Audiofly Revel: AirPlay-Alternative im Test (mit Verlosung)

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GIGA-Wertung:
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Kabellose Ton-Übertragung geht nicht einfacher, als mit AirPlay. Oder? Der deutsche Hersteller Audiofly hat es sich zur Aufgabe gemacht, Audio-Streaming noch besser und noch einfacher zu machen. Ob es ihm gelingt, haben wir getestet.

Audiofly Revel: AirPlay-Alternative im Test (mit Verlosung)

Audiofly bietet derzeit verschiedene Systeme an, mit denen ihr Ton aus Musik oder Film drahtlos zu Stereo-Anlage oder Aktiv-Boxen übertragen könnt. Die Hardware besteht aus Sender plus Empfänger. Ein vierzigköpfiges internationales Ingenieursteam entwickelt das System zum Teil in Deutschland und Audiofly fertigt sämtliche Empfänger selbst vor Ort.

Eine Sender, sie alle zu bespielen

Der Sender wird an iPhone, iPad oder iPod geklemmt — die Liste kompatibler Apple-Geräte ist lang. Ein zweiter USB-Sender steht für Mac oder PC zur Verfügung. Jeder dieser Sender kann bis zu vier Empfänger gleichzeitig und synchron ansteuern. Also auch für Multiroom-Setups gut geeignet.

Als Empfänger dient eine kleine, schwarze Aluminium-Box von der Größe etwa zweier Zigarettenschachteln. Vorne ein Knopf zum Umschalten zwischen mehreren Sendern, hinten zwei Anschlüsse — Analog-Audio und Strom, eine Antenne. Es gibt auch eine Empfängerbox mit zusätzlichen digitalen Anschlüssen (Coaxial und Lichtleiter/Toslink). Das war’s. Keine Apps, keine sonstige Software, keine Treiber.

Besser als AirPlay — wie geht das?

So, aber wie läuft das jetzt, einfacher und besser als mit AirPlay? Das sind schließlich große Worte, muss man doch immerhin ein zusätzliches Teil mit dem iPhone verbinden und dann auch noch irgendwelche Zigarrenkisten mit Aktivboxen oder einer Stereoanlage.

Tatsächlich ist es damit aber getan. Und es genügt eine beliebige Anlage — kein AirPlay-fähiges Abspielgerät oder besondere Adapter nötig. Cinch-, beziehungsweise bei der digitalen Variante Coaxial- oder optisches Kabel sorgen für Kompatibilität mit so ziemlich allem, was Ton ausgibt. Außerdem ist nicht unbedingt ein Apple-Rechner erforderlich.

Die Qualität der Übertragung ist dabei sehr gut. Musik wird in CD-Qualität wiedergegeben (16 Bit bei 48 kHz) und die Verbindung ist schnell genug, dass auch Film-Sound lippensynchron abgespielt wird.

Der USB-Dongle funktioniert auch am PC. Zudem arbeitet Audiofly bereits an einem Sender mit Micro-USB-Anschluss für viele Android-Smartphones. Christoph Grundig von Audiofly erklärte uns, dass die Hardware den USB-Host-Modus unterstützen müsse — was in jedem Fall auf allen Samsung-Geräten ab dem Galaxy S2 der Fall sei. Eine Kompatibilitätsliste wird folgen, kurz bevor der neue Adapter auf den Markt kommt.

Audiofly vor AirPlay: Einfacher, verlässlicher

Ich hatte mit AirPlay nie große Freude. Die Übertragung erfolgt mittels herkömmlicher WLAN-Technologie. Das führt in meiner Altbauwohnung, in der die Luft schwanger mit Wi-Fi-Netzen ist, dazu, dass statt Freude nur Frust aufkommt. Ständig ruckelt und stockt es. Bluetooth funktioniert etwas besser, aber auch nicht mehr, sobald ich im nächsten Raum bin.

Im Test mit einem iPhone und dem iRevel-Dongle konnte ich mich bis in die letzte Ecke entfernen, ohne dass der Klang abriss. Zwischen Audiofly-Sender und -Empfänger waren zu diesem Zeitpunkt bereits 30 Zentimeter festes Mauerwerk. AirPlay: 0, Audiofly: 1.

Das gleiche gilt übrigens für den Mac. USB-Dongle anschließen, FLAC-Datei abspielen, über kristallklaren Ton freuen. Das einzige, was man hier eventuell tun muss, ist in den Einstellungen den Audio-Ausgang umstellen. Dazu in den Systemeinstellungen auf Ton und unter Ausgabe den Eintrag SKAA Transmitter wählen.

