Wollen Hersteller von Android-Geräten in Zukunft ihre neuen Geräte mit offiziellen Google Apps ausstatten, müssen diese eine möglichst aktuelle Android-Version einsetzen. Dies zumindest sollen neue Richtlinien von Google vorschreiben.

 

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Es handelt sich zwar noch nicht um offizielle Neuigkeiten, doch die Umsetzung dieser wahrscheinlichen neuen Richtlinien von Google soll laut Android Police bald in die Tat umgesetzt werden.

Damit Hersteller von neuen Android-Geräten ihre Smartphones und Tablets nicht mehr mit einer veralteten Android-Version ausstatten, will Google diese mit ihren neuen Richtlinien also dazu zwingen. Oder zumindest dazu bewegen. Sollten Hersteller sich nicht an die Vorgaben halten, werden diese nämlich keine Lizenz erhalten, ihre Geräte mit Google Mobile Services (GMS) - also  den Google Apps - auszustatten. Zu diesen gehören unter anderen der Play Store, Google Maps, Gmail und mehr.

In diesem Zusammenhang ist auch eine Tabelle erschienen, bis wann Hersteller von Android-Geräten ihre Geräte mit welcher Android-Version ausstatten müssen, bevor Google einschreitet:

API VersionÖffnung des GMS Zulassungs-Zeitfensters (AOSP Release Datum)Schließung des GMS Zulassungs-Zeitfensters 
Gingerbread6. Dezember 20101. Februar 2014
Honeycomb24. Februar 20111. Februar 2014
Ice Cream Sandwich16. Dezember 20111. Februar 2014
4.1 (API Level 16)12. Juli 20121. Februar 2014
4.2 (API Level 17)13. November 201224. April 2014
4.3 (API Level 18)25. Juli 201331. Juli 2014
4.4 (API Level 19)31. Oktober 2013Wird mit dem API Level 20 Release angekündigt

Laut dieser Tabelle dürfen Hersteller also seit dem 1. Februar nicht mehr Android 4.1 und darunter für ihre Geräte verwenden, wenn sie auf diesem Gerät die Dienste von Google nutzen wollen. Das Zeitfenster für Android 4.2 läuft Ende April aus, Ende Juli ist dann Android 4.3 dran.

Bei den oben genannten Daten handelt es sich aber nicht um das Datum, bis wann ein Gerät auf dem Markt erscheinen muss, sondern um das GMS Zulassungs-Datum, also den Zeitpunkt der Zertifizierung für die Dienste auf dem Gerät.

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Googles neue Richtlinien in der Praxis

Ein Beispiel: Ein neues Gerät mit der Android-Version 4.3 von Hersteller X erhält am  30. Juli noch das Zertifikat für Googles Mobile Services, das Gerät selbst erscheint dann aber vielleicht erst im Oktober desselben Jahres. Sollte Hersteller X sich zu spät um das Zertifikat kümmern (in diesem Fall also nach dem 31. Juli), muss sein Gerät mit Android 4.4 ausgestattet sein, damit dies das GMS-Zertifikat erhalten.

Mit diesen neuen (noch nicht offiziellen) Richtlinien könnte Google den nächsten Schritt wagen, um dem Problem der Fragmentierung von Android besser entgegenzutreten. Bis heute etwa sind gerade einmal 1,4 Prozent der neuen Geräte mit Android 4.3 ausgestattet, auch Android 4.3 ist nur auf 7,8 Prozent aller Geräte vorhanden.

Ein weiterer solcher Schritt ist unter anderem, dass Google viele der  eigenen System-Apps im Play Store verfügbar gemacht hat, damit Nutzer von älteren Android-Versionen auch in den Geschmack der neuen Apps kommen können, ohne dabei von der Update-Politik ihres Geräteherstellers oder Netzwerkbetreibers abhängig zu sein.

Die Hersteller bekommen dadurch also nur noch ein bestimmtes Zeitfenster, um ihr Gerät mit einer aktuellen Android-Version auszustatten. Vor allem auf das Low-End- und Mittel-Segment der Android-Geräte dürften sich diese neuen Richtlinien auswirken, denn es sind vor allem solche Geräte, die gerne mit veralteter Software ausgestattet werden. Und das kommt natürlich auch den Nutzern zu Gute. Ansonsten werden die Konsumenten von dieser Entscheidung wahrscheinlich kaum etwas merken.

Quelle: Android Police