App Store: Gefälschter Tor-Browser ein mögliches Sicherheitsrisiko

Sven Kaulfuss

Der App Store gilt als sicheres, da geschlossenes System. Apple prüft jede App für iPhone und iPad, bevor diese zum Download bereitgestellt wird. Dennoch gab und gibt es Fälle, in denen dieses System der Abschottung Fragen über den Prüfprozess aufwirft.

App Store: Gefälschter Tor-Browser ein mögliches Sicherheitsrisiko

Sind alle Anwendungen in Apples App Store unbedenklich? Mitglieder des Tor-Netzwerkes zweifeln dies gegenwärtig an. Gegenstand des Unmutes ist die kostenpflichtige (89 Cent) iOS-App „Tor Browser“. Diese erweckt den Eindruck, den bekannten Anonymisierungsservice zu nutzen und ein eben solches, offizielles Angebot zu sein. Stattdessen bezeichnen hochrangige Mitglieder von Tor in einem Service-Ticket die App als Fälschung. Schlimmer noch: „Tor Browser“ sei voll mit Ad- und Spyware. Dies steht natürlich nicht im Einklang mit der eigentlichen Idee der Anonymisierung von Verbindungsdaten.

Tor Browser: Beschwerlicher Beschwerdeweg

Laut dem Service-Eintrag erhielt Apple bereits Ende Dezember 2013 eine Beschwerde. Man versprach die Prüfung und stellte dem Entwickler der App in Aussicht, seine Anwendung zu verteidigen. Eine weitere Reaktion von Apple gab es bis zum heutigen Tag nicht, trotz mehrmaliger Nachfragen – „Tor Browser“ ist nach wie vor im App Store verfügbar.

Scheiterte die Beschwerde am bürokratischen Prüfprozess des App Stores? Die Vermutung liegt nahe. Abseits des formalen Vorgangs versuchen ausgewählte Mitglieder von Tor nun ihre persönlichen Kontakte spielen zu lassen. Angeschrieben wurden in den letzten Stunden Window Snyder und Jon Callas. Beides respektierte Sicherheitsexperten. Snyder arbeitete früher für Microsoft und Mozilla, jetzt für Apple. Callas war in früheren Tagen in Cupertino angestellt. Eine Reaktion steht zum jetzigen Zeitpunkt noch aus.

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Kein Einzelfall: Dubiose TV-Apps

Schon in Vergangenheit gab es Grund zur Beschwerde. So berichteten wir in diesem Jahr über die betrügerische Masche dubioser TV-Apps. Erst Wochen und Monate später griff Apple schlussendlich ein und verbannte die beiden genannten Beispiele aus dem App Store.

Via Ars Technica.

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