Ice Cream Sandwich: Sony Ericsson und Motorola erläutern Update-Prozess

Daniel Kuhn 9

Mit jeder neuen Android-Version geht auch immer das alte Update-Problem einher: Wer nicht auf Custom ROMs zurückgreifen möchte, sondern auf die offiziellen Hersteller-Updates wartet, muss viel Geduld mitbringen. Sowohl Motorola als auch Sony Ericsson haben sich vorgenommen, den Update-Vorgang etwas transparenter zu gestalten und haben jeweils ausführliche Blog-Einträge dazu verfasst, in denen sie erläutern, was getan werden muss und warum es so lange dauert.

Ice Cream Sandwich: Sony Ericsson und Motorola erläutern Update-Prozess

Bisher hielt sich das Gerücht, die Anpassung der jeweiligen Hersteller-Benutzeroberflächen sei der größte Zeitfresser bei der Aktualisierung bestehender Geräte auf eine neue Android-Version. Sony Ericsson und Motorola machen mit ihren Erläuterungen des Update-Prozesses nun klar, dass dieser Vorgang um ein vielfaches komplexer ist und daraus resultierend länger dauert, als es den meisten Nutzern lieb ist.

Wie zu erwarten war, ist der Update-Prozess bei beiden Herstellern sehr ähnlich und sieht stark vereinfacht folgendermaßen aus: Alles beginnt natürlich mit der Anpassung des neuen Quellcodes und Frameworks sowie der einzelnen Gerätekomponenten und Treiber. Nachdem die Benutzeroberflächen angepasst und die Updates lokalisiert wurden, muss in der Testphase noch sichergestellt werden, dass die neue Version auf allen Geräten stabil und fehlerfrei läuft. In den USA werden die Updates dann bei den Providern zur Zertifizierung eingereicht. Nachdem die Funkstandards (WLAN, Bluetooth, Modem etc.) zertifiziert wurden und letzte Vorbereitungen für das Ausrollen vorgenommen wurden, kann das Update dann endlich an den Kunden zugestellt werden.

Da es ziemlich schwer einzuschätzen ist, wie lange die einzelnen Schritte dauern, hat Motorola jeweils grobe Richtwerte angegeben, die wiederum für Ernüchterung sorgen: Das Update für ein Gerät dauert demnach zwischen vier und sechs Monaten. Das ist vor allem insofern problematisch, als dass Google vor einiger Zeit den Plan geäußert hat, ungefähr alle sechs Monate eine neue Android-Version zu veröffentlichen. Das bedeutet also, dass Android 4.0 auf die meisten Motorola-Geräte erst ausrollen wird, wenn die nächste Android-Version bereits vorgestellt wurde.

Motorola ist dabei aber kein Einzelfall, auch andere Hersteller müssen mit entsprechenden Zeiträumen kalkulieren – woraus sich zum Beispiel auch erklärt, warum Android 2.3 ein Jahr nach der Veröffentlichung erst auf 50% aller Android-Geräte installiert ist.

Auch wenn der Update-Prozess nun besser nachvollziehbar ist, wünschen wir uns, dass die von Google auf der Google I/O 2011 ins Leben gerufene Update Allianz bald mit brauchbaren Ergebnissen von sich Reden macht und den Prozess wie versprochen beschleunigt. Wer sich die Wartezeit auf die aktuelle Android-Version vertreiben will, kann die beiden ausführlichen Blog-Einträge von Motorola und Sony Ericsson in aller Ruhe Schritt für Schritt (fast wie beim Online-Tracking) durchlesen – interessant sind sie allemal. Wir werden dann berichten, sobald die ersten Geräte Aktualisierungen erhalten.

Motorola Blog und Sony Ericsson Developer Blog [via androidpolice.com]

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