Tivizen DVB-T WiFi Box für Android im Test

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Diese Woche verbringe ich ein paar Tage in der Giga Redaktion und habe gleich etwas schönes zum testen bekommen. Die Tivizen DVB-T WiFi Box, die für und mit Samsung für Android Geräte vertrieben wird. Wie sich die Tivizen Box macht, erfahrt Ihr im folgenden Test.

Tivizen DVB-T WiFi Box für Android im Test

Fernsehen für unterwegs ist schon seit langem ein Traum von Fernsehsüchtigen und Menschen, die oft und lange unterwegs sind. Bereits in den 70er Jahren kam mit dem Panasonic TR-001 das erste serienreife und wirklich tragbare Gerät mit Schwarz/Weiß Röhrenbildschirm auf den Markt. In den 80ern, als die LCD Technik immer besser wurde, verbreiteten sich die die mobilen Fernseher etwas weiter, aber so richtig durchgesetzt haben sie sich nie, auch wegen der Probleme mit dem Empfang.

Samsung versuchte 2003 als Erster mit dem SCH-X820 das Fernsehen auf das Handy zu bringen. Das Gerät verfügte über einen UHF- und einen VHF-Empfänger, welche die damals verfügbaren Sender in schwankender Qualität zur Verfügung stellten, allerdings schaffte es dieses Gerät nicht auf den europäischen Markt.. Erst mit der flächendeckenden Einführung des Digitalen Fernsehens (DVB-T) wurde das Ganze etwas interessanter, weil mehr Sender in besserer Qualität zur Verfügung standen. Trotz allem gibt es heutzutage so gut wie keine Handys mit integriertem DVB-T Tuner, zumindest sind mir keine aktuellen bekannt. Hier springen die Zubehör- und App-Entwickler ein. Mit Zattoo lässt sich wenigstens zu Hause das Fernsehprogramm via WLAN auf das Handy oder Tablet streamen, auch VirtualSat bietet einen ähnlichen Dienst an, jedoch nur gegen bares. Die hohen Datenraten, die beim Streaming anfallen, verhindern trotz Flatrates in meinen Augen, dass sich das Streaming auch unterwegs durchsetzen kann.

Die Tivizen DVB-T WiFi Box übernimmt die Bereitstellung des DVB-T Signals via WLAN-Verbindung, die mit dem Handy aufgebaut wird. Dies hat den Vorteil, dass beide Geräte nicht mit einem Kabel verbunden sind und die Box auch direkt am Fenster liegen kann, während man in der Wohnung oder dem Büro die Sendung seiner Wahl schaut. Die Tivizen Box gibt es bereits geraume Zeit als iPhone und iPad Variante. Für Android wird diese spezielle Box nun exklusiv mit Samsung vertrieben, es gibt aber auch eine freie Version, welche auch auf anderen Geräten läuft.

Die Tivizen DVB-T WiFi Box by iCube

Da ich die Tivizen Box ohne Verpackung bekommen habe, kann ich Euch leider kein Unboxing Video liefern, allerdings befindet sich auch nicht allzu viel darin, denn im Lieferumfang sind lediglich enthalten:

  • Tivizen DVB-T WiFi Box
  • 3.7 V 1050 mAh Akku
  • USB zu MiniUSB Ladekabel
  • Bedienungsanleitung

Mit einer Größe von 52 x 92 x 12 mm passt die Box in jede Hosen- oder Hemdtasche. Das glänzend schwarze Gehäuse ist ideal geeignet, um Fingerabdrücke zu konservieren, aber das kennen wir ja von unseren Touchscreens. Geladen wird die Tivizen Box über das mitgelieferte USB-Kabel, ein Netzadapter fehlt leider völlig, so dass man sie nur am eingeschalteten PC laden kann, ein Manko in meinen Augen.

Die Verarbeitung ist ordentlich. Nichts knarrt oder knistert. Ein wenig fragil erscheint mir die Antenne, da diese am unteren Ende immer dünner wird. Sie ist zwar biegsam, nur wie weit, dass teste ich lieber nicht, da das Gerät am Ende des Tests wieder zurück zu Samsung muss.

Die Inbetriebnahme ist einfach

Auch ohne Bedienungsanleitung kommt man gut mit der Tivizen DVB-T WiFi Box zurecht. Zu allererst sollte man sich die passende App aus dem Google Play Store herunterladen. Es gibt eine Version für Handys und MIDs, ab Android Gingerbread 2.3.1 und eine für Tablets ab Android Honey Comb 3.1. Getestet wurde die Tivizen Box an meinem Samsung Galaxy Note mit CyanogenMod 9 (Android Ice Cream Sandwich 4.0.4).

Die Box verbindet sich nach dem Einschalten und dem Aufruf der App automatisch via WLAN mit dem Note. Dies klappt einwandfrei, blockiert jedoch den WLAN-Empfänger, so dass keine Internetverbindung zur Verfügung steht auch die mobile Datenverbindung springt aus diesem Grund nicht an, man ist somit während man Fernsehen schaut komplett offline. Auch ist es nötig, nach dem Beenden der App das WLAN einmal aus- und wieder einschalten, damit die Verbindung zur Box komplett getrennt und das WlAN wieder nutzbar wird. Anrufe kommen ganz normal durch und stoppen lediglich die Wiedergabe.

Der Sendersuchlauf beim ersten Aufruf geht mit 30 Sekunden erstaunlich schnell von statten und findet, bei guter Platzierung der Tivizen Box, alle verfügbaren Sender. Hiernach begrüßt Dich dann die Senderliste, die sich leider nicht sortieren lässt. Wie ich finde ein missing Feature, denn man muss sich durch die ganze Liste hangeln, um seine Lieblingssender einzustellen.

