App Store: Vernachlässigt Apple Urheberrechts-Verletzungen?

Florian Matthey 2

Der App Store hat ein Copyright-Problem: Einige Entwickler haben die „Geschäftsidee“ entdeckt, Inhalte von Websites ohne Erlaubnis in ihre Apps zu integrieren und dann selbst mit den Inhalten Geld zu verdienen. Apple hilft den Rechteinhabern offenbar nur bedingt.

App Store: Vernachlässigt Apple Urheberrechts-Verletzungen?

Die amerikanische Roanoke Times (via 9 to 5 Mac) berichtet über die unlauteren Praktiken, die im App Store offenbar in jüngster Zeit beliebter geworden sind: Entwickler nehmen Inhalte einer Website – oder auch die ganze Website –, stellen diese in einer eigenen App bereit und nehmen verlangen entweder Geld für die App oder verdienen mit den Inhalten durch Werbeeinblendungen in der App Geld. Das Ganze geschieht ohne Zustimmung des Website-Betreibers, der dementsprechend auch nicht an den Umsätzen beteiligt wird.

Die Roanoke Times zitiert Brian Raub, der mit Lakelubbers.com eine Website für Tips zu Urlauben an Seen in den USA betreibt. Raub entdeckte zahlreiche Apps, die seine Inhalte nutzten, im App Store; teilweise musste er für die Apps bezahlen, um überhaupt festzustellen, ob eine Urheberrechtsverletzung vorliegt.

Im Anschluss setzte Raub sich mit den Entwicklern der Apps in Verbindung, die jedoch nicht mit ihm kooperieren wollten. Raub beschwerte sich bei Apple – immerhin sind Urheberrechtsverletzungen sehr wohl im Vertrag zwischen Apple und Entwicklern als Ausschlusskriterium vorhanden. Apple verwies Raub zunächst darauf, dass er sich mit den Entwicklern auseinander setzen sollte; erst nach einer weiteren Beschwerde entfernte Apple die 11 fraglichen Apps aus dem Store.

Daraufhin habe ein Entwickler aber 20 weitere Apps erstellt, die erneut Lakelubbers.com-Inhalte ohne Raubs Erlaubnis nutzten. Als sich Raub erneut bei Apple beschwerte, reagierte das Unternehmen nicht mehr.

Für betroffene Rechteinhaber besteht natürlich die Möglichkeit, rechtliche Schritte gegen die jeweiligen Entwickler einzuleiten. Das ist allerdings kostspielig; zumal, wenn die Entwickler nicht in demselben Land sitzen wie der Website-Betreiber. Am effektivsten wäre es daher tatsächlich, wenn Apple häufiger reagieren würde.

Zu den Kommentaren

Kommentare zu dieser News

Weitere Themen

* gesponsorter Link