Apple Watch mit watchOS 2: Ein persönliches Review

Ben Miller
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Die Apple Watch hat mein Leben verändert und ich habe es nicht einmal bemerkt. Mein persönliches Review der Apple Watch mit watchOS 2.

Apple Watch mit watchOS 2: Ein persönliches Review

Ich habe lange mit der Apple Watch gehadert. Ist sie gut oder nicht? Ist die Apple Watch nur eine Spielerei, mit der sich Apple die Kassen füllen will? Rechtfertigen die paar unscheinbaren Features ein neues Gadget in meinem Leben?

Der Sinn einer Smartwatch erschloss sich mir nicht, auch nicht nach Apples gewohnt sehenswerter Präsentation.

Ich hätte dieses Review schon viel früher fertigstellen sollen (bzw. müssen), konnte es aber nicht. Wenn ich über etwas urteile, ein Produkt, ein iPhone, iPad oder eben die Apple Watch, muss ich das Produkt verstehen, um darüber urteilen zu können. Ich versuche zu verstehen, wozu es da ist, ob es gut ist oder nicht. Klingt simpel, ist es aber oft gar nicht. Jedenfalls für mich.

Larry David
Wenn mich heute jemand fragt, ob die Apple Watch gut ist und man jetzt unbedingt eine Apple Watch braucht, fällt es mir immer noch schwer, eine zufriedenstellende Antwort zu geben. Und diese Frage haben mir in den letzten Wochen viele Menschen gestellt, von Familienmitgliedern über Arbeitskollegen bis hin zum Postboten und der Verkäuferin im Kiosk um die Ecke. Das Interesse an der Apple Watch ist immer noch groß, ebenso das Unverständnis.

Dass die Apple Watch ein sehr persönliches Produkt ist, das dank verschiedener Versionen, Farben, Armbändern, Watchfaces (Zifferblätter) und nicht zu vergessen Apps unendliche Personalisierungsmöglichkeiten erlaubt, hilft bei der individuellen Beantwortung dieser Frage nicht wirklich. Jeder hat andere Bedürfnisse und Geschmäcker sind verschieden. Der modische Aspekt spielt bei der Apple Watch eine viel größere Rolle als beispielsweise beim iPhone.

Man kann die Apple Watch den eigenen Wünschen und Bedürfnissen anpassen, aus ihr einen umfangreichen Fitness-Begleiter machen, einen eleganten Chronographen, ein güldenes 18.000-Euro-Schmuckstück, ein funktionales Arbeitswerkzeug, ein nützliches Kommunikations-Tool, etwas ganz anderes oder eben alles in einem.

Nach 200 Tagen mit der Apple Watch kann ich nur sagen, dass die Apple Watch für mich funktioniert. Sie hat mich überzeugt, nicht vollends aber doch. Sie ist nicht perfekt, aber so gut, dass ich sie jetzt schon seit Monaten jeden Tag gerne am Handgelenk trage. Und mit watchOS 2 ist sie noch besser geworden.

Die für mich wichtigsten und von mir meistgenutzten Funktionen der Apple Watch sind Fitness, Siri, Benachrichtigungen und Navigation. Sie bietet natürlich weit mehr Features, aber ich konzentriere mich auf diese Vier.

Weitere und eigentlich tolle Funktion wie das Versenden von Zeichnungen oder des Herzschlages spielen in meinem Alltag keine Rolle, weil keiner in meinem näheren Umfeld eine Apple Watch besitzt und folglich diese Spezial-Mitteilungen nicht empfangen kann. Das ist ein großes Problem, mit dem die Apple Watch zu kämpfen hat. Sie ist zwar in aller Munde, konnte aber den elitäreren Kreis der Early-Adopter noch nicht durchbrechen.

Trotz alledem hat die Apple Watch mein Leben zum Besseren verändert, so kitschig das auch klingen mag, und ich habe das lange Zeit gar nicht bemerkt.

