Android: 20 Google-Apps Pflicht für Smartphone-Hersteller

Martin Malischek 8

Google stockt auf: Waren bis dato nur neun Apps für die Nutzung des Play Stores und anderer Dienste auf dem Smartphone nötig, müssen laut The Information nun 20 an der Zahl vorinstalliert werden. Außerdem verbietet der Suchmaschinenriese konkurrierende Dienste der jeweiligen Hersteller.

Wollen Hersteller Android auf ihren Smartphones nutzen und den App-Markt Play Store von Google auf diesen anbieten, müssen sie einen sogenannten MADA-Vertrag mit dem Internetkonzern abschließen. Andernfalls untersagt ihnen das Unternehmen aus Mountain View die Nutzung der Google-Dienste und zertifiziert das Gerät hierfür schlichtweg nicht.

Die Existenz des Mobile Application Distribution Agreements (MADA) ist kein Geheimnis und schon seit geraumer Zeit bekannt. Nun gibt der Konzern weitaus härtere Bestimmungen für die Nutzung des hauseigenen Betriebssystems mit den Google-Diensten vor. Waren es zuvor noch neun Google-Dienste, sind es nunmehr doppelt so viele, um genau zu sein 20 an der Zahl.

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Android-Versionen: Das Google-Betriebssystem

Android-Nutzung: Nicht nur mehr, sondern auch prominentere Platzierung

Jedoch wird nicht nur die Anzahl der Anwendungen, sondern auch die Positionierung dieser strenger gehandhabt. So sind diese prominent zu platzieren, wie beispielsweise mit einem Ordner auf dem Homescreen des Smartphones. Hersteller müssen zudem auf Konkurrenzprodukte verzichten, zumindest bei der Sprachsteuerung.

So fliegt beispielsweise die Anwendung S Voice von Samsung-Smartphones, außerdem muss bei Browsern auf die Chrome-Engine für das Rendering von Webseiten gesetzt werden. Dies bedeutet jedoch nicht, dass diese Vereinbarung auch für die allgemeine Nutzung von Android gültig ist, sondern nur für die zusätzliche Implementierung der Google-eigenen Dienste.

So sind beispielsweise Xiaomi mit ihrem hauseigenem MIUI-Betriebssystem zu nennen oder Amazon mit dem Fire OS. Beide Hersteller-Betriebssysteme bedienen sich zwar an Android als Basis, nutzen jedoch eigene Dienste für das App-Angebot und dergleichen.

Es bleibt abzuwarten, ob die neue Vereinbarung Herstellern zu bunt wird und sie an einem hauseigenen Betriebssystem oder hauseigenen Appstores arbeiten.

Quellen: GoogleWatchBlog, The Information, via TechStage

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