Google Home vs. Amazon Echo: Die smarten Lautsprecher im Vergleich

Marco Di Lorenzo
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Zuletzt hat Google seinen Home-Lautsprecher mit integriertem Assistenten vorgestellt. Bei der Präsentation wirkte das Gerät beinahe wie eine 1:1-Kopie von Amazon Echo. Wir verraten euch, welche Features schließlich doch einen Unterschied machen und helfen euch bei der Kaufentscheidung.

Google Home vs. Amazon Echo: Die smarten Lautsprecher im Vergleich

Technisch sind Google Home und Amazon Echo kabellose, omnidirektionale (also rundum) Lautsprecher. Beide Unternehmen integrieren aber ihre sprachgesteuerten und intelligenten Assistenten: Bei Google trägt dieser den simplen Namen Assistant, bei Amazon nennt sich dieser Alexa. Sie lernen immer weiter dazu, können Fragen beantworten, Aufgaben für den Nutzer erledigen oder andere Geräte steuern. Klar ist: Beide Unternehmen wollen euch in ihr Universum ziehen und setzen dort vorrangig auf eigenen Services. Amazon hat den Startvorteil, Google die wesentlich größere Infrastruktur.

Support von 3rd-Party-Services und Produkten

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Was unterstütze Dienste und Services anderer Anbieter betrifft, hat Amazon definitiv die Nase vorne. Obwohl deren Echo Lautsprecher hierzulande erst kürzlich Premiere gefeiert kann, ist es Alexa bereits möglich ein mytaxi zu bestellen, Auskünfte über Fahrpläne der Deutschen Bahn zu geben, ein Rezept von Chefkoch.de anzuleiten oder die aktuellen Nachrichten der Tagesschau zu präsentieren. Auch bei der Smart-Home-Steuerung kooperiert Amazon mit einer Vielzahl an Partnern, darunter auch mit den deutschen Herstellern Qivicon und Tado. Google kommuniziert aktuell nur mit den Nest-Geräten, Philips Hue und Samsung SmartThings. Das könnte sich über die Zeit aber natürlich ändern.

Nest Thermostat mit Hand

Für den Fall, dass Spracherkennung nicht funktioniert oder gewünscht ist...

... haben beide Geräte auch physische Bedienelemente. Über den Ring auf Amazons Echo Speaker lässt sich die Lautstärke regeln. Zusätzlich gibt es zwei Buttons – einen um das Gerät aufzuwecken und Wecksignale abzustellen, den anderen um alle Mikrophone und somit die ständige Spracherkennung zu deaktivieren. So ein Mute-Knopf ist auch am Home-Lautsprecher vorhanden. Zusätzlich verbaut Google auf der Oberseite auch ein Touchpad: Darüber könnt ihr verschiedene Eingaben vornehmen, etwa die Lautstärke regeln und den Assistenten aktivieren.

Google-Home

Musikstreaming: Jeder Anbieter bevorzugt seine Plattform

Wenn ihr dem smarten Speaker den simplen Befehl gebt, einen Song abzuspielen, ist es klar, dass jeder Anbieter zu allererst seine eigene Plattform bevorzugt. Der Echo würde somit die Prime Music Bibliothek durchsuchen während der Home standardmäßig auf Google Play Music zugreift. Beide unterstützen aber auch alle anderen gängigen Streaminganbieter wie Spotifiy, Pandora, TuneIn und Co. In den USA können YouTube Red Kunden mit Google Home auch Songs von YouTube Music abspielen lassen.

Natürlich lassen sich beide Geräte auch als ganz normale Wireless-Lautsprecher mit dem Smartphone koppeln. Während Echo hierfür lediglich eine Bluetooth-Verbindung herstellt, kann Google Home als Chromecast-Empfänger von jeder Quelle angesteuert werden, die dieses Protokoll ebenfalls nutzt.

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In unterstützten Apps genügt es, auf das Chromecast-Symbol zu tippen, um Audio über den Speaker wiederzugeben.Das funktioniert übrigens auch in die andere Richtung: Hat man seine High-End-Stereoanlagen beispielsweise an einen Chromecast Audio angeschlossen, kann man Home den Befehl geben, darüber Musik abzuspielen.

Bei Amazon lässt sich nur der kleine Echo Dot mit bereits bestehenden Soundanlagen verbinden. Hat man mehrere Echos oder Echo Dots in seiner Wohnung platziert, soll mit einem neuen Update nun endlich nur noch der nächste auf Sprachbefehle reagieren. Ansonsten kommunizieren die Amazon Geräte aber kaum untereinander – ganz im Gegensatz zu Google Home, denn damit ist sogar Multi-Room-Audio möglich: Derselbe Song lässt sich entweder synchron über alle Home-Speaker (und andere Chromecast-Empfänger) streamen, oder aber jeder Raum kann mit anderer Musik beschallt werden.