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Fitness

Ich kämpfe seit vielen Jahren mit meinem Übergewicht. Seit ich vor rund 15 Jahren aufgrund eines Freizeitunfalls sprichwörtlich von einem Tag auf den anderen meine angepeilte Eishockey-Karriere an den Nagel hängen musste, spielte Fitness für mich keine Rolle mehr. Vor dem Unfall war ich ein aktiver Sportler, trainierte zweimal die Woche mitsamt Kraftraum. Ich war immer auf der etwas schwereren Seite, für einen Verteidiger von Vorteil, aber dennoch sehr fit. An einem Herbsttag veränderte sich dann alles. Beim Mountain-Biken überschlug ich mich und prallte gegen einen Felsen. Resultat: Milzriss, innere Blutungen, Wasseransammlung in der Lunge, gebrochene Rippen, Prellungen, ausgekugelte Schulter, lädierte Nerven in der Schulter, eine Woche Intensivstation mit anschließender Reha.

Überraschend schnell war ich dann aber wieder auf den Beinen und wurde entlassen. Sport, wenn auch nur leichter, war jedoch für sehr lange Zeit nicht mehr möglich.

Als aktiver Eishockeyspieler hatte ich einen entsprechenden Kalorienumsatz. Ich konnte alles essen, ohne zuzunehmen. “Überschüssige“ Kalorien wurden im Training und während den Spielen wieder rausgeschwitzt. Sieben Jahre lang stand ich auf dem Eis. Nach dem Unfall fiel es mir schwer, meine Essgewohnheiten schnell genug umzustellen.

Folglich nahm ich schnell viel zu, auch aus Frust darüber, dass ich meine Leidenschaft, Eishockey, nicht ausüben konnte. Hinzu kam der Mangel an Bewegung.

Meine zweite Leidenschaft war Mediendesign, also konzentrierte ich mich darauf. Wer den ganzen Tag vor dem Computer sitzt, bewegt sich noch weniger. Ich nahm also noch mehr zu. Irgendwann pendelte sich mein Gewicht dann auf fast dem Doppelten von dem ein, was ich eigentlich wiegen sollte.

Mit einer strikten Diät hatte ich es dann sogar einmal wieder unter 100 Kilo geschafft, zumindest bis der berüchtigte Jojo-Effekt einsetzte. Von Schokolade, Chips oder Zuckerwasser halte ich nichts. Ich aß mittlerweile nicht mehr als andere. Ich nahm jedoch nicht ab. Mein großes Problem war und ist die mangelnde Bewegung im Alltag.

Mir war klar, dass ich mit Diäten oder gezielten Wochen-Workouts nicht langfristig gegen meinen inneren Schweinehund ankommen werde. Ich musste den Dämon in mir in kleinen, stetigen Schritten auf breiter Front attackieren.

Vor ein paar Jahren hatte ich mir mal einen Fitbit-Tracker zugelegt in der Hoffnung, dass er mich bei diesem Ziel unterstützt und mich im Alltag ein wenig motiviert. So ein kleines und relativ unansehnliches Plastikteil irgendwo an der Kleidung ranzuklipsen, welches nicht mehr als meine Schritte zählt, brachte aber nicht den gewünschten Effekt und war mehr nervend als motivierend. Zu klein, zu wenige Funktionen. Aus den Augen, aus dem Sinn. Ein Waschgang bei 60°C entzweite uns nach kurzer Zeit.

Als Apple dann tatsächlich eine Smartwatch mit vielversprechenden Fitness-Funktionen präsentierte, war ich hoffnungsvoll, aber auch skeptisch. Hoffnungsvoll, weil Tim Cook ein Fitness-Fanatiker ist und Apple in Vergangenheit vieles richtig gemacht hatte. Skeptisch, weil es das erste komplett neue Produkt einer neuen Produktkategorie für Apple nach Steve Jobs war. Auch schien die Apple Watch mehr ein modisches Accessoire zu sein, als ein tatsächlich nützlicher Fitness-Begleiter im Alltag.

Ich bin ein pragmatischer Mensch. Mit Mode habe ich nicht viel am Hut, was aber nicht bedeutet, dass ich gutes Design nicht bevorzuge. Ich weiß es sehr zu schätzen. Design ist aber nicht nur, wie etwas aussieht, sondern auch wie etwas funktioniert. Computer, Smartphones und Co. sind für mich Werkzeuge, keine Statussymbole. MacBook und iPhone sind für mich persönlich die derzeit besten Werkzeuge. Das kann sich natürlich schnell ändern, so wie Apple 2007 mit seinem iPhone vieles verändert hat. Damals war ich gegenüber dem ersten iPhone ebenso skeptisch, wie anfangs gegenüber der Apple Watch.

