Garmin HUD: Wie Iron Man am Steuer

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Iron Man lässt sich in seinem Helm alle möglichen Informationen und Hinweise anzeigen. Genau so funktioniert auch das Garmin HUD. So ähnlich. Na ja, eigentlich fast gar nicht so, wie bei Iron Man, aber doch ziemlich gut! Wir haben es getestet.

Garmin HUD: Wie Iron Man am Steuer

Tatsächlich denkt man beim Anblick der Anzeige des Garmin HUD, oder „Head-Up-Display“, nicht gerade an futuristische Superhelden. Es erinnert an Navigationssysteme aus grauer Vorzeit. Rudimentäre Pfeildarstellung, segmentierte Ziffern scheinen einem alten Videorekorder entnommen. Doch man sollte sich vom ersten Eindruck nicht täuschen lassen.

Head-Up-Display: Nicht zu dick aufgetragen

Fest verbaute HUDs sind noch nicht sehr weit verbreitet. Einige Hersteller, BMW, Saab, Audi, Volvo oder Toyota haben sie bereits gegen Aufpreis oder als Teil von Ausstattungspaketen im Angebot. Da vermutlich aber die meisten von euch nachrüsten müssten, seid ihr auf externe Zubehörteile angewiesen.

 

 

Der kleine Bruder von Jarvis, Iron Mans Computer-Assistenten, ist kompakt, vielfach drehbar und passt sich dank klebriger, flexibler Basis auch gut an schiefe Armaturenbretter an. Aber: Kann man überhaupt erkennen, was da an die Windschutzscheibe gestrahlt wird?

Schließlich schaffen diverse mit ähnlichen Ambitionen es ziemlich erfolgreich, haufenweise Unfälle zu verursachen, weil der Fahrer konzentriert auf das verwaschene, viel zu helle Bild auf seiner Scheibe starrt und dem Vordermann einen neuen Stoßfänger spendiert.

Gute Sicht: Wichtige Informationen schnell im Blick

Aber Garmin hat mit einem transparenten Kunststoffschirm dafür gesorgt, dass man gut erkennt, wo man als nächstes abbiegen muss. Wahlweise gibt es eine spezielle Folie, die an der Windschutzscheibe haftet und so den Schirm überflüssig macht. Außerdem ist man so mit der Positionierung der Reflektion noch etwas flexibler. Andererseits ist sie für die Verwendung des HUD in mehreren Fahrzeugen weniger geeignet.

Nun aber zu dem, was der eigentliche Zweck des HUD ist: Navigationsinfos anzeigen. Diese bezieht das Ding aus einem Smartphone, auf dem entweder die Navigon- oder die Garmin-App läuft — davon gibt es Varianten für Android, iOS und Windows Phone. Einmal mittels Bluetooth-Pairing die Verbindung herstellen, das war’s. Fortan spielt die App, wenn sie gestartet ist, die nötigen Infos an das HUD.

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Dass die Navigon App im Test für Verwirrung gesorgt hat, weil sie über einen kurzen Telefonanruf (!) die Anweisungen ans Audiosystem des Fahrzeugs übermittelt, tut den Vorteilen des Garmin HUD keinen Abbruch. Eingehende und ausgehende „echte Anrufe“ haben weiterhin Priorität. Außerdem kann man in den Einstellungen bestimmen, dass die App die Ansagen über das Smartphone ausgibt.

Die Darstellung im Head-Up-Display ist zwar nicht hochauflösend oder sonderlich vielfältig — sie zeigt aber alles, was man zwischendurch wissen muss. Wie lange noch bis zur nächsten Biege? In welche Richtung geht’s dann? Welche Spur soll ich nehmen? Wie schnell fahre ich gerade in Relation zum Tempolimit? Wie lange noch bis zum Ziel?

Wunderbar, mehr will ich beim schnellen Fokus-Wechsel vom vorausfahrenden Fahrzeug auf das HUD gar nicht wissen.

Fazit

Ich kann das Garmin HUD nur jedem ans Herz legen, der häufig mit einem Navi-App auf dem Smartphone unterwegs ist. Es funktioniert, wie es soll, zeigt deutlich, was Sache ist und wackelt auch in Kurven nicht einfach davon. Allerdings bedeutet die notwendige Verbindung zur 12V-Steckdose auch, dass ein weiteres Kabel durch das Cockpit geistert. Ein Akku ist nämlich aus Platz- und Leistungsgründen nicht vorhanden.

Zudem funktioniert es nur mit Navigations-Apps. Herkömmliche Navigationsgeräte können mit dem HUD nichts anfangen.

Garmin wird das Teil zur IFA vorstellen und Anfang September auf den Markt bringen. Dort wird es dann (zunächst ausschließlich) im gut sortierten Telekom-Shop sowie bei „ausgewählten Partnern“ für 149 Euro erhältlich sein.

Hinzu kommt der Preis für die kompatiblen Apps – je nach Betriebssystem zwischen 60 und 90 Euro. Als Beispiel: Die iPhone-User unter euch zahlen für die Kombination Garmin HUD und Navigon EU 10 (inklusive Deutschland-Karten) also 224 Euro. Günstiger geht es für Telekom-Kunden mit der  (kostenlos). Android-Anwender kommen mit insgesamt 209 Euro (inklusive Navigon Europe) hin, oder ebenfalls günstiger mit der kostenlosen Sonderedition für Telekom-Kunden.

Vorteile
+ Sichereres Navigieren
+ Saubere Darstellung dank Spezialfolie
+ Unkomplizierte Verbindung mit Smartphone

Nachteile
- Ein weiteres Kabel im Fahrzeug
- Erfordert ggf. weitere Ausgaben für Navi-Apps


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