Die 5 größten Android-Mythen: Darauf solltest du nicht hereinfallen

Thomas Lumesberger 37

Rund um Googles mobiles Betriebssystem ranken sich viele Mythen. Ein Großteil davon ist schlicht und ergreifend unwahr. Wir greifen hier die fünf größten Android-Mythen auf und wollen einmal prüfen, was wirklich an den Behauptungen dran ist.

Mythos 1: Android ist zu kompliziert

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Schon seit der Vorstellung von Android begleitet dieser Mythos das mobile Betriebssystem. Anscheinend sollen Menüs und Einstellungsmöglichkeiten zu sehr verschachtelt sein, Android ist zu unübersichtlich und generell muss man ein absoluter Nerd sein, um das OS wirklich zu durchblicken. Das sind die Vorwürfe, die Android an den Kopf geknallt werden.

In Wahrheit sind diese Behauptungen aber schon lange nicht mehr aktuell. Vielleicht war Android in den Anfangstagen einmal nicht gerade intuitiv, was die Bedienung und Einstellungsmöglichkeiten betrifft. Allerdings hat sich in dieser Hinsicht sehr viel getan – und spätestens seit Android 5.0 Lollipop ist das System nicht nur einfach zu handeln, sondern sieht richtig schick aus!

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Android Versionen: Das Google-Betriebssystem.

Mythos 2: Android ist unsicher

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Ein ähnliches Problem gibt es auch bei Windows: Es ist logisch, dass ein Betriebssystem mit einem hohen Marktanteil für Hacker und Cyber-Kriminelle attraktiver ist als ein kleiner Fisch mit einem einstelligen Anteil am OS-Kuchen.

In erster Linie muss aber klargestellt werden, dass die Bedrohung bei weitem nicht so dramatisch ist, wie sie uns viele Medien und vor allem Anti-Viren-Hersteller glauben machen wollen. Sicher gibt es gefährliche Viren und Schad-Programme – eine echte Chance haben sie aber erst durch das unvorsichtige Verhalten mancher Nutzer.

Um uns vor Bedrohungen zu schützen, hat Google bereits einige Sicherheitsmaßnahmen integriert. So werden zum Beispiel alle Apps, die im Play Store angeboten werden, vor der Veröffentlichung automatisch auf verdächtigen Code überprüft. Dazu kommt noch der Hinweis-Bildschirm auf die Berechtigungen, die der App beim Installieren gegeben werden – und ab Android 6.x kann man Anwendungen sogar gezielt einzelne Rechte verweigern.

Damit etwaige Bedrohungen nicht aus Leichtsinnigkeit aufs Smartphone gelangen, ist es wichtig, sich Apps nur aus dem Play Store oder anderen vertrauenswürdigen Quellen herunterzuladen. Auch wenn Drittanbieter-Stores vielleicht ebenfalls die gleichen Apps anbieten, könnten sie etwa modifiziert und zu Spionagetools umgebaut worden sein.

Unterm Strich ist liegt es also in der Hand der Nutzer: Wer nicht unbedarft auf jeden Link klickt, Apps aus vertrauenswürdigen Quellen bezieht und einfach mit etwas „Hausverstand“ unterwegs ist, der hat mit Android keine Sicherheitsprobleme.

Mythos 3: Die meisten Apps kommen zuerst zu iOS

google play store apps smartphone

Dieser Mythos stammt noch aus der Steinzeit der Smartphones. Als Apple mit dem ersten iPhone daherkam und später dann den App Store vorgestellt und für Entwickler freigegeben hat, konnte noch niemand wirklich glauben, dass Android eine echte Bedrohung für das Apple-Betriebssystem wird. Derzeit hält Googles Mobil-OS aber einen Marktanteil von rund 80 Prozent und ist damit die klare Nummer Eins.

Entsprechend hat sich auch der Fokus der App-Entwickler geändert: Anstatt Anwendungen zuerst nur für den relativ kleinen Markt an iOS-Benutzern zu programmieren, werden Apps von größeren Entwicklern meist zeitgleich auf beiden Plattformen veröffentlicht. Natürlich gibt es auch Unternehmen, die sich zuerst auf iOS konzentrieren und später eine Android-Variante nachschieben – das Gleiche gilt aber auch umgekehrt. Zudem hat die Zeitspanne zwischen der Veröffentlichung auf beiden Plattformen mittlerweile deutlich abgenommen, sollte iOS tatsächlich mal wieder eine App zuerst erhalten.

Mythos 4: Android-Geräte stürzen öfter ab

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Es stimmt, dass Android zu Beginn viele Schwierigkeiten in Sachen Performance hatte. Doch welches Betriebssystem hatte das nicht? Selbst iOS, der angebliche Hochgeschwindigkeitszug unter den mobilen Betriebssystemen, hatte zu Beginn mit Performance-Macken und schwermütigen Apps zu kämpfen. Doch diese Zeiten haben wir schon lange hinter uns gelassen und genauso, wie iOS Stück für Stück Features von Android übernommen hat, ist das Google-OS den Kinderschuhen entwachsen und hat die Performance und Flüssigkeit von iOS erreicht.

Damit Android auf dem Smartphone gut und flüssig läuft, braucht es keinen High-End-Prozessor oder ein sündhaft teures Gerät im Allgemeinen. Auch Mittelklasse- und Einsteiger-Geräte liefern mittlerweile wirklich gute Leistungswerte.

Mythos 5: Ein Task-Killer ist erforderlich

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Der Placebo-Effekt lässt grüßen! In unzähligen Foren wird darüber diskutiert, ob ein separater Task-Killer erforderlich ist und ob man damit die Performance beziehungsweise die Akkulaufzeit des Smartphones verbessern kann. Die Antwort: NEIN!

Wie jedes (gute) Betriebssystem ist auch Android mit unterschiedlichen Dienstprogrammen ausgestattet, die ständig auf der Suche nach ungenutzten Tasks sind und diese auf Eis legen, bis man sie wieder benötigt. Manch einer mag jetzt argumentieren, dass ein vollständiges Töten dieser Prozesse eine Verbesserung der Akkulaufzeit bringt. Das mag zwar in der Theorie stimmen, allerdings nimmt man dafür dem Betriebssystem ein Stückchen seiner Stabilität. Hin und wieder müssen einfach Hilfsprogramme ein paar Aufgaben erledigen, sodass ein bequemer Betrieb des Smartphones gewährleistet werden kann – ein Task-Killer stört hier nur und funkt unnötig dazwischen.

Wer unseren Beteuerungen nicht glaubt, der sollte einmal seinen Task-Killer deinstallieren und sein Smartphone ein paar Tage ohne verwenden. Es sollte eine Verbesserung hinsichtlich der Stabilität zu erkennen sein, auch wenn diese nicht allzu groß ausfällt.

Das waren unsere 5 größten Android-Mythen. Kennst du weitere? Dann schreib sie uns in die Kommentare.

Artikelbild-Quelle: Family O’Abé/Flickr/cc-Lizenz

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