Newer Technology miniStack Max im Test: Blu-ray-Power für den Mac

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Blu-ray und Mac — das ist so eine Sache. Apple macht keinen Finger krumm, um die hochauflösenden Scheiben zu unterstützen. Wir testen das miniStack MAX von Newer Technology und stellen fest: Blu-ray und Mac — das geht doch.

Newer Technology miniStack Max im Test: Blu-ray-Power für den Mac

Blu-ray und Mac — Beziehungsstatus: „Es ist kompliziert“

Zunächst ein paar Worte zum Thema Blu-rays und Mac. Man muss unterscheiden zwischen Blu-rays mit Filmen und solchen, auf denen sonstige Daten gespeichert sind. Beide werden von OS X grundsätzlich behandelt, wie andere Medien auch. Der Finder zeigt sie an und wir können die Dateien herunterkopieren.

Leere Blu-rays mit bis zu 50 GB Kapazität kann man darüber hinaus im Finder mithilfe des systemeigenen Brenners befüllen, entsprechende Hardware vorausgesetzt. Unser miniStack Max verfügt über einen Blu-ray-Brenner von Panasonic mit Dual-Layer-Unterstützung (UJ265), es gibt aber auch Modelle nur mit Lesefunktion oder ganz ohne Laufwerk.

Bei Film-Scheiben gilt jedoch die Besonderheit, dass sie aufgrund ihrer Kopierschutzmaßnahmen nicht ohne Weiteres direkt am Mac abgespielt werden können. Apple hat sich bislang stur geweigert, Blu-ray-Wiedergabe unter OS X zu unterstützen. Auch der VLC-Player streicht die Segel (in meinem Fall sogar mit der extra dafür entwickelten Blu-ray-Library, aber einen Versuch ist es wert). Statt dessen muss man zu anderen, meist kostenpflichtigen Programmen greifen. Zum Brennen von Blu-ray-Filmen wird ebenfalls weitere Software benötigt, zum Beispiel Roxio Toast Titanium.

Wir weisen an dieser Stelle darauf hin, dass das Umgehen von Kopierschutzmaßnahmen auch im Rahmen „privater Sicherheitskopien“ gegen § 95a des Urheberrechtsgesetzes verstößt und empfehlen daher dringend, von solchen Handlungen abzusehen!

Wie es der Zufall will, gibt es gerade den „Mac Blu-ray Player“, ein Programm zum direkten Abspielen von Blu-rays, als Teil eines Mac-Bundles bei Stacksocial.com. Einfach einen Preis und eine wohltätige Organisation bestimmen, an die 10 Prozent des Erlöses gespendet werden sollen.

Nun sind wir also bestens vorbereitet für den Blu-ray-Genuss, in unserem Fall an einem Mac mini. Seinen Zweitjob als Mediacenter im Wohnzimmer hat er noch nicht aufgegeben und so ist die Erweiterung um den miniStack Max ein logischer Schritt.

miniStack Max: Design und Verarbeitung

Der miniStack Max ist im Look des Mac mini gehalten. Dass es sich dabei um die Variante des mini handelt, die bis zum Jahr 2009 gebaut wurde, ist nicht weiter tragisch falsch. (Update: Tatsächlich stimmt die Grundfläche mit dem aktuellen Modell überein, es wurde sich also am 2010′er Mac mini orientiert!) Auch unter einem aktuellen Modell von Apples Kleinstem macht er sich noch recht gut, verdreifacht aber die Einbauhöhe.

Das Metallgehäuse ist robust und angenehm dezent gestaltet. Nur ein kleines Logo und der SD-Steckplatz deuten darauf hin, dass Urheber Newer Technology ist, nicht Apple. Die Oberseite ist zudem mit schwarzem statt weißem Kunststoff verkleidet.

Steckervielfalt und clevere Hardware

Die Verbindung zum Mac kann über verschiedene Kabel hergestellt werden. Dazu verfügt der miniStack Max über eine ganze Reihe von Anschlüssen auf der Rückseite. Wo Andere externe Blu-ray-Player meist nur einen USB-3.0-Port vorweisen können, glänzt das Gerät von Newer Technology mit eSata, zwei Mal FireWire 800 und gleich vier USB-Ports, drei davon mit 3.0-Datenrate. Der vierte spuckt genug Ampère aus, um ein iPad daran aufzuladen.

