5 Vorurteile, die Android-Nutzer nicht mehr hören wollen

Tuan Le 25

Liebe Apple-Fanboys, ihr habt ein iPhone. Ihr seid glücklich und zufrieden damit, das ist schön. Es gibt Menschen in eurem Bekanntenkreis, die ein Smartphone mit einem anderen Betriebssystem verwenden – Android. Natürlich wollt ihr diesen Menschen die Begeisterung für iOS näherbringen; dass beide Betriebssysteme ihre Vor- und Nachteile haben ist nicht zu verneinen, aber bitte: Verschont uns mit den folgenden Vorurteilen!

5 Vorurteile, die Android-Nutzer nicht mehr hören wollen

Argument 1: „Android-Geräte sind billiger Plastikmüll!“

Manche Android-Nutzer werden es vermutlich kennen: Ein frischgebackener iPhone-Besitzer berichtet glücklich davon, wie hochwertig und gut verarbeitet sein neues Handy ist. An sich gar kein Problem – wenn man nicht im gleichen Atemzug darüber herziehen würde, wie schlecht verarbeitet die Geräte aus dem Android-Sektor seien.
Typische Aussage: „Ich hatte vorher ein Samsung Galaxy Y , das total billig verarbeitet war! Jetzt habe ich ein Phone 6s und bin super zufrieden! Apple baut einfach schöne Handys!“

Zum Mitschreiben: Anders als bei iOS kommen pro Jahr mehr als zwei Android-Smartphones auf den Markt! Vor allem gibt es auch große Unterschiede in den Preisklassen: Wer von einem 100 Euro Billig-Smartphone mit Android auf ein iPhone umsteigt (das naturgemäß nun einmal teurer, dafür aber auch vergleichsweise hochwertig ist), darf keine Äpfel mit Birnen vergleichen. Zugegeben, Samsung hat lange Zeit auch im High End-Sektor auf weniger wertige Kunststoff-Gehäuse gesetzt – aber diese Zeiten sind vorbei.

Aktuelle Samsung-Flaggschiffe oder Geräte wie das HTC One M9, das Sony Xperia Z5 und das Huawei Mate S sind dagegen wirklich alles andere als „Plastikbomber“ oder „billiger Plastikschrott“. Mit Smartphones wie dem OnePlus X gibt es sogar Vertreter, die trotz hochwertiger Anmutung und edlem Design deutlich günstiger als das iPhone sind.

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Android-Versionen: Das Google-Betriebssystem.

Argument 2: „Android ruckelt doch an allen Ecken/stürzt andauernd ab!“

Wir bleiben beim obigen Szenario: „Mein Samsung Galaxy Y hat geruckelt, stürzte dauernd ab und wurde von Tag zu Tag langsamer! Mein iPhone läuft dagegen superflüssig! Apple hat Programmierung einfach drauf!“

Oder, ebenfalls beliebt: „Ich hatte noch nie ein anständiges Android-Smartphone in der Hand, aber die ruckeln, stürzen andauernd ab und werden von Tag zu Tag langsamer! Mein iPhone läuft dagegen superflüssig! Schachmatt, Android!“

Zunächst einmal sollte mit dem Mythos aufgeräumt werden, dass iOS eine ruckelfreie, nie abstürzende und stets reaktionsfreudige Benutzeroberfläche bietet. Tatsächlich gibt es mehr als genug iPhone-Nutzer (etwa hier), die sich vor allem nach Software-Updates über eine immer schlechter werdende Performance ihres Gerätes beschweren, von App-Abstürzen ganz zu schweigen.

Dass Smartphones aus dem Einsteiger-Segment mit entsprechender Hardware je nach Belastung auch mal die Waffen strecken, liegt auf der Hand (wiewohl auch das Problem in den letzten Jahren deutlich kleiner geworden ist). Auch hochkarätige Android-Geräte können hin und wieder unter plötzlichen Neustarts und abstürzenden Apps leiden. Das hängt nicht zuletzt davon ab, welche Apps man auf seinem Gerät installiert hat und vor allem davon, aus welchen Quellen. Und vielleicht, ja ganz vielleicht, ist iOS an einigen Ecken tatsächlich einen Tick flüssiger als Android.

