Die augenscheinlichste Veränderung von Android L ist bislang vermutlich das neue Multitasking: Fand der Nutzer hier zuvor noch eine vergleichsweise langweilige Ansicht mit Thumbnails der kürzlich verwendeten Applikationen vor, gibt es mit der nächsten Android-Version eine hübsch animierte Kartenansicht im Material-Design. Manch einer könnte dies für eine optische Spielerei halten, doch tatsächlich handelt es sich hierbei um eine fundamentale Veränderung, die alte Probleme beseitigen dürfte.

 

Android 5.0 (Lollipop)

Facts 

Zugegeben, an sich ist Multitasking schon seit jeher eine der Stärken von Android gewesen und wird durch Multiwindows-Funktionen und Features wie HALO beziehungsweise Hover kontinuierlich verbessert. in vielen Situationen funktioniert der Wechsel zwischen Applikationen allerdings schlichtweg nicht so, wie es eigentlich sein sollte.

Verdeutlichen wir dies an einem einfachen Beispiel, eine Applikation aus dem Google Play Store über Gmail teilen zu wollen:
Die Gmail-App wird nicht als eigenständige Applikation geöffnet, sondern verbleibt als Unter-Aktivität der Google Play-App und wird auch als solche in der Multitasking-Ansicht angezeigt.

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Verwirrend wird dies für neue Nutzer, wenn man mit der Zurück-Taste eigentlich in den Posteingang der E-Mail-App navigieren möchte, stattdessen aber wieder im Play Store landet. Egal in wie viele andere Applikationen man navigiert, sofern man eine App nicht aktiv verlässt, werden weitere Applikationen ausschließlich als Unter-Aktivität registriert und nicht als eigenständige App im Multitasking angezeigt.

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Was sich bisher nur behelfsmäßig über ein Xposed-Modul lösen ließ, soll mit Android „L“ endlich ein Ende haben. Das Multitasking im Kartenformat bietet nicht nur optische Vorzüge, sondern soll zukünftig für jede neue Aktivität innerhalb einer App eine eigene Karte erstellen.

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Öffnet man also fortan den Reiter, um Inhalte zu teilen, wird die neue App auch in der Multitasking-Ansicht zusammen mit der laufenden App angezeigt. Dadurch wird erheblich weniger Verwirrung gestiftet und auch das leidige Problem mit der Ungewissheit, wohin die Zurück-Taste einen nun wirklich führt, könnte dadurch in Zukunft behoben werden. Einziger Kritikpunkt: Es wird vermutlich künftig viel häufiger notwendig werden, Apps aus der Multitasking-Ansicht zu entfernen, um über den virtuellen Kartenstapel einen Überblick behalten zu können. Demonstriert wurde das neue Multitasking unter anderem von den Kollegen von TechnoBuffalo auf einem Nexus 7 (2013, Test) mit der Developer Preview von Android L:

Was haltet ihr von der neuen Multitasking-Lösung? Wie könnte man die Methode noch weiter verbessern? Meldet euch wie immer unten in den Kommentaren zu Wort.

Quelle: Android Police, TechnoBuffalo