Android 5.0: Nächste Version erhält „Kill Switch“ zum Zurücksetzen von Smartphones nach Verlust oder Diebstahl

Andreas Floemer 22

Im April dieses Jahres berichteten wir von einer Diebstahlsicherung für Smartphones, auch Kill-Switch genannt, die 2015 eingeführt werden soll. Mit dieser wird es möglich sein, Geräte aus der Ferne zu sperren oder gar zu löschen und endgültig unbrauchbar zu machen, sodass Unbefugte keinen Zugriff auf sensible Daten erhalten. Diese Technologie wird nach Aussagen Googles bereits in der kommenden Android-Iteration 5.0 an Bord sein. 

Android 5.0: Nächste Version erhält „Kill Switch“ zum Zurücksetzen von Smartphones nach Verlust oder Diebstahl

Unsere Smartphones und auch Tablets sind bei Langfingern sehr begehrt: Sie haben zumeist einen recht hohen Preis – von ideellem Wert ganz zu schweigen –, lassen sich leicht entwenden und können mit wenig Aufwand auf Werkseinstellungen zurückgesetzt werden, sodass keine Spur des Vorbesitzers mehr darauf zu finden ist und das Gerät problemlos weiterverkauft werden kann. Um der stetig ansteigenden Diebstahlquoten von Smartphones die Stirn zu bieten, hatten Google, Apple, Samsung, HTC, Huawei, Motorola Mobility, Microsoft/Nokia und diverse Netzbetreiber im April ein Abkommen zu Einführung eines Smartphone-Diebstahlschutzes unterzeichnet.

Kill Switch bei Apple erfolgreich

Apple hat es Dieben mit der Einführung von iOS 7 im vergangenen Jahr bereits schwerer gemacht, iPhone und Co. weiterzuverkaufen: Seit der neuen iOS-Version ist die sogenannte Aktivierungssperre mit der Anwendung „Find My iPhone“ verknüpft. Ohne Apple ID-Login kann ein Gerät somit nicht mehr ohne Weiteres zurückgesetzt werden. Das macht sich auch in Kriminalitätsstatistiken bemerkbar: Der Diebstahl von iPhones in New York City ist seit der Einführung der Funktion um 19 Prozent gesunken, der von Samsung-Geräten mit Android im gleichen Zeitraum allerdings um satte 40 Prozent angestiegen.

Angesichts dieser positiven Entwicklung, die auf Apples Plattform seit der Integration der Aktivierungssperre beobachtet werden kann, hat man sich bei Google entschieden, eine eigene Lösung bereits zum Bestandteil der nächsten Android-Version zu machen, die innerhalb der kommenden Wochen – frühestens zur Google I/O – vorgestellt werden wird. Dies geht aus einem offiziellen Statement von Google gegenüber Bloomberg hervor. Auch Microsoft wird in Windows Phone eine entsprechende Lösung integrieren.

Schwierige Implementation in Android

Damit ein solcher Diebstahlschutz unter Android Wirkung zeigt, müsste Google seine bereits existierende Lösung, den Android Geräte-Manager, umfassend ausbauen. Denn dieser funktioniert nur, wenn das etwaige Gerät angestellt ist. Das Tool kann das gegebenenfalls entwendete Smartphone aus der Ferne orten, sperren oder löschen. Wurde das Gerät aber von einem Dieb entwendet, der weiß, wie einfach sich ein Android-Geräte wipen lässt, also mit einen kompletten Reset auf den Werkszustand zurücksetzt, ist der Fernzugriff nicht mehr möglich und das Smartphone oder Tablet für immer verloren.

Wie Google den Zugriff auf das System-Recovery für Dritte unterbinden will, bleibt ungewiss. Allerdings ist sicher, dass der neue Sicherheitsmechanismus sich nicht einfach mit einer App oder per Play Service-Update installieren lassen kann – es müsste aus oben genannten Gründen auf Systemebene geschehen.

Damit der Nutzer durch das Abhandenkommen eines Geräts nicht gleich all seine darauf gespeicherten Daten verliert, wäre es wünschenswert und ein passender Baustein im Gefüge, wenn auch eine Vollbackup-Lösung mit Cloud-Anbindung in Android integriert würde.

Quelle: Bloomberg [via CultofAndroid]

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