Wieso um alles in der Welt stellen sich aber manche iOS-Nutzer die User Experience unter Android ausschließlich wie eine ruckelnde und ständig abstürzende 10-FPS-Hölle vor? Es gibt sogar ernsthaft Menschen, die bezweifeln, dass Android mit mehreren gleichzeitig eingehenden Benachrichtigungen zurechtkommt!

Aufgrund der hitzigen Diskussion gestern: (Über-)flüssige Lockscreen-Benachrichtigungen bei iOS vs. Effizienz bei Android, würden wir mal sagen ;)

Posted by GIGA ANDROID on Donnerstag, 14. Januar 2016

Wir halten fest: Android-Smartphones aus der Preisklasse, in der sich aktuelle iPhones befinden, lassen in der Regel kaum Wünsche an die Performance offen. Ob iOS an einigen Stellen Aufgaben etwas effizienter und flüssiger erledigt, sei dahingestellt, doch die Performance unter Android ist eindeutig weit besser als ihr Ruf.

Argument 3: „Android ist total unsicher und virenverseucht!“

Android-Nutzer werden tatsächlich immer wieder von Schreckensmeldungen à la Stagefright-Lücke heimgesucht. Darüber hinaus gibt es viele Statistiken, die belegen, dass Android-Geräte deutlich häufiger von Viren befallen werden als Smartphones und Tablets mit iOS.

Als offenes Betriebssystem ist Android grundlegend anders aufgebaut als iOS: Naturgemäß gibt es hier tatsächlich mehr Möglichkeiten für kriminelle Entwickler, auf schädliche Art und Weise Einfluss auf die Smartphones der Nutzer zu nehmen. Zumindest theoretisch; denn praktisch können einfallsreiche Entwickler zwar Lücken im Android-Code finden. Häufig müssen aber schon eine Reihe von Faktoren übereinstimmen und sehr viel Aufwand getätigt werden, damit der Exploit tatsächlich ausgenutzt werden kann.

„Bah, hab‘ mir auf’m Android-Smartphone nen Trojaner eingefangen! Voll der Müll, ey!“
-- „Woher hast du denn die App?“
-- „Also ich lad mir alles bei gecrackte-android-games-for-free.org herunter!“

Was bei der Diskussion um die Sicherheit zwischen Android und iOS außerdem häufig außen vor gelassen wird, ist das Verhalten der Nutzer: Unter Android gibt es per APK-Sideload die Option, Apps auch außerhalb des Google Play Store zu installieren. Das hat zum einen den Vorteil, dass unabhängige Nutzer aus der Community kleine Apps ohne großen Aufwand an die Nutzer bereitstellen können. Zum anderen gibt es aber viele Nutzer, die dies gewissenlos zur illegalen Installation von APK-Dateien aus dubiosen Quellen verwenden, um kostenlos an bestimmte Apps und Spiele zu gelangen. Da es unter Android die Möglichkeit gibt, die Apps vorher ausgiebig zu testen, sind dadurch entstehende Sicherheitsrisiken eigentlich kaum zu rechtfertigen.

Google Play Store: Apps werden ausgiebig überprüft und gefiltert

Google selbst geht dagegen im Play Store gewissenhaft gegen Viren und Malware vor und überprüft die dort veröffentlichten Apps nicht nur bei der Zulassung für den Store, sondern auch darüber hinaus in regelmäßigen Abständen: Dadurch wird die Gefahr umgangen, dass anfangs harmlose Apps sich mit folgenden Updates plötzlich zu Malware-Schleudern entwickeln. Laut SD Maid-Entwickler Darken würden aufgrund der gewissenhaften Überprüfung durch Google Anti-Malware-Applikationen sogar kaum einen Mehrwert unter Android bringen. Und wer trotzdem Apps aus anderen Quellen sucht, findet im Netz legale und sichere Play-Store-Alternativen.

Dass man auf irgendwelche dubiosen Links klickt oder sich massenhaft illegale APKs herunterlädt, können sie schließlich auch nicht verhindern. Stattdessen gilt es, angesichts der vielfältigen Optionen und Möglichkeiten unter Android den gesunden Menschenverstand zu gebrauchen, oder auch wie die Geschichte von Spiderman es uns gelehrt hat: „Mit großer Macht kommt große Verantwortung!“.

Auf der nächsten Seite: Das gute alte Update-Argument – und Tablet-Apps unter Android

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