Android und Chrome OS: Google will Touchscreen-Latenzen mit Roboter-Hilfe verringern

Tuan Le 1

Eine zu hohe Latenz in der Benutzeroberfläche – im Allgemeinen auch Lag genannt – kann die Nutzererfahrung erheblich beeinträchtigen. Wenig verwunderlich, dass Google mit allen Mitteln eine Reduzierung solcher Verzögerungen anstrebt. Einen Einblick in die Arbeit in den Laboren des Chrome OS-Teams bietet ein interessantes Video, in dem ein Roboter bei der Messung der Latenzen zum Einsatz kommt.

Hohe Latenzen sind nicht nur für ambitionierte Zocker immer wieder ein großes Ärgernis, sondern auch für moderne Smartphone-Nutzer. Zu beobachten sind diese immer dann, wenn die Latenz, auch Verzögerungszeit genannt, derartig hoch ist, dass für den Menschen die Zeitdifferenz zwischen der Eingabe eines Befehls sowie der vom System erwünschten Reaktion wahrnehmbar wird. Gerade bei Touch-Eingaben, wo der Mensch intuitiv eine Reaktion in Echtzeit erwartet, muss die Latenz zumindest unter 100 ms gehalten werden, um eine gute Nutzererfahrung bieten zu können. Anders formuliert: Je geringer die Zeit zwischen Berührung des Bildschirms und dem entsprechenden visuellen Feedback, desto flüssiger und performanter wird das System wahrgenommen.

Zu diesem Zweck gilt es, sowohl die Registrierung und Verarbeitung der Touch-Eingabe zu beschleunigen, als auch die Geschwindigkeit, mit der das Bild aus dem Framebuffer auf dem Bildschirm dargestellt wird. Bereits ein paar Millisekunden weniger Latenz machen hier einen deutlichen Unterschied aus. Dieser wird beispielsweise dann offenbar, wenn der Nutzer schnelle Bewegungen auf dem Touchscreen durchführt. Wenn etwa in einem Zeichenprogramm die gemalte Linie einige Millimeter hinter dem Finger folgt oder ein zu bewegendes Icon auf dem Homescreen nur träge dem Finger folgt, ist das Problem eine zu hohe Latenz.

Das Chrome OS-Team verwendet zur Ermittlung derartiger Verzögerungen einen speziellen Roboter und demonstriert die Vorgehensweise in einem Video auf sämtlichen Geräten der Nexus-Serie.

Chrome TouchBot.

Entwickelt wurde der Touchbot vom finnischen Unternehmen OptoFidelity und wird unter anderem zum Testen des Chrome Browsers verwendet. Der Code zur Programmierung des Touchbot ist Open Source und im Git-Repository des Chromium-Projekts hinterlegt. Verwendet wird für den Latenztest eine spezielle Webseite, die öffentlich unter der Adresse http://crostouchlatency.appspot.com für jeden zugänglich ist.

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Dort gibt es insgesamt sechs verschiedene Tests, bei denen die Reaktionsgeschwindigkeit des Browsers beim Scrollen oder Antippen des Smartphones gemessen werden kann. Mithilfe einer High Speed-Kamera wird im Video aber außerdem festgehalten, wie der Bildaufbau beim Scrollen eigentlich Stück für Stück vonstatten geht: Für das menschliche Auge ist dieser Vorgang im Idealfall nicht erkennbar, doch bei einer fehlerhaften Software-Performance lässt sich das Nachladen der Webseiten-Daten als „ruckelndes“ Scrolling sehen.

via Francois Beaufort @Google+

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