Was mich an Android nervt – Ein Kommentar

Kamal Nicholas 17

Android ist ein tolles mobiles Betriebssystem, das viele Facetten hat, die ich sehr zu schätzen weiß. Aber wie das eigentlich immer mit Dingen ist, gibt es auch bei Android zwei Seiten der Medaille. Deshalb ist es nun auch mal an der Zeit, dass ich mich darüber auslasse, was mich an Android nervt.

Was mich an Android nervt – Ein Kommentar

Versteht mich nicht falsch: Android gefällt mir sehr gut und es wird unter normalen Bedingungen auch weiterhin meine erste Wahl in Sachen mobilen Betriebssystemen bleiben. Aber es gibt da eben auch ein paar Dinge, die mich an Android so richtig nerven. Was diese sind und warum mich das nervt, erfahrt ihr hier.

Zu viele Smartphones

Das mag vielleicht nach einem Luxus-Problem klingen, soll aber eigentlich in eine andere Richtung gehen. Natürlich ist eine große Auswahl etwas Tolles. So findet jeder ein Gerät, das mit Sicherheit fast perfekt zu ihm passt.

Was ich allerdings nicht verstehe ist die Flut an Geräten, mit denen die Hersteller die Käuferschaft bombardiert. Klar, die Flaggschiffe und Highend-Geräte lassen sich mit Mühe noch aufzählen (wenn man sich regelmäßig mit der Materie auseinandersetzt, wie wir bei GIGA ANDROID es tun). Sobald es aber an die Mittel- und Unterklasse der Geräte kommt, ist die Sache vorbei.

Warum ist das ein Problem? Weil der Nutzer nicht mehr weiß, welches Gerät welchen Vorteil zu einem anderen bringt. Allen voran muss hier natürlich Samsung genannten werden, die so unglaublich viele Geräte im Angebot haben, das einem schwindelig werden kann.  Bereits im April dieses Jahres hatte ich einen Artikel über die bis dahin von Samsung vorgestellten Geräte geschrieben und bin auf die unglaubliche Zahl von 70 Samrtphones gekommen. Seither sind gefühlt mindestens 20 neue Geräte dazugekommen. Und das sind nur die in Deutschland/Europa verfügbaren Geräte.

Doch nicht nur Samsung macht da komische Sachen. Auch Sony und HTC haben ständig neue Geräte im Angebot, die sich teilweise nur marginal von anderen Produkten unterscheiden. Bei Sony ist in der Xperia-Reihe gefühlt alles von A bis Z dabei, HTC hält sich mittlerweile zwar ein wenig zurück, hat es in der Vergangenheit aber auch geschafft, lauter „Ones“ mit unterschiedlichen Anhängseln auf den Markt zu bringen.

Und dann auf einmal kamen noch die Google Play Editions dazu. Neben der „normalen“ Version der eigenen Smartphones gibt es jetzt also noch solche, die mit einer reinen Android-Version ausgestattet sind. Das ist ja schön und gut (ich bin ein absoluter Verfechter von Vanilla Android), aber warum ist es nicht einfach möglich, ein HTC One oder ein Galaxy S4 von Anfang an mit dem reinen Android auf den Markt zu bringen, bei dem optional zu TouchWiz oder Sense gewechselt werden kann?

Ein normaler Nutzer blickt einfach nicht mehr durch, und selbst Leute, die sich professionell mit der Materie auseinandersetzen, verlieren den Überblick (ich wette, dass nicht ein Mitarbeiter von Samsung wirklich alle Android-Smartphones und –Tablets des Unternehmens aufzählen kann).

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Android-Versionen: Das Google-Betriebssystem.

Android ist zu „offen“

Das klingt auch irgendwie seltsam. Ist die Offenheit von Android nicht auch genau das, was es so gut macht? Die Antwort lautet ganz klar „Jein“. Das Positive daran ist, dass eigentlich jeder, der sich mit der Programmierung auskennt, Hand anlegen kann. Dadurch gibt es solch tolle Entwicklungen wie Custom ROMs á la CyanogenMod, unzählige Anpassungsmöglichkeiten durch den Nutzer und und und.

Das Negative? Das fast jedes Telekommunikationsunternehmen, das sich mit der Programmierung auskennt und das eigene Geräte anbietet, Hand anlegt. Das Resultat ist eine teilweise wirklich problematische Fragmentierung, die Nutzer und Entwickler zu gleichen Teilen spüren.

Während Google immer weiter am mobilen Betriebssystem arbeitet und somit natürlich auch neue Geräte mit der aktuellsten Android-Version auf den Markt kommen, sind immer noch fast ein Viertel aller Geräte mit einer zwei Jahre alten Android-Version ausgestattet. Warum ist das ein Problem? Weil diese Android-Version viele Funktionen einfach nicht hat, die neue Apps etc. nutzen.

Updates für Android kommen auf vielen Geräten oftmals – wenn überhaupt – sehr spät, weil erst der OEM (Original Equipment Manufacturer, z.B. Samsung, HTC, Sony) an der Benutzeroberfläche herumtüftelt und dann noch das Telekommunikationsunternehmen (z.B. 1&1, Telekom, O2) seinen Senf dazu gibt. Wenn dann ein Update kommen, muss das ganze Spiel wieder von vorne los gehen, was oftmals leider nicht der Fall ist. Das Resultat sind Geräte, die maximal sechs Monate – wenn überhaupt - auf dem aktuellen Software-Stand und danach quasi veraltet sind.

Dazu kommt, dass verschiedene Unternehmen Android so dermaßen verhunzen (nicht nur optisch), dass das Ergebnis mit Android kaum mehr etwas zu tun hat. Ein Beispiel wäre Amazons Fire OS, das im Grunde zwar Android ist, mit dem man aber nicht einmal von Haus aus Zugriff auf den Play Store (DEN PLAY STORE!) hat. Stattdessen müssen Apps über den eigenen Amazon App Store bezogen werden. Puh!

So ist es auch nicht verwunderlich, dass bestimmte Apps oftmals lange Zeit gar nicht für Android verfügbar sind, während sie auf iOS äußerst erfolgreich laufen (ein aktuelles Beispiel wäre etwa das fantastische Spiel Badland, das lange vor der Android-Version bereits für iOS verfügbar war). Oder aber die Android-Varianten müssen lange auf Updates warten. Natürlich ist das ein wenig ärgerlich, gleichzeitig aber seitens der Entwickler oft auch nachvollziehbar.

Auf Seite 2 geht der Ärger weiter mit dem Design und Googles gelegentlicher Ignoranz/Arroganz

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