Nur die Kombination mehrerer Maßnahmen verspricht echte Sicherheit

Marco Kratzenberg 8

Sichere E-Mailadressen aus Berlin Kreuzberg: SO36.net

Lange bevor die 5-stelligen Postleitzahlen eingeführt wurden, nannte man einen Teil von Berlin Kreuzberg SO36. Und die Postleitzahl war 1000 Berlin 36. Dieser Teil Berlins war schon immer besonders widerspenstig und hatte eine erstaunlich hohe Hausbesetzerdichte. Nach diesem Bezirk benennt sich der  dort ansässige Verein so36.net, der sich ein alternatives Internet und vor allem auch den Datenschutz auf die Fahne geschrieben hat.

Einer der angebotenen Dienste heißt @mail36.net und dahinter verbirgt sich ein kostenloser Emaildienst, der via Webmail und POP3 genutzt werden kann. Doch den kann nicht jeder bekommen. Man muss sich per E-Mail bewerben und diese Bewerbung auch noch mit PGP verschlüsseln. Man will wissen, mit wem man es zu tun hat - ein exklusiver Club…

Doch immerhin kann man sich sicher sein, dass sich dieser „Provider“ nicht von den Ermittlungsbehörden einschüchtern lässt. 2010 wollte die Polizei an Daten, woraufhin der Verein den Server ausschaltete. Der verschlüsselte Server nutzte der Staatsmacht erst einmal gar nichts und eine Staatsanwältin empfand eine Beschlagnahme des Servers als unverhältnismäßigen Eingriff auf Hunderte anderer Internetauftritte. Daraufhin musste man unverrichteter Dinge abziehen.

Wer nun glaubt, dass es zur Emailsicherheit genügt, einen sicheren E-Mail -Anbieter zu suchen, der irrt. Firmengeheimnisse sollten auf diese Weise nicht übermittelt werden. Auf den Rechnern von Absender und Empfänger liegen die gesuchten Daten u.U. frei zugreifbar herum. Und wie das Beispiel aikQ zeigt, enthalten selbst leere Mails noch verräterische Spuren. Woher kam die Mail und wann? Aha,… wir haben den Absender.

Wenn es also nicht nur darum geht, ein werbefreies Portal zu haben und verschlüsselte Emailwege zu nutzen, dann muss man weitere Schritte ergreifen. Das fängt damit an, dass man seine eigene IP verschleiert und beispielsweise einen VPN-Anbieter oder das Tor-Netzwerk benutzt. Und am Ende der Prozedur sollte die Verschlüsselung der E-Mails mit PGP stehen. Erst dann ist gewährleistet, dass man alles menschenmögliche getan hat, um für seine eigene Sicherheit zu sorgen.

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