App Store: Betrügerische Apps kassieren bei gutgläubigen Benutzern ab

Florian Matthey 1

Im App Store sind iPhone- und iPad-Benutzer recht sicher vor Malware und Viren – nicht aber vor anderen Tricks durch Betrüger. In Apples App-Portal befinden sich einige Fake-Apps, die Benutzer zum Abschluss von Abos mit Wucherpreisen auffordern.

Der Blogger Johnny Lin beschreibt bei Medium, wie Betrüger nutzlose Apps in den App Store „eingeschleust“ haben, um Geld von arglosen Benutzern zu kassieren, ohne eine Gegenleistung zu bieten.

Es handelt sich in erster Linie um Apps wie VPN-Clients oder Virenscanner, die entweder keinen Mehrwert zu anderen kostenlosen Apps oder überhaupt keine Funktionalität bieten: Von VPN-Verbindung über nicht vertrauenswürdige Anbieter sollten Benutzer ohnehin absehen, und ein Virenscanner bringt auf einem iOS-Gerät ohnehin nichts: Selbst wenn es verbreitete iPhone- oder iPad-Viren gäbe, könnte eine App diese aufgrund ihrer eigenen von Apple vorgegebenen Beschränkungen gar nicht auffinden.

iPhone SE im Test.

Die Entwickler dieser „Fake-Apps“ bezahlen Apple dann für die von Apple seit kurzem in den USA angebotenen „Search Ads“ – also letztendlich für bezahlte Suchergebnisse. Benutzer, die nach bestimmten Begriffen suchen, sehen also diese nutzlosen Apps direkt neben „normalen“ Suchergebnissen. Auch das Detail, dass es sich um bezahlte Ergebnisse handelt, wird manchen Appstore-Besuchern nicht sofort auffallen.

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Wer diese an sich kostenlosen Apps dann installiert und startet, sieht plötzlich eine Aufforderung, ein Abonnement über In-App-Einkäufe abzuschließen. Im Beispiel der schon aufgrund der Satzzeichen und sprachlichen Namensgestaltung verdächtigen App „Mobile protection :Clean & Security VPN“ erscheint nach dem Antippen des Feldes „Free Trial“ die Aufforderung, die Viren-Scan-Funktion für 99 US-Dollar (!) für 7 Tage zu aktivieren.

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Es gibt offenbar gar nicht so wenige Benutzer, die darauf reinfallen: Im Bereich „Produktivität“ lag die App zwischenzeitlich im US-App Store in den Top 10 der umsatzstärksten Apps. Einer Schätzung Sensor Tower zufolge müsste der Entwickler in einem Monat mit der App rund 80.000 US-Dollar Umsatz gemacht haben.

Letztendlich handelt es sich nicht wirklich um ein Sicherheitsproblem: Der Benutzer lädt eine an sich ungefährliche App und muss dem In-App-Einkauf und auch der konkreten Höhe des Abo-Preises zustimmen – wobei letzteres bei Geräten mit Touch ID in Sekundenschnelle geschieht und der Benutzer nach dem Antippen von „Free Trial“ eigentlich keine Bezahlung erwartet. Allerdings fragt sich, warum Apple solche Apps ohne Funktionen und mit exzessiv hohen In-App-Preisen überhaupt zulässt. Apple sollte da die Prüfung wieder genauer vornehmen – vor allem dann, wenn Entwickler außerdem dafür bezahlen, weit oben in Suchergebnissen aufzutauchen.

Quelle: Medium via 9to5Mac, Mac Rumors

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