Während ich zu viele Tage über die Apple Watch grübelte und auf keinen grünen Zweig kommen konnte, ob sie jetzt gut ist oder nicht (was eigentlich bedeutet, dass sie nicht gut ist, aber ich wollte sicher sein, schließlich ist sie meine erste richtige Smartwatch), fiel mir etwas auf.

In meinem Gürtel fehlte ein Loch. Es war natürlich kein Loch verschwunden, das vorher da war. Ich hatte abgenommen und der Gürtel passte nicht mehr. Ich hatte selbigen die letzten Monate unbewusst immer enger geschnallt, bis ich dann am letzten Loch angekommen war. Und trotzdem war er jetzt zu lose. Ich habe dann versucht zu analysieren, warum das so ist. Ist der Gürtel kaputt? Ist er ausgeleiert? Habe ich eine schleichende Krankheit? Vielleicht etwas mit der Schilddrüse?

Dann poppte auf der Apple Watch der aktuelle Zwischenstand meines täglichen Fitness-Ziels auf.

Jetzt schon? #applewatch

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Diese Fitness-Kreise jeden Tag voll zu bekommen und mein selbst gestecktes Ziel zu erreichen, war schon fast zu einer Obsession geworden. Diese Gamification, die Apple in seine Watch integriert hat, ist motivierend. Mit sanften Klopfern der verbauten Taptic Engine, die für mich das beste Hardware-Feature darstellt, erinnerte mich die Apple Watch regelmäßig meinen inneren Schweinehund nicht gewinnen zu lassen. Mit Benachrichtigungen hielt sie mich über den jeweiligen Zwischenstand auf meinem Weg zu den Tageszielen auf dem Laufenden. Wenn ich zu lange vor dem Computer saß, erinnerte sie mich daran, aufzustehen, ein bisschen herumzugehen und mich zu bewegen.

Apple Watch Fitness

Hatte ich nach einem normalen Arbeitstag mein Fitness-Soll noch nicht erfüllt, stieg ich bei der Heimfahrt mit der U-Bahn oder Tram einfach eine Station früher aus und ging einen längeren Weg zu Fuß nach Hause. Dadurch habe ich in den letzten Monaten mit der Apple Watch rund 14 Kilo abgenommen, langfristige Kilo, ohne Diäten, ohne kostenpflichtige Mitgliedschaft in einem Fitness-Club, einfach nur durch mehr Bewegung im Alltag, zu der mich die Apple Watch angetrieben hat. Dafür sind bis jetzt drei selbst gestochene Gürtellöcher als Mahnung dazugekommen. Mein Ausgangsgewicht pendelte zu Spitzenzeiten bei fast 160 Kilo ein. Ich habe also noch einen langen Weg vor mir, doch ich bin motiviert.

Siri

Ich bin ein Tiroler. Unser liebster Buchstabe ist das „KKAAH“, knapp gefolgt von R. Auch wenn ich meinen Tiroler Dialekt einigermaßen unter Kontrolle halten kann, sind meine Erfahrungen mit sprachgesteuerten Assistenten oder Spracherkennung im Allgemeinen nicht unbedingt gut. Das war anfangs mit Siri nicht anders. Seit gut zwei Jahren habe aber auch ich keine Probleme mit der Spracherkennung von Siri, außer wenn ich der deutschen Siri einen englischen Film- oder Song-Titel diktiere. Das liegt aber weniger an der Spracherkennung, als vielmehr an der fehlerhaften Verarbeitung der Daten im Backend bei Apple. Nichtsdestotrotz ist Siri mein zweitliebstes Feature der Apple Watch. Ich frage sie nach dem Weg, dem morgigen Wetter (für den Fall, dass ich mein Fitness-Ziel auf einem längeren Heimweg erreichen muss), lasse sie einen Timer stellen, wenn ich Brötchen in den Ofen schiebe und Dinge auf meinen Einkaufszettel hinzufügen. Das alles mit einem dezenten „Hey Siri“ wenn ich den Arm hebe.

