Review: Samsung Gear Fit im Test

Franz Feuerer
Review: Samsung Gear Fit im Test

Fitnessarmbänder und Smartwatches werden spätestens seit dem vergangenen Jahr immer beliebter und nahezu jeder namhafte Hersteller hat mittlerweile welche im Angebot. Trotzdem sorgte Samsung auf dem Mobile World Congres 2014 Ende Februar in Barcelona für eine kleine Überraschung, als man mit der Gear Fit einen Fitness-Tracker mit gebogenem AMOLED-Display vorstellte. Für uns war die Gear Fit eines der Highlights der Messe, da sie auf dem Papier wie eine sehr gelungene Symbiose aus Smartwatch und Fitness-Tracker wirkte. Wir konnten die Gear Fit nun mehr als zwei Wochen im Zusammenspiel mit dem Samsung Galaxy S5 testen und in unserem ausführlichen Test erfahrt ihr, ob sich ein Kauf lohnt.

Testgerät: Samsung Gear Fit – Preis ab ca. 199€ bei | Notebooksbilliger | Cyberport
Software: Tizen

Samsung Gear Fit Video und Bilder:

(Link zum YouTube-Video)

Hardware

Gear Fit 2

Die Samsung Gear Fit misst 23,4mm x 57,4mm und ist etwa 11,95mm hoch. Damit trägt sie bei weitem nicht so stark wie eine Galaxy Gear oder Gear 2 auf, ist aber auch nicht ganz so kompakt wie mancher Fitness-Tracker. Das störte uns im Test aber überhaupt nicht. Die Gear Fit fügt sich mit ihren 27g und der rundlichen Bauform perfekt an den Arm an und trägt sich sehr angenehm. Um das Display, das komplett von Glas geschützt wird, befindet sich ein Kunststoff-Rahmen in Chrom-Optik – das sieht definitiv nett aus.

Gear Fit Ladeadapter

Die Gear Fit kommt mit lediglich einem physischen Button, der zum Einschalten, Aufwecken und Sperren genutzt werden kann. Dieser ist, wie die ganze Gear Fit, sehr gut verarbeitet und hat einen wirklich ordentlichen Druckpunkt. Auf der Unterseite befinden sich dann ein Pulsmesser, sowie fünf Kontaktpunkte, an die der mitgelieferte micro-USB-Adapter angesteckt wird.
Dieser wird benötigt, um die Gear Fit aufzuladen und das ist auch schon unser erster wirklicher Kritikpunkt. Einerseits ist es relativ umständlich den Adapter ständig an der Gear Fit anzubringen und später wieder abzunehmen. Andererseits ist er so klein, dass man ihn gerne mal verlegt oder gar vergisst, wenn man länger unterwegs ist.
Hier hätten wir uns gewünscht, dass Samsung die Gear Fit direkt mit einem micro-USB-Anschluss zum Aufladen versehen hätte.

Gear Fit Armband 2

Der Tracker bzw. die Gear Fit an sich kann vom Armband getrennt werden. Hier habt ihr die Wahl zwischen sechs verschiedenfarbigen Bändern. Das von uns getestete schwarze Armband besteht aus Kunststoff. Die Inneseite ist dabei leicht geriffelt und sorgt, wie gesagt, für ein sehr angenehmes Tragegefühlt. Bei der Außenseite setzt Samsung auf eine sehr dezente Golfballmusterstruktur, die aber nur bei genauem Hinschauen als solche wahrgenommen werden kann.
Das Armband ist natürlich wieder größenverstellbar.

Gear Fit Armband

Ähnlich wie das Galaxy S5 ist auch die Gear Fit IP67 zertifiziert, also staub- und wassergeschützt. Ihr könnt damit problemlos in die Dusche gehen. Zum Schwimmen ist sie aber laut Samsung nicht unbedingt ausgelegt. Mit an Bord ist natürlich auch Bluetooth 4.0 zur Datenübertragung. Die Gear Fit ist momentan mit diesen Samsung-Geräten kompatibel: Samsung Galaxy S5 / Galaxy Grand 2 / Galaxy Note 3 / Galaxy Note 3 Neo / Galaxy Note 2 / Galaxy S4 / Galaxy S3 / Galaxy S4 Zoom / Galaxy S4 Active / Galaxy S4 mini /
Galaxy Mega 6.3 / Galaxy Mega 5.8 / Galaxy Note 10.1 (2014 Edition) / Galaxy NotePRO (12.2) / Galaxy TabPRO (12.2/10.1/8.4)

Display

Gear Fit Display 2

Samsung verbaut in der Gear Fit ein 1,84 Zoll großes Curved AMOLED-Display mit einer Auflösung von 432×128 Pixeln bei einer Pixeldichte von etwa 244ppi. Die Darstellung ist in den meisten Situationen ausreichend scharf. Hält man die Gear Fit aber einmal etwas näher ans Gesicht, wirkt die Uhrzeit etwas unscharf und ausgefranst.

