Android 5.0: ART wird Standard, Dalvik-Runtime geht in Rente

Andreas Floemer 22

Google hatte mit Android 4.4 eine neue Laufzeitumgebung für Apps namens ART eingeführt, die von Entwicklern und Neugierigen auf Nexus-Geräten aktiviert werden kann. Nun deutet sich an, dass die Entwicklung des Dalvik-Nachfolgers so weit vorangeschritten ist, dass ART mit Android 5.0 zum Standard wird.

Android 5.0: ART wird Standard, Dalvik-Runtime geht in Rente

Android-Apps werden in der Regel in der Programmiersprache Java geschrieben. Damit der Code vom Gerät verstanden wird, muss er vom Programmierer in so genannten Bytecode kompiliert werden. Dieser wird dann auf dem Android-Gerät von einer so genannten Ausführungsumgebung (Runtime Environment) in Maschinencode „übersetzt“, damit der Prozessor des Gerätes ihn ausführen kann. Bislang war die so genannte Dalvik VM als Standard-Runtime auf allen Android-Geräten aktiv. Dalvik ist im Unterschied zur Java VM registerbasiert und verarbeitet Code ähnlich wie moderne Prozessoren, was in einem Geschwindigkeitsvorteil resultiert. Der Dalvik Runtime-Compiler wurde seit der Vorstellung von Android zwar stetig weiterentwickelt und erweitert, nun ist seine Zeit jedoch gekommen. Denn Dalvik wird deutlichen Hinweisen zufolge bereits in der nächsten Android-Iteration, bei der es sich letzten Hinweisen zufolge um Android 5.0 handeln wird, gegen ART (Android Runtime) ausgetauscht. Dieser Schritt deutete sich bereits Anfang diese Jahres an:

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Die entsprechenden Änderungen werden durch zwei Einreichungen in den Open Source-Teil des Android-Codes (AOSP) belegt: Der Commit 98553 zeigt auf, dass Dalvik aus dem AOSP entfernt werden soll und Commit 98618 enthält die Anweisung, ART als Standard festzulegen. Damit ist das Ende von Dalvik wohl endgültig besiegelt. Spätestens jetzt sollten Entwickler von Apps überprüfen, ob ihre Anwendungen kompatibel mit ART sind – und gegebenenfalls nachbessern.

ART kann als eine Art Dalvik 2.0 betrachtet werden. Die neue Laufzeitumgebung soll Neustart und Weiterentwicklung gleichermaßen repräsentieren. Dalvik wurde seit Jahren zwar weiter gepflegt, ART liefert Untersuchungen zufolge aber bereits jetzt, im wenig optimierten Beta-Zustand, in vielen Apps mehr Leistung als Dalvik. Grund ist, dass der Bytecode durch ART erheblich maschinennäher als Dalvik formuliert wird und somit weniger Rechenaufwand zur Ausführung vonnöten ist. Dies bedeutet, dass die Ressourcen des Geräts effizienter genutzt werden können und die gefühlte Performance ansteigt.

quicksort-art-vs-dalvik

Wer sich schon vor der Einführung von ART als Standard-Runtime bereits ein Bild machen möchte und ein Nexus 5 (Test) oder ein anderes kompatibles Gerät mit Android 4.4.x-ROM besitzt, kann sie bereits aktivieren. Dafür muss man zunächst die Entwicklereinstellungen freischalten. Dies erreicht man durch wiederholtes Tippen auf die Build-Nummer in den Einstellungen unter Über das Telefon/Tablet. In dem neu erscheinenden Entwicklereinstellungen-Menü wird ART als alternative Laufzeitumgebung angeboten. Nach Auswahl der neuen Laufzeitumgebung und einem anschließendem Neustart, bei dem alle Anwendungen angepasst werden, ist ART aktiv. Diese Anpassung kann allerdings einige Minuten Zeit in Anspruch nehmen. Außerdem sei erwähnt, dass nicht alle Android 4.4-Geräte bereits die Testversion von ART integriert haben und manche Apps immer noch ART-inkompatibel sind.

Auch wenn ART bereits nutzbar ist, bleibt abzuwarten was Googles Entwicklerteam noch an Performance-Verbesserungen herausholen kann. Zwar läuft die Laufzeitumgebung bereits recht rund und – zumindest im Stock ROM bisher mit wenig Problemen, doch Optimierungspotenzial ist sicher noch reichlich vorhanden. In diesem Sinne: „Dalvik is dead, long live Dalvik!“

Quellen: AOSP 1, (2) [via XDA Developers]

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