Audiofly vs. AirPlay: Technische Details

Wie schön, wenn man etwas haben kann, das einfach funktioniert. Trifft das auf AirPlay nicht zwingend immer zu (siehe oben), kann ich das für Audiofly nur bekräftigen. Warum das so ist? Ok, ein klein wenig technisches Gebrabbel für alle, die es interessiert:

Audiofly funkt auf der 2,4-GHz-Bandbreite. Es tut dies allerdings so, dass deutlich weniger „Platz“ auf dem Band in Anspruch genommen wird. Während WLANs etwa ein Drittel des Bandes beansprucht, benötigt ein Audiofly-System nur ein Zehntel.

Außerdem erkennt es, wo bereits zu viel „Verkehr“ ist, und passt die jeweils genutzten Bereiche dynamisch an. Das ganze nennt sich dann adaptives Frequenzhopping. Das ganze passiert 180 Mal pro Sekunde und auf diese Weise bleiben immer nur 2 MHz belegt, und zwar jeweils die „freiesten“.

Audiofly vs. AirPlay: Die Preisfrage

So, nun also noch einmal ans Eingemachte: Der Preis. AirPlay ist zunächst einmal nicht kostenlos. Schließlich benötigt man meist noch kompatible Hardware als Empfänger. Dies kann eine Stereoanlage oder ein Aktivlautsprecher mit AirPlay-Funktionalität sein. Aber auch ein Mac oder ein Apple TV kann als Empfänger dienen.

Das Apple TV kostet 109 Euro. Ein Set aus iRevel-Sender fürs iPhone (oder wahlweise dem USB-Sender für PC/Mac) und einem Empfänger mit zwei Cinch-Anschlüssen liegt derzeit bei 298 Euro. Hat man kurz geschluckt, ist das noch immer vergleichsweise viel. Man zahlt also quasi für die letzten 5 Prozent Komfort, die AirPlay gegebenenfalls fehlen, einiges an Aufpreis.

Doch eine neue Preisstruktur bei den Audiofly-Produkten ist bereits in Sicht: Ab dem 31.07.2013 gelten neue Preise.

Ein Analog-Starterset, bestehend aus einem Sender (iPhone oder Computer) und einem Empfänger mit Stereo-Cinch sowie dem nötigen Zubehör gibt es dann für 198 Euro. Die digitale Version des Empfängers, mit Coaxial- und Toslink-Anschluss, lässt den Preis des Sets auf 258 Euro klettern. Einzelne Sender kann man für je 69 Euro dazukaufen.

Außerdem kommt bald das Revel L!ve, ein Ladekabel, mit dem iPhone, iPad und iPod geladen

werden können während der Sender im Dock-Anschluss steckt — sehr praktisch!

Das Dongle am iPhone-Dock ist aktuell nur in der 30-Pin-Version erhältlich. Bis Ende des Jahres will der Hersteller auch einen Lightning-Adapter vorstellen. Bis dahin funktioniert der Dongle aber auch mit Apples Dock-auf-Lightning-Adapter.

Audiofly: Fazit

Ich bin von dem System Audiofly sehr angetan. So einfach habe ich noch nie Musik kabellos übertragen, ohne dabei erhebliche Qualitätseinbußen in Kauf nehmen zu müssen. Keine Software, fast keine Einstellungen, einfach loslegen.

Besonders für alle, deren WLAN nicht für AirPlay geeignet ist eine feine Sache. Was bleibt, ist ein Wermutstropfen: Noch ist das System recht teuer. Die Preissenkungen Ende des Monats lindern den Schmerz zwar schon erheblich — trotzdem bleibt AirPlay günstiger, wenn man bereits ein iOS-Gerät oder einen Mac besitzt.

Doch ist dies gleichzeitig auch einer der größten Nachteile. Apples Streaming-Lösung funktioniert von Haus aus nur auf Apple-Produkten. Als Quelle kommt ein PC also ohne weiteres nicht in Frage. Android-Geräte schon gar nicht. Das ist bei Audiofly anders oder ändert sich bald.

Ist all dies nun aber den Preis wert? Ich sage: Ja. Audiofly bietet eine hervorragende Streaming-Technologie ganz ohne Frust. Das ist eine Investition in ruhigen Hörgenuss für einige Jahre.

Vorteile

+ Sehr gute Tonqualität (CD, 16 Bit, 48 kHz)
+ Sehr einfache Bedienung
+ Nicht von WLAN-Qualität abhängig, gute Reichweite

Nachteile
- Recht hoher Preis, wird bald etwas günstiger

So, weil ihr so artig wart und alles fein gelesen habt, gibt es eine Belohnung: Wir verlosen zwei Audiofly Revel-Startersets!

Set 1: Ein Empfänger (mit digitalen Anschlüssen) inkl. USB-Sender für Mac und PC

Set 2: Ein Empfänger (mit analogen Anschlüssen) inkl. Sender für 30-Pin-Dockanschlüsse

Bitte schreibt in den Kommentar, mit dem ihr am Gewinnspiel teilnehmt, welches Set ihr bevorzugt.

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