Google investiert in bessere Grafik für Android-Games, holt Macher der Vulkan-Grafikschnittstelle

Tuan Le 1

Google erweitert weiter munter den eigenen Mitarbeiterstab und hat sich jüngst die mobile Abteilung des von Valve unterstützten LunarG-Teams einverleibt. Dadurch soll das Vulkan Grafik-API in künftigen Android-Versionen Einzug halten und für Leistungsschübe in der Grafik-Performance vor allem von Spielen sorgen - selbst auf schwächerer Hardware.

Google investiert in bessere Grafik für Android-Games, holt Macher der Vulkan-Grafikschnittstelle
Bildquelle: Andiseño Estudio (Public Domain).

Wir schreiben das Jahr 2015, Smartphones mit 4 GB RAM Arbeitsspeicher und Octa Core-CPUs stellen keine Seltenheit mehr dar und stechen in Benchmarks schon den einen oder anderen Laptop aus. Blickt man allerdings auf die Möglichkeiten zur Nutzung der zur Verfügung stehenden Rechenleistung, folgt schnell Ernüchterung: Selbst für Gaming-Enthusiasten gibt es im mobilen Segment kaum Titel, die etwa die Rechenleistung eines Samsung Galaxy S6 ausreizen. Für flüssige Alltags-Performance reichen sogar deutlich schwächere SoCs völlig aus. Die neueste Übernahme von Google könnte aber für frischen Wind sorgen: Das mobile Entwicklerteam rund um den neuen Grafikstandard Vulkan zieht um nach Mountain View und soll dort für bessere Grafikleistung unter Android sorgen.

Einer der Hauptgründe dafür, dass ein Großteil der mobilen Games die Grafikleistung aktueller Smartphones nicht völlig ausreizt, ist der Umstand, dass man die Nutzer mit älterer Hardware nicht als potenzielle Kunden verlieren möchte. Die gebotene Darstellung in Spielen orientiert sich dementsprechend eher an der Leistung von Flaggschiff-Geräten des Vorjahres (oder gar des Vorvorjahres). Mit der Vulkan API soll es aber App-Entwicklern möglich sein, „enger am Metall“ zu programmieren und das Leistungspotential von CPUs (Hauptprozessoren) und GPUs (Grafikprozessoren) effizienter zu nutzen. Bei gleicher Hardware wäre es somit dank der neuen API möglich, deutlich mehr Leistung nutzbar zu machen und dabei sogar noch Strom zu sparen.

Momentan wird in 3D-Anwendungen, also mehrheitlich Games, unter Android der quelloffene OpenGL-Standard verwendet. OpenGL ist Kritikern zufolge fragmentiert, unzuverlässig und schleppt Ballast aus 20 Jahren Entwicklung mit sich herum. Neu entwickelte Grafikschnittstellen wie Metal von Apple, DirectX 12 von Microsoft und Mantle von AMD versuchten hingegen in den letzten Jahren durch Optimierungen auf spezifische Hardware hin, Abstraktions-Overhead abzuwerfen und dadurch mehr Performance zu erzielen. Es wird Zeit, dass auch Android in diese Richtung optimiert wird, das Mobil-OS soll aber weiter parallel trotzdem weiter OpenGL unterstützen.

Bereits in der kommenden Android-Version 7.0 könnte der neue Standard eingeführt werden; wir werden euch auf dem Laufenden und berichten, sobald neue Informationen vorliegen.

Quelle: LunarG via phoneArena
Bild oben: Andiseño Estudio (Public Domain)

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