Die Farbdarstellung ist ebenfalls ordentlich. AMOLED-typisch kalibriert Samsung das Display wieder so, dass Farben etwas übersättigt dargestellt werden. Gerade im Außeneinsatz bei Sonnenschein macht das aber durchaus Sinn. Apropos, wenn nicht gerade direkt die Sonne drauf scheint, ist das Display ausreichend hell. An sonnigeren Tagen mussten wir aber manchmal sehr genau hinschauen, um die Uhrzeit ablesen zu können.

Gear Fit Blcikwinkel

Das Display ist also ordentlich, aber bei weitem nicht perfekt. Das stört in unseren Augen aber nicht zu sehr. Wir sind froh, dass sich Samsung hier für diese noch recht junge Technologie entschieden hat, da sich die Gear Fit durch das gebogene Display einfach absolut angenehm tragen lässt.

Akku

Gear Fit zerlegt

Der Akku der Gear Fit hat eine Kapazität von 210mAh und soll laut Samsung etwa 2-3 Tage durchhalten.
Je nachdem, wie intensiv man die Gear Fit nutzt und wie viele Benachrichtigungen man aktiviert hat, kamen wir auf Laufzeiten zwischen ein und zwei Tagen.

Bei intensiver Nutzung und wenn bspw. die Benachrichtigungen für WhatsApp-Nachrichten aktiviert sind, kamen wir auf eine Laufzeit von etwa einem Tag. Nachdem wir die Benachrichtigungen für WhatsApp-Nachrichten deaktiviert haben, waren meist durchaus zwei bis zweieinhalb Tage möglich.

Gear Fit Manager

Gear Fit Uhren

Ähnlich wie schon für die Samsung Galaxy Gear, hat man mit dem Gear Fit Manager auch für die Gear Fit eine eigenständige App im Samsung-Store parat. Wir haben diese auf dem Samsung Galaxy S5 mit Android 4.4.2 getestet und waren ziemlich angetan.
Die Kopplung und Ersteinrichtung über Bluetooth funktioniert sehr schnell und reibungslos.

Über den Gear Fit Manager kann dann bspw. im Menüpunkt “Startbildschirm Styler” das Layout und das Farbschema der Uhrzeitanzeige getauscht werden. Hier gibt es viele veschiedene Möglichkeiten. So können bspw. Uhrzeit und Datum oder Uhrzeit und Schrittzähler gleichzeitig angezeigt werden. Außerdem gibt es viele verschiedene “Uhren-Designs”, da sollte für jeden Geschmack was dabei sein.

Gear Fit Benachrichtigungen

Über den Gear Fit Manager kann außerdem eingestellt werden, welche Benachrichtigungen die Gear Fit empfangen soll. Von den samsungs-eigenen Apps bis hin zu WhatsApp, Gmail oder Twitter ist hier alles möglich. Die Benachrichtigungen nutzen das Display der Gear Fit auch sehr gut aus. Anders als beim Release der Samsung Galaxy Gear, zeigt die Gear Fit bspw. auch Absender und Beginn einer Mail/WhatsApp-Nachricht an.
Das hat uns richtig gut gefallen.

Gear Fit Intervall

Über den Gear Fit Manager können außerdem die S-Health-Daten der Gear Fit direkt mit dem jeweiligen Smartphone oder Tablet synchronisiert werden. Hier können verschiedene Intervalle zwischen 3 und 24 Stunden eingestellt werden.

Funktionsumfang der Samsung Gear Fit

Gear Fit Display

Wie oben bereits erwähnt, ist die Gear Fit unserer Meinung nach eine sehr gute Symbiose aus Smartwatch und Fitness-Tracker. Wieso genau, wollen wir euch in diesem Absatz erklären. Auf das Thema Benachrichtigungen sind wir ja eben schon eingegangen, aber die Gear Fit kann natürlich auch ein nur zum Anzeigen der aktuellen Uhrzeit genutzt werden.
Hierfür klickt man entweder einmal auf den Power-Button und das Display wird aktiviert oder aber man hebt seinen Arm und die Uhrzeit sollte angezeigt werden.
Letzteres funktionierte in etwa 90% der Fälle. Teilweise reicht ein einfaches Arm-Heben bzw. Arm-Drehen aber nicht aus, damit die Gear euch die aktuelle Uhrzeit anzeigt. Man muss dann extra den Power-Button drücken. Das stört natürlich. Zum einen ist es deutlich aufwändiger als mit einer normalen Uhr, zum anderen gibt es viele Situationen, in denen man gerade nicht den Power-Button klicken kann und trotzdem gerne die aktuelle Uhrzeit ablesen möchte. Aber wie gesagt, größtenteils funktionierte dieses Feature ohne Probleme und wir könnten uns gut vorstellen, dass Samsung mittels einem Software-Update hier noch nachjustiert.

