Android L „Project Volta“: Erster Akku-Test mit vielversprechenden Ergebnissen – 36 Prozent mehr Laufzeit

Kaan Gürayer 36

Dank „Project Volta“ soll die Akkulaufzeit in Android L enorm gesteigert werden. Unsere Kollegen von Ars Technica sind dem Versprechen nachgegangen und haben dazu die Developer Preview von Android L gegen Android 4.4.4 KitKat antreten lassen. Das vielversprechende Ergebnis: Im direkten Test hielt ein Smartphone mit Android L satte 36 Prozent länger durch. 

Android L „Project Volta“: Erster Akku-Test mit vielversprechenden Ergebnissen – 36 Prozent mehr Laufzeit

Project Butter“, „Project Svelte“ und nun „Project Volta“ – es scheint, als hätte Google zu jeder neuen Android-Version auch ein neues Projekt am Start, was sich den Schwächen des OS widmet. Sollten die beiden erstgenannten noch die Performance steigern beziehungsweise dafür sorgen, dass Android auch auf weniger leistungsstarken Geräten anständig läuft, wird mit Project Volta nun die Akkulaufzeit ins Visier genommen.

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„Project Volta“: An vielen Ecken hat Google an der Energieeffizienz gearbeitet

Dabei ist Project Volta keine Einzelmaßnahme, sondern verbessert Android an vielen kleinen Ecken und macht das System somit engergiesparender. So hat Google in internen Tests beispielsweise herausgefunden, dass das reine Aufwecken eines Smartphones oder Tablets gleich zwei Minuten an Standby-Zeit verbrennt. Wohlgemerkt: Damit ist nicht nur gemeint, wenn ein Nutzer sein Gerät anschaltet, sondern schließt auch mit ein, wenn eine App den Prozessor oder das Modem aktiviert, um zum Beispiel nach Updates zu suchen – Prozesse also, von denen der Nutzer gar nichts mitbekommt. Hierzu hat Google in Android L die sogenannte „JobScheduler-API“ eingeführt, die es ermöglicht, weniger wichtige App-Anfragen zusammenzufassen, sodass nicht jede Anwendung einzeln den Prozessor, das Modem oder andere Hardware-Komponenten aktivieren muss.

Mit dem neuen Tool „Battery Historian“ erhalten Nutzer außerdem einen detaillierteren Einblick in die Apps und Prozesse, die besonders energiehungrig sind. Auch Google benutzt das clevere Werkzeug bereits und hat damit Teile Androids effizienter gemacht. Die neue Runtime ART, die in KitKat bereits experimentell eingeführt wurde und in Android L Dalvik endgültig in Rente schicken wird, soll Dank ihrer besseren Performance ebenfalls weniger Strom verbrauchen.

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Im Test 36 Prozent mehr Laufzeit

Aber genug von den schnöden technischen Einzelheiten, wie gut hat denn jetzt Android L gegenüber KitKat abgeschnitten? Um gleiche Voraussetzungen zu schaffen, wurden die Tests auf ein und demselben Smartphone vollzogen – einmal mit Android L, einmal mit Android 4.4.4 KitKat. Im Test blieb das Smartphone-Display angeschaltet und es wurden über WLAN alle 15 Sekunden lang Webseiten geladen, bis der Akku schlappgemacht hat. Die Display-Helligkeit lag bei 200 cd/m2, der Test wurde jeweils zweimal wiederholt. Im direkten Vergleich schaffte es das Smartphone mit Android L an Bord auf 471 Minuten, bis es sich komplett ausschaltete. Bei Android 4.4.4 KitKat war bereits nach 345 Minuten Schluss. Die Differenz: satte 36 Prozent, oder 126 Minuten beziehungsweise über zwei Stunden. Das Smartphone mit Android L hielt also über ein Drittel länger durch – imposante Werte. Notabene: Im Testlauf wurde der neue „Battery Saver“-Modus, der aggressiv die Bildschirm-Helligkeit und die Hintergrund-Daten deaktiviert, wenn das Smartphone oder Tablet nur noch 15 Prozent Akku hat, erst gar nicht benutzt. Mit diesem könnte die Akkulaufzeit in der neuen Android-Version wohl sogar noch weiter gesteigert werden. Ebenso ist es möglich, dass „Project Volta“ bis zum offiziellen Release von Android L im Herbst noch weiter optimiert wird – schließlich wurde ja hier nur die Developer Preview der neuen Android-Version getestet.

36 Prozent mehr Akkulaufzeit: Was sagt ihr zu den Resultaten?

Quelle: Ars Technica 

Anmerkung: Der Artikel wurde um die Information ergänzt, dass der Test jeweils zweimal wiederholt wurde. 

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