkte wird

Ein Gut erhöht – ohne eine Gegenleistung zu bekommen – den Nutzen eines anderen Guts. In der Volkswirtschaft nennt man so etwas einen positiven externen Effekt. Ein bisschen hinkt der Bezug auf die Apple Watch. Doch die Neuheit aus Cupertino wertet durchaus andere Hardware auf. Während manch einer der Apple Watch die Existenzberechtigung abspricht, verbessert sie andere Produkte – und wird dadurch gleichzeitig selbst sinnvoller.

Kurios? Mehrere Beispiele dürften sich finden lassen, ich ziehe gerne das WLAN-Lichtsystem Philips hue heran (genaueres zu den Lampen siehe Philips hue im Test). Für Alternativen wie Elgato Avea gilt ähnliches.

Die Sache ist ganz trivial: Die Lampen werden über Smartphone und Tablet gesteuert. Zu Hause trägt man das iPhone aber nicht immer mit sich herum (zumindest ich nicht), es liegt mal da, mal dort. Somit muss man den „Lichtschalter“ suchen, um die Lampen an- oder auszuschalten, dimmen oder die Farbe zu verändern. Eine Uhr belässt man dagegen auch zu Hause am Arm – und Philips hue sowie Elgato Avea lassen sich über die Apple Watch steuern. Die Lichtsysteme sind dank der Apple-Neuheit komfortabler zu nutzen.

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Und das, auch wenn die Apple Watch nur eingeschränkte Steuerungsmöglichkeiten bietet, dem kleinen Bildschirm geschuldet. Beispiel hue, hier können wir lediglich diese Funktionen nutzen: Licht an, Licht aus, eine von vier Beleuchtungsszenen wählen. Es reicht aber aus, und die Bedienfelder sind gut auf das kleine Display abgestimmt.

Nur für weitere Einstellmöglichkeiten müssen wir wieder das iPhone heranziehen.

Nutzenstifter Apple Watch: Nur ein Anfang ist gemacht 

Mit dem Beispiel wollte ich einerseits eine nützliche Einsatzmöglichkeit der Apple Watch nennen. Andererseits zeigt es das Potential der Uhr im Bereich Heimautomatisierung, das aber erst ansatzweise genutzt wird. Denn das Zusammenspiel der Produkte ist wahrlich noch nicht perfekt. Die Verbindung der Komponenten (Watch -> iPhone -> hue) geschieht zu langsam, die Produkte verschiedener Hersteller sind noch nicht kombinierbar. Es wird Zeit, dass Apple für HomeKit endlich in die Puschen kommt. Die Technologie und Schnittstelle für iOS hat Apple bereits im Sommer 2014 Entwicklern auf der WWDC vorgestellt. Einige Zubehörprodukte warten schon seit einiger Zeit auf ein „Go“ von Apple, das wohl nicht mehr vor der nächsten Entwicklermesse von Apple im Juni veröffentlicht wird. Doch dann werden HomeKit-Produkte gebündelt über eine iOS-App gesteuert werden können – egal, von welchem Hersteller sie stammen. 

Eine Anbindung dieser Smart-Home-Lösung an die Smartwatch ist selbstverständlich, und Steuerung von Licht, Garagentor, Rollos und mehr über eine Uhr praktisch. Die Heimautomation ist eine Chance für die Apple Watch, Kritiker von ihrer Nützlichkeit zu überzeugen.

Die Apple Watch in Bildern

 

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