Gear Fit Titelbild

Glücklicherweise erhielten wir wenige Tage nach dem Release der Gear Fit ein Software-Update, das es ermöglichte, die Uhrzeitanzeige von horizontal zu vertikal umzustellen. Das machte die Gear Fit nochmal deutlich alltagstauglicher.
Externe Applikationen können ab Werk nicht installiert werden.
Die Gear selbst wird über Wischgesten und eingeblendete On-Screen Tasten bedient. Dies funktionierte im Test alles sehr flüssig.
Die UI ist an sich auch relativ intuitiv aufgebaut. In den Einstellungen findet man die Akkuanzeige, Optionen für die Helligkeitseinstellung und kann auswählen, wie lange das Display maximal an bleiben soll. Außerdem kann man auswählen, was passieren soll, wenn man den Homebutton zweimal klickt.

Gear Fit Menue 2

Mit An Board ist auch ein Timer oder eine Stoppuhr und natürlich ein Schrittzähler. Dieser funktionierte im Test relativ ordentlich. Oft gab es zwar minimale Diskrepanzen zwischen dem Schrittzähler der Gear Fit und dem des Galaxy S5, das hielt sich aber in einem erträglichen Rahmen. Einen ungefähren Anhaltswert erhält man auf jeden Fall. Teilweise werden Schritte, wenn man den Arm extrem ruhig hält, aber auch einfach nicht gezählt. Hier ist das Galaxy S5 besser. Die S Health-Applikation zeigt nicht nur die Schritte, sondern auch die gelaufene Strecke in Kilometern und die verbrauchten Kalorien an.

Gear Fit Menue 4

Der integrierte Pulsmesser funktionierte relativ schnell und zuverlässig. Wie Samsung schon angibt, ist diese Funktion definitiv nicht für medizinische Zwecke gedacht, aber eine praktische Sache ist es allemal.
Die Gear Fit analsysiert außerdem auch euer Schlafverhalten. Ihr müsst jedes mal eingeben, wann ihr ins Bett geht und, wann ihr wieder aufsteht. Das ist auf Dauer relativ nervig. Ein Schlaf-Tracking ist übrigens nur möglich, wenn man länger als 20 Minuten schläft.

Gear Fit Menue

Die Gear Fit kann außerdem als Media-Player für das gekoppelte Smartphone genutzt werden. Dieses Feature ist ziemlich praktisch. Außerdem kann es das gekoppelte Smartphone auch suchen, sofern sich dieses im Bluetooth-Bereich befindet. Das Smartphone fängt dann an zu Klingeln.

Fazit

Samsung Gear Fit
Befriedigend
79%
08/2016
Preis: 199€ Die Samsung Gear Fit überzeugt im Test vor allem durch das Curved AMOLED-Display und die Benachrichtigungsfunktion.
Vorteile- Angenehmes Tragegefühl
- Ordentliches Display
- Gut funktionierende Benachrichtigungen
- IP67 zertifiziert
- Teils nützliche Features
Nachteile- Vieles funktioniert nicht automatisch
- Nerviger Ladeadapter
- Hoher Preis

An sich gefällt uns das Prinzip der Samsung Gear Fit wirklich gut und wie eingangs erwähnt, ist sie auf dem Papier die perfekte Symbiose zwischen Fitness-Tracker und Smartwatch. Gut gefallen haben uns das angenehme Tragegefühl, das flexible Display, das sich perfekt an den Arm anpasst, und die Tatsache, dass Benachrichtigungen zuverlässig angezeigt werden. Dinge wie der Media-Player und die Smartphone-Such-Funktion sind ebenfalls praktisch.

Viele Dinge, die ein Fitness-Tracker automatisch macht, müssen hier leider immer erst manuell aktiviert oder eingestellt werden. Die Gear Fit ist also weder eine richtige Uhr noch ein richtiger Fitness-Tracker. Dafür 200€ zu bezahlen, erscheint uns etwas zu überteuert.
Das Konzept an sich hat uns aber überzeugt. Wir freuen und auf die kommende Generation und hoffen, dass Samsung hier einiges verbessert.

Haptik / Verarbeitung 9 Display 8 Batterie 8 Alltagsnutzen 7 Konnektivität 8 Software 8 Preis / Leistung 7

Weitere Themen: Tabtech.de News-Archiv, Samsung Gear, Mobile World Congress (MWC), Samsung Electronics

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