Cider ermöglicht iOS-Apps auf Android-Geräten

Kamal Nicholas 19

Ja, Cider ist ein Getränk, neuerdings aber auch der Name für ein Uni-Projekt, das iOS-Apps auf Android-Geräte bringen will. Einige Apps wurden sogar schon relativ erfolgreich portiert.

Cider ermöglicht iOS-Apps auf Android-Geräten

Ein schlagendes Argument für iOS-Apps war vor einiger Zeit, dass diese wesentliche besser aussehen, als Apps für Android. Glücklicherweise hat sich in dieser Hinsicht einiges getan, dennoch finden sich gerade im Play Store immer auch wieder wirklich grauenhafte und hässliche Anwendungen, die es so wesentlich seltener in Apples App Store zu finden gibt.

Viel wichtiger für manche Nutzer als das Aussehen ist aber vielleicht, dass es auch weiterhin Apps gibt, die (zunächst) ausschließlich nur für iOS verfügbar sind und erst viel später (wenn überhaupt) auch für Android-Geräte verfügbar werden. Ein gutes Beispiel wären hier etwa Apples eigenen Apps wie etwa iTunes oder iMessage, die es offiziell wahrscheinlich niemals für Android geben wird.

Cider: Android und iOS vereint

Abhilfe könnte dabei das Projekt Cider von Informatik-Studenten der Columbia University New York schaffen, denn Cider ist eine Kompatibilitäts-Architektur, die es zumindest in einigen Fällen ermöglicht, iOS-Apps auf Android-Geräten zu nutzen.

Dies funktioniert durch den Einsatz einer Kombination aus einer „binären Kompatibilitätstechnologien und diplomatischen Funktionen“. Statt einer traditionellen virtuellen Maschine wird der iOS-App hier also vorgetäuscht, dass sie tatsächlich in einem System mit iOS-Kernel läuft. Bisher wurden so schon verschiedene iOS Apps auf einem Nexus 7 zum laufen gebracht, in der Praxis läuft die ganze Sache aber noch nicht ganz so rund wie auf dem Papier, wie im folgenden Video zu sehen ist.

Zudem gibt es für den Einsatz von iOS-Apps auf Android-Geräten noch verschiedene Einschränkungen. So können bisher keine Apps zum Laufen gebracht werden, die für den Betrieb auf das GPS, die Kamera, das Mobilfunkradio oder das Bluetooth-Modul zugreifen müssen.

Es ist natürlich sehr fraglich, ob sich eine Lösung wie Cider jemals auch kommerziell durchsetzen könnte. Während es sich bei Android zwar um Open Source-Software handelt, ist iOS eine sehr geschlossene und restriktive Umgebung. Cider bedient sich aber Teilen von dieser, was Apple sicherlich nicht unbedingt schmecken wird. Dennoch ist es aber sehr schön zu sehen, was da eigentlich möglich.

Und wer weiß?Vielleicht heißt das Ganze dann in der Zukunft iDroid oder AndiOS… (Ok. Das wird wahrscheinlich nicht passieren). Falls ihr euch für die detaillierten technischen Vorgänge des Cider-Projektes interessiert, könnt ihr diese im offiziellen PDF nachlesen.

Quelle: SD Times via androidnext, Artikelbild: snapinspect

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