Benachrichtigungen

Benachrichtigungen des verbundenen Smartphones zu empfangen ist ja eine der Hauptfunktionen einer jeden Smartwatch. Das ist auch eine der nützlichsten Funktionen der Apple Watch. Mittlerweile (erst in den letzten paar Wochen) hat sich die Liste der populärsten Messenger, die die Apple Watch unterstützen, vervollständigt. Direkt auf der Apple Watch Benachrichtigungen, E-Mails, SMS und Kurznachrichten von iMessage, WhatsApp, Facebook Messenger zu beantworten, ist bequem. Es geht sprichwörtlich schneller von der Hand als bei jeder Vibration oder jedem Hinweiston das iPhone aus der Hosentasche zu holen und überhaupt ersteinmal zu überprüfen, welche Benachrichtigung gerade eingegangen ist. Man muss aber ein strenges Regiment führen und darf nicht einfach jede App ihre Mitteilungen ans Handgelenk pushen lassen, da es sonst sehr schnell sehr nervig wird. Weniger ist mehr.

Navigation

Ich nutze die Apple Watch auch zur Fußgänger-Navigation. Besonders nützlich ist die Navigation am Handgelenk wenn es regnet und man sein iPhone nicht andauernd aus der Hosentasche holen, notdürftig abdecken und schnell wieder wegpacken muss. Oder wenn man gerade keine Hand frei hat, um einen Blick auf das iPhone zu werfen. Da die Taptic Engine der Apple Watch zudem spüren lässt, wann man abbiegen muss, muss man nicht einmal auf die Apple Watch schauen. Besonders auf Flugreisen ist die Apple Watch sehr praktisch. Alle Fluglinien, mit denen ich in letzter Zeit zu tun hatte, unterstützen Passbook bzw. „Apple Wallet“, wie es jetzt genannt wird. Darin werden alle Tickets mit allen Reiseinformationen abgelegt und dann auf die Apple Watch gesynct. Ändert sich das Gate, wird man automatisch auf der Apple Watch darüber informiert. Auch das Flugticket in QR-Code-Form ist auf der Apple Watch abgelegt. Am Gate braucht man dann nur die Uhr unter den Scanner halten und kann ohne Papierkram direkt in den Flieger einsteigen.

Navigation mit der Apple Watch

watchOS 2

Mit den neuen Funktionen, die watchOS 2 enthält, hätte die Apple Watch eigentlich ab Tag 1 ausgestattet sein sollen. Denn mit watchOS 2 sind beispielsweise auch native, vollständige Watch-Apps möglich, die ganz ohne verbundenes iPhone funktionieren. GoPro beispielsweise hatte im Rahmen des vergangenen Apple Events eine native GoPro-App für die Apple Watch vorgestellt, die als Echtzeit-Viewfinder für eine verbundene GoPro herhalten kann. Bis Ende dieses oder Anfang nächsten Jahres will GoPro eine neue Version der App veröffentlichen, mit der sich Apple Watch und GoPro direkt ohne iPhone miteinander koppeln lassen. Apps, die nativ auf der Apple Watch funktionieren, sind noch Mangelware und die, die es nicht sind, starten gelegentlich immer noch recht langsam, weil sie alle Daten vom iPhone ziehen müssen. Sehr viel besser geworden ist die Akkulaufzeit der Apple Watch. Zwei Tage ohne Aufladen sind kein Problem mehr. Ich hatte sogar einmal 51 Stunden geschafft, inklusive Schlafrhythmus-Messung. Ich hatte sie also auch nachts getragen. Das ist beeindruckend.

Neue Ziffernblätter

Für's Auge bringt watchOS 2 mehrere Zeitraffer-Ziffernblätter mit, die von der Funktionalität her an das neue Live-Fotos-Feature von iOS 9 erinnern. Diese Zeitraffer-Ziffernblätter wurden jeweils über einen Zeitraum von 24 Stunden an sechs ikonischen Orten auf der ganzen Welt aufgenommen und passen sich automatisch der Tageszeit an.

