Android „L“-Release Vorschau: Erste Eindrücke von Android 5.0

Lukas Funk 36

Nutzer eines Nexus 5 oder Nexus 7 (2013) in der WLAN-Variante haben seit heute Abend die Möglichkeit, eine Vorschauversion des kommenden „L“-Release von Android selbst zu testen. Wir haben das Factory Image flugs auf dem aktuellsten Google-Smartphone installiert und schildern unsere ersten Eindrücke.

Android „L“-Release Vorschau: Erste Eindrücke von Android 5.0

Nachdem sich das Preview von Android 5.0, bislang nur unter dem Anfangsbuchstaben „L“ bekannt, problemlos wie jedes andere Factory Image auf das Nexus 5 flashen ließ, folgte die erste Enttäuschung auf dem Fuße: Bootloop – das Smartphone hing im Startbildschirm fest. Im zweiten Neustart lief aber alles glatt und nach einer etwas längeren Startsequenz erstrahlte der neue Lockscreen von „L“ auf dem aktuellen Nexus-Smartphone.

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Die Einrichtung funktionierte tadellos und präsentierte erste grafische Elemente des Material Design: Statt schwarz mit blauen Akzenten sind Menüs nun in Grau und Türkis gehalten. Ohne weitere Anwendungen installiert zu haben zeigte sich die Benutzeroberfläche im ersten Rundgang responsiv und — wie von Matias Duarte gestern Abend gepriesen — voller flüssiger, subtiler Animationen.

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Dies zeigte sich vor allem in den System-Apps wie Telefon und Taschenrechner, aber auch in den Einstellungen, die jetzt deutlich freundlicher in hellgrau gehalten sind – ebenfalls mit türkisfarbenen Akzenten. Der Homescreen, gestellt vom Google Now Launcher, verzichtet nun auf die Schatten am oberen und unteren Bildschirmrand und wirkt so größer und offener.

Erste Fehler und Inkonsistenzen sind im Benachrichtigungsmenü zu finden: Persistente Benachrichtigungen von Drittanbieter-Apps sind erstens noch in schwarz gehalten und lassen sich zweitens zur Seite schieben, wo sie dann aber nicht verschwinden, sondern kaum sichtbar verharren.

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Besonders bizarr mutet dieser Umstand auf dem Sperrbildschirm an: Dieser zeigt nun von Haus aus Benachrichtigungen an zentraler Stelle, während mit einem Wisch vom rechten Bildschirmrand wie gewohnt die Kamera startet – und dabei einen Blick auf die zur Seite geschobenen Benachrichtigungen gestattet. Lockscreen-Widgets sind in der Vorschau nicht mehr enthalten, stattdessen gelangt man durch einen Wisch vom linken Rand des Sperrbildschirms direkt zur Telefon-App. Ob sich dies im finalen Release ändern wird, ist nicht bekannt. Ein Wisch nach oben entsperrt schließlich das Gerät.

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Nachdem das System mit einigen Apps beladen wurde, schwindet zudem die anfängliche Flüssigkeit dahin. Zwar ist kein Stottern zu erkennen, doch fühlen sich Übergänge eher behäbig an. Auch einige Animationen scheinen etwas zu abrupt zu enden. Von Project Hera, also der Verschmelzen von Android und Chrome im Multitasking-Menü, gibt es bislang keine Spur. Statt einzelne Tabs zu zeigen wird Chrome wie jede andere App dargestellt.

Zuletzt sind einige Apps schlicht noch nicht kompatibel mit Androids neuester Version. Im Test verweigerte Watchever die Installation, Berichten zufolge sollen auch die Browser Firefox und Opera nicht lauffähig sein.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass „L“ für eine Vorschau einen überraschend guten Eindruck macht. Zwar fehlen noch viele der versprochenen Features, doch funktionieren im Gegenzug vorhandene weitgehend fehlerfrei. Wer eines der kompatiblen Nexus-Devices als Zweitgerät oder zum Experimentieren nutzt, kann die Installation ruhig wagen, als Betriebssystem für den täglichen Einsatz taugt „L“ aber noch nicht.

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