Android Extensions: Modularer Aufbau soll Update-Problem endlich lösen

Rafael Thiel 6

Offenbar werkelt Google im Hintergrund daran, vollständige OS-Updates in Zukunft obsolet zu machen. In einem offiziellen Dokument sind Hinweise gesichtet worden, die darauf hindeuten, dass neue Funktionen für Android bald modular und ohne Zutun des Nutzers aufgespielt werden können.

Android Extensions: Modularer Aufbau soll Update-Problem endlich lösen
Bildquelle: Family O'Abé/Flickr.

Nachdem Android 7.0 Nougat mittlerweile über zwei Monate verfügbar ist, hat Google endlich das Compatibility Definition Document (CDD) veröffentlicht. Dabei handelt es sich im Grunde um eine Strichliste aller Bedingungen, die Hersteller erfüllen müssen, um Android und die Google-Dienste nutzen zu dürfen. Darin ist etwa geregelt, welche Apps unter allen Umständen vorinstalliert und auf dem Homescreen von Werk aus sichtbar sein müssen. Die Kollegen von Ars Technica haben einen Blick in das Dokument geworfen und sind auf ein interessantes Detail gestoßen: Die sogenannten Android Extensions.

GoogleExtServices.apk: Quelloffene Play Dienste für Android OS

Der kurze Beschreibungstext lässt darauf schließen, dass Google mit den Android Extensions einen quelloffenen Pendant zu den eigenen Play Services schaffen will. Damit ließen sich Systemfunktionen respektive APIs aus der Ferne aufspielen, ohne dass der Nutzer ein vollständiges OS-Update händisch installieren muss. Die Implementierung der Android Extensions ist für Hersteller ab Android 7.0 Nougat obligatorisch, Veränderungen dürfen keine vorgenommen werden.

3.1.1. Android Extensions

Android includes the support of extending the managed APIs while keeping the same API level version. Android device implementations MUST preload the AOSP implementation of both the shared library ExtShared and services ExtServices with versions higher than or equal to the minimum versions allowed per each API level. For example, Android 7.0 device implementations, running API level 24 MUST include at least version 1.

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Android-Versionen: Das Google-Betriebssystem.

GoogleExtShared.apk: Mehr Effizienz durch geteilte Bibliotheken

Neben der mutmaßlich mit dieser Aufgabe betrauten GoogleExtServices.apk, findet sich auf dem Google Pixel noch eine weitere Anwendung. Die GoogleExtShared.apk dient aller Voraussicht der Auslagerung von häufig genutzten Bibliotheken. Denn falls etwa 50 Apps auf dieselben Libraries zugreifen, finden sich aktuell auch 50 (zum Teil veraltete) Versionen jener auf dem Smartphone respektive Tablet. Das ist selbstverständlich redundant. Mit der GoogleExtShared.apk wird es dann wohl jeweils nur noch eine Instanz der Bibliotheken geben.

Android Extensions: Ein noch unfertiges Projekt

Zum aktuellen Zeitpunkt scheinen beide APK-Dateien noch Dummys zu sein. Vor allem die GoogleExtShared.apk wiegt nur 10 KB, ist somit bestenfalls als Platzhalter zu verstehen. Es ist jedoch davon auszugehen, dass Google die so getauften Android Extensions in den kommenden Monaten mit Leben füllen wird. Für größere Veränderung wird übrigens natürlich weiterhin ein volles OS-Update vonnöten sein.

Quelle: Android 7.0 Nougat CDD via Ars Technica, Android Authority

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