Auch wenn der Look von Faeria etwas anderes vermuten lässt, handelt es sich beim Spiel aus dem Hause Abrakam um einen richtig harten Brocken. Wie Faeria funktioniert und warum ich trotz meiner anfänglichen Überforderung inzwischen gar nicht mehr loskomme von Faeria, verrate ich Dir in meiner Vorschau.

 

Indie Games

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Faeria – Early Access Trailer

Phantasievolle Waldwesen, mächtige Baumriesen und Maschinen, die durchaus auch einem Film von Studio Ghibli entstammen könnten, das Ganze umrahmt von einem Soundtrack, der die wunderbare Welt auf stimmungsvolle Art und Weise ergänzt – gleich vorab: Faeria ist das schönste Kartenspiel, das ich bislang gespielt habe. Dabei ist das Spiel von Indie-Entwickler Abrakam gar nicht primär auf sein Äußeres bedacht, sondern setzt auf ein richtig ausgefeiltes Gameplay, das selbst mir als langjährigem Kartenspiel-Fan ziemliches Kopfzerbrechen bereitet.

Was ist denn Faeria überhaupt?

Will man Faeria kurz und bündig beschreiben, reichen zwei Spiele als Vergleich. Denn bei dem Online-Kartenspiel handelt es sich im Grunde um einen Mischung aus Magic und Die Siedler von Catan: Du stellst Dir also Dein eigenes Deck zusammen, das aus insgesamt 30 Karten besteht und neben normalen Karten unterschiedlicher Stärke auch Tanks, Supporter und viele weitere Spezialkarten umfasst. Wie in Hearthstone, dem Vorzeige-Online-Kartenspiel von Blizzard, ist es im Match Dein Ziel, den gegnerischen Helden mit Deinen Karten zu schlagen, ohne dabei selbst zu viel Schaden zu erleiden.

Das Spielfeld erinnert dabei keineswegs an sonstige Online-Kartenspiele, sondern ähnelt eher dem Brettspiel „Die Siedler von Catan“. Zu Anfang jedes Zuges kannst Du bis zu zwei neue Hexagone auf das Feld legen, auf denen Du wiederum Deine Monster platzierst. So simpel die Kombination aus Kartenspiel und Brettspiel damit auch scheinen mag, Faeria ist nicht zu unterschätzen! Das Spiel von Abrakam ist schwer zu lernen und noch viel schwerer zu meistern. Das liegt vor allem auch am erklärten Ziel von Abrakam, das Free-to-Play-Kartenspiel als kompetitiven E-Sport-Titel zu etablieren.

So läuft ein typischer Zug ab

Gerade als Einsteiger musst Du Dich erst einmal an den Ablauf Deiner Züge gewöhnen – dabei gibt es nämlich so einiges zu beachten. Wie solch ein Zug abläuft und was Du auf keinen Fall vergessen darfst, habe ich hier zusammengefasst:

  • In Faeria gibt es verschiedene Elemente. Du hast also bei Deinen Karten wie auch bei den Feldplatten die Wahl zwischen Normal (Prärie), Wald, Gewässer, Gebirge und Wüste. Allerdings solltest Du nicht alle Elemente in Dein Deck aufnehmen. Schließlich können die meisten Karten nur dann gelegt werden, wenn mindestens ein Feld des selben Elements von Dir auf das Spielfeld gelegt wurde.
  • Zu Anfang jeder Runde bekommst Du mindestens drei Mana. Anders als beispielsweise bei Hearthstone verfallen diese aber nicht nach einer Runde, sondern können von Dir auch angespart werden.
  • Auf dem Spielfeld gibt es zudem vier Mana-Brunnen. Platzierst Du an einem dieser Brunnen eine Deiner Kreaturen, bekommst Du in jeder Runde einen Mana-Punkt mehr. Du hast also die Chance, Dir pro Runde bis zu sieben Mana zu sichern.
  • Nun kannst Du neue Felder platzieren. Entweder legst Du dabei zwei von den neutralen Prärie-Hexagonen oder aber ein spezielles Element. Felder kannst Du jedoch nur an eigene Felder oder an Felder, auf denen sich eines Deiner Monster befindet, anlegen. Eine dritte Möglichkeit ist es, ganz auf ein neues Feld zu verzichten und dafür eine Karte oder einen Mana-Punkt aufzunehmen.
  • Hast Du Dich für eine der vier Optionen entschieden, geht es an das Platzieren Deiner Karten. Wie bei Magic wählst Du anhand Deiner verfügbaren Mana-Punkte aus, welche Karte Du ausspielen möchtest. Allerdings kannst Du Karten nur auf Feldern ausspielen, die Du selbst platziert hast. Ebenfalls zu beachten: Monster eines bestimmten Elements können nur auf dem dazu passenden Feld ausgespielt werden.
  • Befinden sich ein paar Deiner Monster länger als eine Runde auf dem Spielfeld, kannst Du sie mindestens einen Schritt nach vorne bewegen. Nun ist es egal, welches Feld sie betreten; Du kannst mit ihnen nun auch gegnerischen Boden betreten.
  • Unter den gleichen Bedingungen kannst Du auch ein anderes Monster / den gegnerischen Helden anzugreifen. Welches Monster gewinnt, richtet sich dabei wie bei Magic nach dem Angriffs- und Verteidungswert, der auf den Karten angegeben ist.

Du siehst: Innerhalb eines Zuges kann in Faeria schon richtig viel passieren. Allerdings reicht das Wissen darüber noch lange nicht aus, um im Match auch wirklich zu gewinnen. Über Sieg und Niederlage entscheidet bei Faeria nämlich hauptsächlich Deine Taktik. Und die musst Du Dir ganz alleine zurechtlegen, gibt es im Spiel doch nur ein recht spartanisches Tutorial, das Dir zwar die Grundlagen näher bringt, auf taktische Hinweise aber nahezu komplett verzichtet.

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Mein Vorschau-Fazit zu Faeria:

Bist Du gänzlich Neuling und wagst Dich zum ersten Mal an das Genre der Online-Kartenspiele heran, wird Faeria Dich mit seinen taktischen Möglichkeiten und den zahlreichen Aufgaben vermutlich erst einmal überfordern. Hast Du Dich aber bereits an die Grundlagen gewöhnt, kannst Du Deine Taktik im Spiel immer weiter verfeinern – auf diese Weise fordert Dich Faeria selbst nach mehreren Spielstunden noch immer heraus und bleibt dadurch stets motivierend. Zu hoffen bleibt, dass es in Faeria auf lange Sicht nicht möglich sein wird, sich durch In-Game-Käufe einen Vorteil zu verschaffen. Denn das könnte mir den Spaß an Faeria ganz schnell wieder nehmen.

Faeria konnte sich Ende 2013 erfolgreich über Kickstarter finanzieren und war seitdem in der Early-Access-Phase. Inzwischen ist das Spiel aber fertiggestellt und als Free-to-Play-Titel online erhältlich. Herunterladen kannst Du Dir Faeria via Steam für den PC, es ist vollkommen kostenlos. Nur Extras im Spiel wie zusätzliche Kartenpackungen werden zum Kauf angeboten.

Hast Du Faeria schon ausprobiert? Wie gefällt Dir das Spielprinzip?

Entwickler: Abrakam SA
Preis: 19,99 €

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Lisa Fleischer
Lisa Fleischer, GIGA-Expertin für Wearables, Haushaltsgeräte, Instagram und App-Tipps.

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