Amazon Underground: Kostenloses App-Programm nach zwei Jahren eingestellt

Rafael Thiel

Vor rund zwei Jahren startete Amazon Underground als dauerhaftes Angebot, das eigentlich kostenpflichtige Apps gratis unters Volk brachte. Die Entwickler wurden statt durch Erwerbseinnahmen vom Versandhändler für die Nutzungsdauer der Anwendung entlohnt. Das rentiert sich offenbar nicht mehr, denn der Dienst wird kommenden Monat eingestellt.

Amazon Underground – Where Apps, Games & In-App Items are #ActuallyFree.

Die Prämisse klingt interessant: Der Kaufpreis einer App entfällt, dafür bezahlt Amazon die Entwickler direkt für die Nutzung. Pro Minute waren es wohl 0,2 Cent (US-Dollar). Falls ein Nutzer also eine Stunde innerhalb der App verbringt, erhält der zuständige Entwickler 12 Cent. Unterm Strich waren Entwickler also dazu angehalten, populäre – ergo: Mainstream-fähige – Apps zu lancieren, um von Underground zu profitieren. Die Nutzer des Amazon-Ökosystems hatten wiederum den Vorteil, effektiv keinen Cent für eine hochwertige App bezahlen zu müssen.

Amazon Underground: Bestands-Apps noch bis 2019 verfügbar

Das System sollte sich wohl über Werbung und zunehmende Verbreitung refinanzieren, Amazon hatte und hat schließlich Boden auf den Play Store gutzumachen. Allerdings scheint der Plan seit dem Start im August 2015 nur bedingt aufgegangen zu sein. In einer Mitteilung gibt Amazon jetzt bekannt, ab kommenden Mai keine neuen Einreichungen von Entwicklern für Underground mehr anzunehmen.

Bereits enthaltene Apps werden aber noch bis 2019 unterstützt, bis dahin werden demnach auch Entwickler noch ausgezahlt. Demzufolge dürften erfolgreiche Anwendungen des Programms auch noch bis auf Weiteres regelmäßig mit Updates versorgt werden. Der Beitritt in Amazon Underground ist indes nur noch bis Sommer 2017 möglich, danach können nur Nutzer, die zuvor schon eingetreten waren, auf die kostenlosen Apps zugreifen.

Es scheint, als gebe sich Amazon damit auch indirekt der Vormacht des Play Stores als Anlaufstelle für Android-Apps geschlagen, wenngleich der eigene App-Store erhalten bleibt und gemäß der Mitteilung weiter ausgebaut werden soll.

Quelle: Amazon via Caschys Blog

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