Android: kommende Versionen könnten Root-Usern das Leben schwer machen

Steffen Pochanke 19

In den vergangenen Jahren hat Google immer weiter daran gearbeitet, Android sicherer und somit auch attraktiver für Unternehmen zu machen. Diese Veränderungen sind zunächst einmal als positiv zu werten sind, weil sie Malware das Leben schwer machen. Auf der anderen Seite machen sie auch den Power-Usern das Leben schwer, die die Software ihres Gerätes gerne modifizieren. Auch dieser Tage hört man wieder davon, dass der Root für Android vor dem Aus steht. Was dahinter steckt, erfahrt ihr hier.

Der renommierte Entwickler Chainfire hat im Android Open Source Project (AOSP) einige Veränderungen entdeckt, die die Funktionalität, die Nutzer von Root-Apps kennen, in Zukunft stark einschränken könnten. Genau genommen bewirken die Veränderungen am Android-Quellcode, dass der Schreibzugriff auf die Systempartition (/system) des Android-Geräts nur noch dem Recovery-System zum Zweck des Einspielens von Systemupdates gewährt wird. Apps, selbst solche mit Root-Zugriff, könnten also keine Veränderungen an Systemdateien mehr vornehmen. Das Lesen von Daten aus der Systempartition ist aber weiterhin möglich.

Auswirkungen der Änderungen

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Sollten diese Änderungen Einzug in eine künftige Android-Version halten, bedeutet das für den Normalnutzer ohne Root erst einmal überhaupt keine spürbare Veränderung. Unter der Haube ist das System aber ein gutes Stück sicherer geworden. Selbst Malware, die eine Sicherheitslücke ausnutzt, um Root-Zugriff zu erlangen, kann nun nicht mehr Systemdateien manipulieren.

Auch werden nicht alle Root-Apps sofort nutzlos: Anwendungen, die lediglich App-Daten auslesen und schreiben, bleiben beispielsweise weiterhin komplett funktionsfähig, da sie hauptsächlich auf der /data-Partition arbeiten. Diese kann im Gegensatz zur /system-Partition nach den Veränderungen am Quellcode weiterhin durch Root-Apps beschrieben werden. Eine Backup-App wie Titanium-Backup kann also weiterhin ihre Hauptaufgabe verrichten. Aber die Wiederherstellung von System-Apps sowie das Umwandeln von normalen Apps in Systemapps sind beispielsweise nicht mehr ohne Weiteres möglich.

Andere Root-Apps wie Root-Dateimanager oder ROM Toolbox, die dazu benutzt werden, um Systemdateien zu manipulieren, werden umfangreichere Updates benötigen, um ihre aktuelle Funktionalität zu behalten. Ein einfaches Bearbeiten der build.prop wird beispielsweise nicht mehr möglich sein.

Mögliche Lösungen für Root-User

Eine mögliche Lösung, um Root-Apps weiterhin die Manipulation von Systemdateien zu ermöglichen, lautet wie folgt: Die App erstellt zunächst eine flashbare ZIP-Datei mit den gewünschten Änderungen an der Systempartition. Dann lässt die App das Android-Gerät in den Recovery-Modus starten, um dort die erstellte ZIP-Datei zu flashen. Anschließend startet das Android-Gerät neu und die gewünschten Änderungen wurden durch das Recovery-System durchgeführt.

Dieser Prozess ist natürlich weitaus aufwendiger als bisher und außerdem ist dazu ein installiertes Custom-Recovery wie TWRP oder ClockworkMod nötig.

Eine weitere Möglichkeit wäre das Flashen eines Mods, der die Änderungen in Bezug auf den Schreibzugriff wieder rückgängig macht. Ob das Android-Team dieses Schlupfloch aber lange offen lässt, das ist zu bezweifeln.

 Wann kommen die Änderungen?

Zunächst einmal lässt sich feststellen, dass die Änderungen im AOSP erst wenige Tage alt sind. Damit wird die Anpassung noch nicht in Android 4.4.3 zu finden sein, wie die Kollegen von Android Police bestätigen können.

Bis wir die verschärften Sicherheitsmaßnahmen zu spüren bekommen, dauert es also auf jeden Fall noch eine Android-Iteration.

Quelle: Android Police

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