Google lockert die Zügel und hat seine Lizenzvereinbarungen mit Geräteherstellern angepasst: Ab sofort müssen Samsung, LG, Sony und Co. weniger Google-Apps standardmäßig vorinstallieren, um eine Zertifizierung für den Play Store zu erhalten. Zu den Anwendungen, deren Installation nicht mehr zwingend ist, gehören unter anderem Google Earth, Google Keep – und Google+.

 

Android

Facts 

Android ist quelloffen, kostenlos und kann von jedermann nach eigenem Gutdünken verwendet werden – das ist die eine Seite der Medaille. Die andere: Wer als Hersteller Zugriff auf den Play Store und die ebenso wichtigen Google Play Services haben möchte, muss sich an das sogenannte Mobile Application Distribution Agreement, kurz MADA, halten. In dieser Rahmenvereinbarung wird unter anderem geregelt, wie viele Google-Apps auf dem Android-Gerät standardmäßig vorinstalliert und wo diese zu finden sein müssen.

Im September 2014 sind erstmals konkrete Details zu Googles Vorgaben durchgesickert – unter anderem schrieb der Suchmaschinenbetreiber vor, dass 20 der hauseigenen Apps in einem Ordner mit dem Namen „Google“ auf dem primären Homescreen erreichbar sein müssen. Von dieser strengen Regelung rückt der Konzern jetzt aber ein Stück weit ab.

Wie die Kollegen von Android Central berichten, besteht Google nun nicht mehr darauf, dass der Google Play Kiosk (Newsstand), Google Play Bücher (Books) oder Google Play Spiele (Games) vorinstalliert sein müssen. Auch die Installation von Google Earth, Google Notizen (Keep) und Google+ ist ab sofort keine Pflichtveranstaltung mehr – wobei wir freilich zumindest das Fehlen der Apps Google Play Games und Keep auch schon bei einigen Geräten der jüngeren Vergangenheit beobachtet haben. Ob das an individuellen Absprachen mit den Herstellern lag oder daran, dass diese Änderungen schrittweise vollzogen wurden und werden, ist von außen schwierig zu beurteilen.

Über den Play Store lassen sich die genannten Apps aber selbstverständlich weiterhin herunterladen. Vor allem die Freigabe von Google+ ist jedoch aufschlussreich – unterstreicht sie doch erneut, wie das Unternehmen, das sich bald einen neuen Mutterkonzern namens Alphabet geben wird, doch mittlerweile auf Abstand zu seinem sozialen Netzwerk geht. Eine Entwicklung, die mit der Entkoppelung von Google+ von anderen Google-Diensten Ende Juli ihren bisherigen Höhepunkt erreichte.

Bilderstrecke starten(21 Bilder)
Smartphone-süchtig? Diese 15 Tipps könnten helfen

Gelockerte MADA-Reglungen: Gut für Einsteiger-Smartphones- und Tablets

Die nun gelockerten MADA-Regelungen dürften vor allem Einsteiger-Smartphones- und Tablets zugute kommen, denn die vorinstallierten Google-Apps ließen sich in der Regel nicht vom Nutzer entfernen. Bei Geräten im unteren Preissegment, deren Datenspeicher notorisch knapp ist, dürfte jedes zusätzliche freie MB willkommen sein – zumal auch gerade die im Hintergrund laufende Google+-App als Akkusauger bekannt ist. Bleibt nur zu hoffen, dass Samsung, HTC & Co. den freigewordenen Speicher nicht nutzen, um noch mehr von ihren eigenen Anwendungen vorzuinstallieren...

Quelle: Android Central