Promise Pegasus R4/R6: Thunderbolt-RAID-System

Sven Kaulfuss
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Mit dem Promise Pegasus R4/R6 RAID-Systemen* sind derzeit die ersten Peripherie-Geräte mit Thunderbolt-Anschluss erhältlich. Lange mussten Anwender darauf warten, schließlich kündigte der Hersteller diese schon im Februar an und versprach eine Auslieferung bereits zum zweiten Quartal. macnews.de stellt die schnellen Speicherriesen im Detail vor.

Modellvarianten: R4 und R6

Der Kunde hat die Wahl zwischen zwei Grundsystemen: Als Einstiegsmodell bietet Promise Technology das R4* an. Wie der Name vermuten lässt, handelt es sich dabei um ein RAID mit insgesamt vier Hot-Swap-fähigen Laufwerkschächten. Diese sind jeweils mit vier 1-TB-Festplatten oder vier 2-TB-Festplatten bestückt. Daraus ergibt sich eine Gesamtkapazität von vier oder acht Terabyte – Kostenpunkt 869 beziehungsweise 1.299 Euro.

Die größere R6-Variante* offeriert folgerichtig ganze sechs Laufwerksschächte mit Kapazitäten von insgesamt sechs oder 12 Terabyte – Kostenpunkt 1.299 Euro beziehungsweise 1.699 Euro.

Doch Vorsicht: Von der augenscheinlichen Preisgleichheit des R4 mit acht Terabyte Speicher und dem R6 mit sechs Terabyte Kapazität sollte man sich nicht in die Irre leiten lassen. Nicht nur lässt sich die kleine Konfiguration des R6 zukünftig mit größeren Festplatten aufrüsten, zugleich ist das R6 auch noch schneller. Mit einer Bandbreite von über 800 MB/s übertrumpft dieses Modell die Einstiegsvariante deutlich. Diese beschränkt sich auf einen Datendurchsatz von 500 MB/s – beide Werte beziehen sich auf ein RAID-0-System. Wem also Schnelligkeit vor dem vermeintlichen Kapazitätsvorteil geht, der entscheide sich für das R6.

Technik im Detail: RAID-Versionen und Co

Allen Modellen gemein ist der technische Aufbau. In einem recht schicken Tower-Gehäuse verbergen sich die Hot-Swap-fähigen Laufwerkschächte – ein einfacher Austausch der Festplatten ist demnach garantiert. Leider scheidet durch die typische Desktop-Gestaltung der Einsatz im Server-Rack aus. Insofern sind die Promise Pegasus R4/R6 nur bedingt als Datenspeicher im Serververbund geeignet. Apropos: Zum Einsatz kommen stets Festplattenlaufwerke mit einer Geschwindigkeit von 7.200 U/min – über den eigentlichen Hersteller der Platten finden sich keine Angaben bei Promise Technology.

Die R4 und R6 werden jeweils mit einem RAID 5 und HFS+ vorkonfiguriert ausgeliefert. Dadurch reduziert sich systembedingt die jeweilige Nettokapazität. Ferner einsetzbar sind noch die RAID-Level 0, 1, 50, 6 und 10. Erfreulich für Macintosh-Anwender ist in jedem Fall die klare Ausrichtung auf den Mac, hiervon zeugt nicht nur die bereits vorweggenommene Formatierung mit HFS+, sondern auch eine spezielle Mac-Utility-Software. Als Systemanforderung wird demnach mindestens Mac OS X 10.6.8 und ein Mac mit Thunderbolt-Anschluss genannt. Es versteht sich von selbst, dass das Promise Pegasus auch mit Time Machine kompatibel ist.

Das Promise Pegasus R4/R6 verfügt über zwei Thunderbolt-Schnittstellen, so lassen sich in Reihe weitere Laufwerke beziehungsweise mehrere Pegasus-RAID-Systeme oder auch ein Display anschließen – einer der vielen Vorteile der neuartigen Schnittstelle. Übrigens: Demnächst wird es mit dem SANLink noch einen Adapter geben, der den Anschluss der Pegasus-RAID-Systeme an vorhandene Fibre-Channel-Peripherie erlaubt – gut mitgedacht.

Dokumentation: Handbuch und Software

Wer jetzt auf den Geschmack gekommen ist, muss sich nicht nur allein auf die kurze Produktvorstellung von macnews.de verlassen. Der Hersteller bietet ferner ein 140-seitiges Handbuch (PDF-Datei; 1,9 MB) vorab zum Download an, ebenso wie die zuvor erwähnte Mac-Utility-Software (33 MB). Im Handbuch finden sich die notwendigen Informationen zur Einrichtung und auch Steuerung der Systeme – leider aber derzeit nur in englischer Sprache.

Video: Praxiseinsatz

Der Hersteller empfiehlt sein RAID-System allen leistungshungrigen Anwendern, von Final Cut Pro über Maya bis hin zu Adobe Photoshop. Mangels Testgerät können wir derzeit dieses Aussagen natürlich nicht überprüfen, dennoch zeigt das im März von Intel veröffentlichte Video sehr gut die Leistungsfähigkeit eines Prototypen des Promise Pegasus.

Vorteile:
+ extrem schnell
+ leichter Austausch der Laufwerke
+ Mac-Utility-Software und formatiert mit HFS+

Nachteile:
– kein Thunderbolt-Kabel im Lieferumfang
– keine Montage in Server-Racks möglich
– ohne Test keine weiteren Nachteile zunächst ersichtlich

Fazit

Endlich kommt etwas Bewegung in den Markt um Apples neue Schnittstelle. Ein erster, ernstzunehmender Vorbote ist dabei das Promise Pegasus R4/R6. Im Moment, ohne eigentlichen Test, gibt es sehr wenig zu kritisieren, schließlich versprechen die RAID-Systeme dank Thunderbolt bisher Geschwindigkeiten, die wenn überhaupt nur von wesentlich teureren Fibre-Channel-Systemen erreicht wurden. Einen Kritikpunkt müssen wir aber dennoch herausstellen: Man entblödet sich nicht, dem Kunden den Zukauf eines separaten Thunderbolt-Kabels für „günstige“ 50 Euro aufzudrängen. Schließlich fehlt dieser elementare Verbindungsstrang im Paket – fürwahr, keine Ruhmesleistung.

Alternativen
Bisher konkurrenzlos am Markt. Von der Geschwindigkeit vergleichbare RAID-Systeme mit Fibre-Channel-Anbindung kosten ein Vielfaches, bieten jedoch auch meist höhere Kapazitäten, respektive mehr Laufwerksschächte und können in Server-Racks integriert werden.

Promise Pegasus R4/R6
Hersteller: Promise Technology
Modellvarianten: R4* (vier Laufwerksschächte) und R6* (sechs Laufwerksschächte)
Preis: ab 869 Euro

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