Einen offiziellen Store für Ziffernblätter gibt es leider noch nicht und dürfte es so bald wohl auch nicht geben, jedoch kann man jetzt auch eigene Fotos als Ziffernblatt-Hintergrund verwenden. Das können einzelne Fotos, Foto-Alben oder auch eigene Ziffernblatt-Designs sein, die man sich entweder selbst erstellt oder aus dem Netz herunterlädt.

Ziffernblatt-Komplikationen von Drittanbietern

Sogenannte Ziffernblatt-Komplikationen sind kleine Zusatzfunktionen für die Ziffernblatter der Apple Watch. Sie erinnern entfernt an Mini-Widgets, die auf sehr begrenztem Raum nützliche Informationen oder Indikatoren direkt auf dem Ziffernblatt anzeigen können. Über so eine Komplikation kann man auch sehr schnell in die jeweilige App wechseln.

watchOS 2 ermöglicht es jetzt auch App-Entwicklern, solche Komplikationen zu integrieren. Dadurch könnte man beispielsweise direkt vom Ziffernblatt aus mit einem Fingertipp das Licht im Wohnzimmer einschalten.

Time Travel

Mit „Time Travel“ kann man durch drehen der digitalen Krone virtuell durch die Zeit reisen. So kann man beispielsweise sehen, welche Termine als Nächstes anstehen oder wie das Wetter in zwei Stunden sein wird – eine Wetter-Komplikation vorausgesetzt.

Mehrfarbige Zeichnungen

watchos 2 ermöglicht es jetzt auch mehrfarbige Zeichnungen, sogenannte Sketches, an andere Apple-Watch-Träger zu senden. Es ist ein tolles Feature, aber wie bereits zuvor geschrieben, fehlt es an Empfängern.

Apple Watch Zeichnungen

Facetime Audio und WiFi-Calling

WiFi-Calling ist bisher eigentlich nur in den USA verfügbar, da Kooperationen mit Mobilfunkanbietern vorausgesetzt werden. Auch sind hierzulande die Mobilfunknetze (noch) gut genug, um nicht auf WiFi für Mobilfunk-Telefonate ausweichen zu müssen. Audio-Telefonate über Facetime sind mit watchOS 2 auch direkt auf der Apple Watch möglich. Wer also seinen Knight Industries 2000 über seine Apple Watch anrufen will, kann dies jetzt tun.

Apple Watch Facetime Audio

Fazit

Die Apple Watch steht vor derselben Herausforderung wie das erste iPhone vor rund acht Jahren. Sie muss sich behaupten und die Masse überzeugen. Auch das erste iPhone 2007 überzeugte zunächst nicht viele. Es war zu teuer, unterstützte nur EDGE, als jedes andere Gerät bereits über 3G funkte. Auch die Kamera, die Steve Jobs eigentlich gar nicht verbauen wollte (bevor man eine schlechte Kamera verbaut, lieber gar keine), war enttäuschend. Reviews waren durchwachsen. Ich war ehrlich gesagt auch nicht überzeugt vom ersten iPhone. Das änderte sich aber, als ich ein iPhone 2G 4GB in Händen hielt und es ausprobierte, denn das iPhone war mehr als nur Zahlen auf der Spezifikationen-Liste.

Diese Apple Watch stellt die erste Generation dar. Sie ist nicht perfekt. Sie wird auch nicht besser, je mehr Apps man installiert. Das Gegenteil ist der Fall.

Es finden sich noch genügend Kanten, die Apple abschleifen muss. Ist diese erste Apple Watch deswegen ein schlechtes Produkt oder eine schlechte Smartwatch? Nein. Sie kann für einen funktionieren, so wie sie es auch für mich tut. Man muss sich aber auf sie einlassen und sie nicht als Gimmick oder Mini-iPhone-fürs-Handgelenk abstempeln.

Sie ist ein Luxus-Gegenstand und (noch) kein Must-Have. Für mich ist sie ein nützlicher Begleiter und ich möchte sie nicht mehr missen.

Weitere Themen: watchOS 2, watchOS 3, Apple Watch Special Event 9. März 2015 – Liveblog, Apple Special Event Oktober 2014