Zu gefährlich: Tonnenweise Fidget Spinner beschlagnahmt

Johann Philipp

Der Zoll hat am Frankfurter Flughafen 35 Tonnen der beliebten Fidget Spinner sichergestellt. Mehr als eine Million der beliebten Handkreisel müssen jetzt vernichtet werden.

29.208
Was ist ein Fidget Spinner?

Fidget Spinner sind kleine Kreisel, die man zwischen Zeigefinger und Daumen legt, dort rotieren lässt und Tricks übt. Die bunten Drehschreiben sind aktuell vor allem bei Jugendlichen schwer beliebt und werden in unzähligen Varianten angeboten. Mehrere Pakete mit insgesamt einer Million Kreiseln wurden nun am Frankfurter Flughafen gestoppt, weil die Zollkontrolleure Sicherheitsmängel feststellten.

Kleinteile fielen von alleine ab

Aus den beschlagnahmten Kreiseln konnte man die LED-Lichter so leicht herauslösen, dass sie verschluckt werden könnten. Bei einigen Modellen sei zwar vorgesehen, dass man die Lichter wechseln kann, die Teile müssen jedoch einem gewissen Druck standhalten. Diese Fidget Spinner sind dagegen vollkommen in Ordnung:

Die 7 verrücktesten Fidget Spinner auf Amazon und Co.

Kennzeichnung fehlte

Zusätzlich fehlte die von der EU vorgeschriebene CE-Kennzeichnung auf den Produkten. Es gab auch keine Hinweise auf Firmen oder Personen, die für das Produkt verantwortlich sind, weder auf der Verpackung noch auf dem Spielzeug selbst. Der Zoll bemängelte außerdem, dass es keine nähere Modellnummer und Bedienungsanleitung gab. Gerade auf letzteres können wohl viele Fans getrost verzichten.

Idee kommt aus den USA

Hinter der Idee zu den kleinen Kreiseln steckt allerdings eine traurige Geschichte: Die heute 62-jährige Catherine Hettinger leidet an einer Krankheit, die ihre Muskeln schwächt. Sie konnte nicht mehr mit ihrer Tochter spielen und suchte nach Alternativen. Schließlich entwickelte sie den ersten Fidget Spinner. Sie meldete ein Patent an und stellte ihre Erfindung auch den großen Spielzeugherstellern vor. Doch die hatten kein Interesse.

Als der Hype dann aufkam, musste Hettinger das Patent erneuern: 400 US-Dollar hätte die Verlängerung gekostet. Nur dafür hatte sie kein Geld. Obwohl sich die Hersteller vor Bestellungen kaum retten können, bekommt die Erfinderin des ganzen Trends keinen Cent. Sie lebt heute in Armut. Das es jetzt schon gefährliche Fake-Spinner aus China gibt, dürfte ihr auch nicht gefallen.

Mittlerweile ist der Hype in Deutschland am abflauen, wie unsere Analyse der Google-Trends-Zahlen zeigt.

Quelle: FAZ

Neue Artikel von GIGA TECH