 
 

Der 14-tägige Elektronische Programmguide (EPG) ist leider nur pro Sender über das Infosymbol aufrufbar. Eine komplette Übersicht nach Sendezeit fehlt leider. Hier muss man also nach wie vor auf andere Apps wie bspw. On Air ausweichen, um einen Überblick zu erhaschen.

Die Bildqualität ist gut, Funktionsumfang mangelhaft

Die Bildqualität ist, im Gegensatz zu Streaming-Apps wie Zattoo, sehr gut. Solange man ausreichenden Empfang hat und nicht wie ich in einem mit Stahlbetonbau sitzt, kommt es auch nicht zu Störungen oder Ausfällen. Die Sender wechselt man auf drei Arten: Entweder durch wischen, durch tippen auf die eingeblendeten Sendernamen am unteren Bildschirmrand, oder indem man auf die Senderliste zurückgeht. Sehr bequem, wie ich finde.

Die einzige Einstellmöglichkeit der App ist die automatische Ausschaltzeit, nachdem die Box keine Verbindung mehr zum Handy hat. Die vom Hersteller angegebene Akkulaufzeit von 3,5 Stunden kann ich bestätigen. Erst nach 3 Stunden und 43 Minuten musste die Box zurück an das Ladekabel, wobei ich zwischendurch immer mal wieder den Sender gewechselt habe. Die Akkulaufzeit des Handys reduziert sich naturgemäß um einige Stunden, da ständig das Display an ist. Die Wiedergabe mit der Tivizen App funktioniert nur bei eingeschaltetem Display und stoppt, sobald man das Display ausschaltet.

Die Aufnahmefunktion bringt leider nur etwas, wenn man sich die Sendung später auf dem Gerät anschauen will. Es gibt keine Möglichkeit die Datei zu exportieren oder in einem anderewn Play abzuspielen, auch mit Root Zugriff konnte ich die Datei nicht finden. Sie versteckt sich wahrscheinlich tief in den Systemordnern.

Von den fünf Radiosendern in Berlin hat die Tivizen DVB-T WiFi Box alle fünf gefunden. Wer also nicht über ein entsprechendes Modul verfügt, kann sich so auch Radio auf sein Handy holen. Allerdings gilt auch hier: Sobald man das Display ausschaltet, stoppt die Wiedergabe. Hier sollte man sich also nach anderen Alternativen umschauen.

Mein Test im Öffentlichen Personen Nahverkehr war, solange ich überirdisch unterwegs war, durchaus positiv. Schwächere Sender wie RTL, Vox oder N24 zeigten gelegentliche Ausfälle, die jedoch zu verschmerzen waren. Bei mir zu Hause konnte ich durch die ganze Wohnung laufen und bei meiner ... äh ... geschäftlichen Sitzung die Nachrichten mitverfolgen. Die Box hatte ich dazu auf der Fensterbank im Wohnzimmer positioniert, um garantiert guten Empfang zu haben.

Ein entsprechendes Programm, um mit der Tivizen Box das Signal auf den PC oder Mac zu bringen, befindet sich zur Zeit noch in der Entwicklung und soll Ende August zur Verfügung stehen. Spätestens da sollte es meiner Meinung nach dann Möglich sein, Aufnahmen zu programmieren und einen vollständigen EPG anzubieten.

Fazit

Die Tivizen DVB-T WiFi Box ist sicherlich ein nettes Gimmick, aber auf gar keinen Fall lebensnotwendig. Das ist Fernsehen an sich ohnehin nicht (zumindest sage ich dies meinem Sohn immer). In Anbetracht der kommenden Olympischen Spiele könnte ich mir aber vorstellen, dass Sportbegeisterte auch unterwegs keines der Events verpassen wollen. Mit einer UVP von 129,99 Euro ist die Tivizen Box nicht gerade billig, sogar teurer als der eine oder andere DVB-T Receiver für das heimische Fernsehgerät, allerdings erhalten die ersten 9.999 Besteller das Gerät für nur 69,99 Euro und mit Samsung zusammen bietet Tivizen noch bis Ende Oktober eine Aktion mit 60 Euro Rabatt für folgende Geräte an: Samsung Galaxy S Advance, Galaxy S2 (i9000 und i9000G) und Galaxy Note. Das Samsung Galaxy Tab 2 7.0 und 10.1 (auch die WiFi Variante), sowie die MID Geräte Samsung Galaxy S 4.2 und 5.0 gehören auch dazu. Hierzu sollte man seine IMEI (Eindeutige Identifikationsnummer des Handys, zu finden unter dem Akku oder auf der Verpackung), bereit halten. Warum hier nicht auch das momentane Top-Gerät, das Samsung Galaxy S3, inbegriffen ist, kann ich nicht sagen.

Im Großen und Ganzen bin ich mit der Tivizen DVB-T WiFi Box recht zufrieden. Der Funktionsumfang der App könnte noch ausgebaut werden, doch ist es zumindest für die Olympischen Spiele 2012 in London ausreichend. Als ich früher meine 12 Stunden Nachtschichten geschoben habe, hätte ich dieses Gerät gut gebrauchen können. Wer also gerne Fern sieht und auf keinen Fall seine Lieblingssendung verpassen möchte, dem kann ich die Tivizen DVB-T WiFi Box uneingeschränkt empfehlen.

Bildergalerie Tivizen-DVB-T-Wifi-Box

Weitere Themen: Samsung Galaxy Note 10.1 , Samsung Galaxy Tab 2, Samsung Galaxy Tab 2 (10.1) , Samsung Galaxy Beam, Samsung Galaxy S Advance GT-I9070 , Samsung Galaxy M, Samsung Galaxy Mini, Samsung Galaxy Pro, Samsung Galaxy S Plus , Samsung


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