Neue Time Capsule kündigt sich an: Apple testet Update-Cache

Flavio Trillo
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“Liefertermin derzeit unbestimmt” – ein fast sicheres Zeichen für eine nahende Produktaktualisierung bei Apple. In letzter Zeit scheinen die Vorräte an Time Capsules zu schrumpfen, was für ein Update des Gerätes spricht. Nun weiß man auch ein paar Details über die möglichen Neuerungen. Angeblich habe Apple intern Funktionen getestet, die es im Rahmen der WWDC auf die Bühne schaffen könnten. Die Time Capsule könnte demnach gemeinsam mit iCloud als Update-Cache dienen. Aha! Klingt gut, aber was heißt das jetzt genau?

Die Händler melden, dass von Apple zur Zeit kein Liefertermin für neue Time Capsules genannt werden kann. Bei manchen Produkten, wie dem iPod touch, komme das schon einmal vor, erklärt ein Sprecher von Cyberport* gegenüber macnews.de. Doch üblicherweise sei die Time Capsule nicht gerade “knapp”. Es könnte also bald eine Modellpflege geben und welcher Zeitpunkt wäre dafür passender als die Worldwide Developers Conference?

Augenblicklich sind Aktualisierungen für Mac OS X oder iOS mit dem zum Teil langwierigen Herunterladen der Software von Apples Servern verbunden. Diesen Prozess könnte der Einsatz einer Time Capsule künftig verkürzen. Das Gerät würde, so 9to5mac.com, die nötigen Aktualisierungen eigenständig aus dem Internet herunterladen und auf seiner Festplatte zwischenspeichern. Welche Updates für den Besitzer relevant sind, könnte die Backup/Router-Kombination mithilfe von Informationen über die via Wi-Fi verbundenen Geräte ermitteln.

Softwareaktualisierungen für Mac OS X kann die Server-Version des Betriebssystems schon jetzt auf eine ähnliche Weise für die verbundenen Clients zwischenspeichern. Allerdings lädt das Programm unterschiedslos alle verfügbaren Updates herunter, ohne nach Bedarf zu differenzieren. Die Technologie ist also bereits vorhanden und könnte für den Durchschnittsverbraucher entsprechend angepasst werden.

Die Updates für iOS ließen sich auf diese Weise immer kurz nach ihrem Erscheinen auf der heimischen Time Capsule ablegen. Doch wie wir bereits wissen, wird Apple auf der WWDC neben iOS 5 und Mac OS X Lion auch iCloud vorstellen, den neuen “Wolken-Dienst”, der unter anderem das Musik-Streaming für iTunes bringen soll. Da Apple nicht dafür berühmt ist, praktische Funktionen auszulassen (abgesehen von Copy&Paste auf dem iPhone) und die Synergieeffekte ihrer Dienste gern nutzt, ist auch eine Integration von iCloud mit der neuen Time Capsule wahrscheinlich.

So wäre zum Beispiel denkbar, dass die Wi-Fi-Festplatte häufig angefragte Daten aus dem iCloud-Speicher ermittelt und bereit hält, um die Zugriffszeiten für größere Dateien zu verringern. Damit ließe sich die effektive Speicherkapazität von Macs erweitern. Insbesondere Apple TV, das selbst über keinerlei eigenen Speicher verfügt und gänzlich auf Streaming-Inhalte ausgelegt ist, würde von einem erheblich beschleunigtem Zugriff via Wi-Fi profitieren.

Ebenso könnte der Anwender seine Datensicherungen über Nacht an die Cloud übermitteln und so Platz auf der Festplatte für neue Backups schaffen. Alles sinnvolle Anwendungen, aber was davon Steve Jobs tatsächlich vorgesehen hat und ob er vielleicht noch das eine oder andere Bonbon drauf setzt, erfahren wir während und nach der Keynote zur WWDC am 6. Juni.

macnews.de wird die Ansprache wie immer mit einem Live-Ticker begleiten und unser Kollege Ben Miller ist bereits unterwegs nach San Francisco um Eindrücke, Erfahrungen und Informationen zu sammeln.

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