Außerdem denkt das Gerät mit: Verkabelt man gleich mehrfach, wird die schnellste Verbindung immer für die Festplatte genutzt. Das heißt: Verbindet man den miniStack Max über zwei Kabel mit dem Mac mini, zum Beispiel USB 3.0 (5 Gigabit/s) und FireWire 800 (800 Mbit/s), wird das schnellere für die Festplatte genutzt, das langsamere für Blu-ray/SD-Karten-Leser. Der miniStack Max fungiert nämlich auch noch als externes Gehäuse für 3,5-Zoll-HDDs bis 4 Terabyte. Wer einen speziellen Einbaurahmen nutzt, kann auch 2,5-Zoll-Platten verwenden.

Neben Blu-ray-Laufwerk und Festplatte greift man vom Mac außerdem auf einen SD-Karten-Steckplatz zu. Allerdings sollte man beachten, dass eine FireWire-Verbindung allein nur für den Zugriff auf die externe Festplatte genügt — eine USB- oder eSATA-Verbindung muss sein, will man auch auf Blu-ray-Laufwerk oder SD-Karte zugreifen.

Funktionen: Schauen und Brennen

Problemlos lief der Betrieb als Blu-ray-Player mit verschiedenen Filmen. Dank der gleichnamigen Anwendung aus dem gerade angebotenen Mac-Bundle von Stacksocial klappt das sogar direkt und ohne Zwischenschritte oder Windows-Partition.

Als Blu-ray-Brenner kann der miniStack Max natürlich auch DVDs und CDs beschreiben und wiedergeben. Ein Allrounder also, der mit allem zurecht kommt, was die heimische Video- und Musiksammlung zu bieten hat. Darüber hinaus natürlich auch mit Fotos und Videos und digitaler Musik direkt von der Festplatte. Eine gute Möglichkeit also, die Musikbibliothek auszulagern und auf der Systemfestplatte ein wenig Platz freizuschaufeln.

Das mitgelieferte Software-Paket ist übliches Mittelmaß. Es besteht aus der Gratis-Version von CarbonCopyCloner, einem Backup-Programm von Prosoft sowie den SpeedTools von intech. Abgesehen von dem letztgenannten haben die Programme durchaus ihre Vorteile und ergänzen Time Machine um ein paar praktische Optionen. Defragmentierung ist auf Macs nur in sehr seltenen Fällen nötig und die übrigen Funktionen erledigt das Festplattendienstprogramm unter OS X selbst.

Fazit: Gute Ergänzung zum Mac als HTPC

Mit dem miniStack Max kann man das heimische Wohnzimmer gut um einen Blu-ray-Player/-Brenner mit integrierter Festplatte erweitern. Besonders gewinnen dadurch diejenigen neueren Macs, die ohne eigenes SuperDrive-Laufwerk auskommen. Alle möglichen Medien können so zentral gespeichert und zur Verfügung gestellt werden. Außerdem lässt man nötigenfalls direkt von Festplatte oder DVD booten. Der eingebaute Lüfter ist akustisch unauffällig.

Es gibt aber zwei Einschränkungen: Erstens benötigt man für den direkten Genuss von Blu-ray-Filmen auf dem Mac weitere Software.

Zweitens verfügt der miniStack Max über keinerlei Möglichkeiten zur Einbindung in ein Heimnetzwerk. Alles, was an Medien aus dem Gehäuse purzelt, bleibt also erst einmal dem Computer vorbehalten, an den es angeschlossen ist.

Auch eine Verbindung mit Routern mit NAS-Funktionen empfehlen weder Händler noch Hersteller — da bleibt nur das Streamen über den Mac ins lokale Netzwerk.

Newertech vertreibt den miniStack Max in drei Varianten (mit Blu-ray-Brenner, mit Blu-ray-Player und ganz ohne Laufwerk) über die Apfelklinik. Dort bekommt man die Modelle für 290, 230, beziehungsweise 160 Euro. Eine Festplatte fehlt bei allen drei Versionen.

Empfehlung der Apfelklinik: „Möchte man selbst ein Massenspeicher-Laufwerk einbauen, passt jedes Gerät mit SATA-Anschluss, sei es in 9,5 oder 12,5 mm Einbauhöhe. Wenn man also so etwas noch irgendwo zu Hause herumfliegen hat, kann man die 160-Euro-Variante damit nutzen oder den Schlitz vorne zumachen mit der beiliegenden Blende.“

Gerade hat der Händler wieder einen Stoß Geräte bekommen — sonst sind sie eher rar.

Vorteile
+ Vielseitig
+ Gute Anschlussmöglichkeiten
+ Mac-freundliches Design

Nachteile
- Derzeit nur knappe Verfügbarkeit in Deutschland

Vielen Dank an Apfelklinik.de für die Bereitstellung unseres Testgeräts!

 

 

 

Update: Ergänzt am 19. April, 10:40 Uhr um Angaben zu Maßen, kompatiblen Laufwerken, und mehrfach-Verbindungen zum Mac.


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