Amazon Echo und Echo Dot_05

Google hat den intelligenteren, Amazon den menschlicheren Assistenten

Bei der Präsentation von Google Home wurde der Assistant nach dem richtigen Namen der Sängerin Adele gefragt. Im Anschluss wollte der Präsentator noch wissen, wie viele Grammies sie denn schon gewonnen hätte. Anhand der vorherigen Frage wusste die künstliche Intelligenz sofort, dass Adele gemeint sei. Der Assistant kann somit Sprachbefehle verbinden und in ersten Ansätzen den Kontext einer Konversation verstehen. Google greift zudem auf eine eigene riesige und bereits vorhandene Infrastruktur zurück: Such-Engine, Google Now aber auch Maps-, Kalender- und Mail-Plattformen füttern den Assistenten mit Informationen. So lässt sich auch ein Song abspielen, von dem man nur ein paar Infos, nicht aber dessen Titel kennt. Ein Morning-Brief kann euch eine schnelle Zusammenfassung über Wetter, Verkehrslage am Weg zur Arbeit und anstehende Termine geben.

Google Pixel Assistant

Künftige Pixel-Besitzer können die Informationen genauso über ihr Smartphone abrufen oder aber darauf übertragen lassen – damit sind Wegbeschreibungen oder die zu Hause diktierte Einkaufsliste auch direkt von unterwegs abrufbereit. Der Google Assistant könnte schließlich auch für andere Android-Smartphones ausgerollt werden.

Amazons Assistent Alexa erkennt kaum Zusammenhänge und scheint weniger auf künstlicher Intelligenz als auf vorprogrammierten Antwortschemata zu basieren. Dafür wirkt er um einiges menschlicher. Amazon hat auch bei der Präsentation seiner Echo Lautsprecher für Deutschland betont, sehr hart an einer natürlichen Aussprache gearbeitet zu haben. Der leuchtende Ring auf der Oberseite visualisiert die Sprachausgabe und auch sonst wirkt Alexa lebendiger, charmanter und ist gespickt mit kleinen, zum Teil versteckten Extras wie Witzen oder Mini-Games.

Amazon Echo

Google Home und Amazon Echo: Verbaute Hardware, Preise und Verfügbarkeit

Sowohl Amazon als auch Google geben an, dass ihre Lautsprecher Far-Field fähig sind, also Sprachkommandos auch aus einiger Entfernung gut erkennen können. Echo verwendet speziell Softwarealgorithmen um Nebengeräusche herauszufiltern. Dazu wurden auch sieben Mikrofone rund um den Speaker integriert. Google verbaut lediglich zwei Mikrofone. Über das eingesetzte Lautsprechersystem beim Home ist noch weniger bekannt.

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Amazon gibt an, im Echo einen 2,5-Zoll-Subwoofer und einen 2-Zoll-Tweeter verbaut zu haben. Der Sound soll in einem 360-Grad-Winkel abstrahlen – ein Feature, das beim Google Home zumindest nicht beworben wurde.

Der Amazon Echo ist in Deutschland ab dem 26. Oktober 2016 zu einem Preis von knapp 180 Euro zu haben. Zudem gibt es die kleinen Echo Dots, die wie erwähnt, an eine bereits existierende Soundanlage angeschlossen werden und Alexa in jeden Raum der Wohnung bringen können. Der Einzelpreis liegt bei knapp 60 Euro – Amazon bietet ab 6 bzw. 12 Stück Mengenrabatte an.

Amazon-Echo-Specs

Zumindest in den USA unterbietet der Google Home den Echo deutlich mit einem Preis von knapp 130 US-Dollar. Für Deutschland sind weder Preis noch ein genaues Releasdatum bekannt gegeben worden, der Speaker dürfte aber im Frühjahr 2017 auch zu uns kommen. Farblich lässt sich der Lautsprecher durch wechselbare Schalen in den Farben Mango, Marine, Violet, Carbon, Snow und Kupfer anpassen.

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Fazit: Google Home vs. Amazon Echo

Wie sich die beiden Geräte im direkten Duell schlagen, muss uns erst ein genauer Test zeigen. Klar ist, dass Google Amazons Echo frontal attackiert, das zeigt sich schon am weit günstigeren Preis des Home. Auf lange Sicht hat Google mit Sicherheit auch die besseren Voraussetzungen und die nötige Infrastruktur, um deren Assistant wesentlich intelligenter zu machen, als es Amazon mit Alexa schaffen könnte.

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Während für den Speaker aber noch kein klarer Deutschland-Release steht, hat im Moment definitiv Amazon im Rennen die Nase vorne: Dass der Echo Deutsch beherrscht, wurde bereits eindrucksvoll bewiesen und er unterstützt eine weit größere Bandbreite an Services und vor allem Smart-Home-Devices, die komfortabel per Sprachsteuerung bedient werden können. Bis Google an diesem Punkt ist, wird es sicher noch einige Zeit dauern.

Die künstliche Intelligenz ist noch ganz am Anfang der Entwicklung. Jetzt erst sind die Spracherkennung und die Voraussetzungen für solche Assistenten erst möglich und werden mit der Zeit natürlich rapide ausgebaut. Google aber auch Amazon werden alles dafür tun, die Technologie so schnell wie nur möglich weiterzuentwickeln. Die vorhandenen Geräte könnten mit der Zeit also viele neue Funktionen lernen.

Quellen: Cnet, Forbes, Google,

Video: Amazon Echo Hands-On – Alexa spricht Deutsch

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Amazon Echo im Hands-On: So klingt die deutsche Stimme

 

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