Apple in der Kritik: Anti-Firewall-App aus chinesischem App Store entfernt

Florian Matthey

Apple hebt gerne die Wichtigkeit des chinesischen Marktes hervor. Das Unternehmen kommt aber in China auch nicht darum herum, kritikwürdige Spielregeln einzuhalten - so hat Apple nun eine App aus dem App Store entfernt, die ein Umgehen der chinesischen Internet-Zensur ermöglicht.

Apple in der Kritik: Anti-Firewall-App aus chinesischem App Store entfernt

Die iOS-App Open Door erfreute sich in China einer gewissen Beliebtheit - die Entwickler bewarben die App damit, dass sie ein anonymes Browsing ermöglicht; das entscheidende Feature der Browser-App ist jedoch, dass sie auch eine Umgehung der „Großen Firewall“ Chinas ermöglicht, also dafür sorgt, dass chinesische Benutzer auch auf Seiten zugreifen können, die die chinesische Regierung eigentlich gesperrt hat. Für viele Benutzer dürfte das vor allem für soziale Netzwerke wie Facebook, Twitter und YouTube interessant sein, mit denen die Entwickler die App auch in Form von Screenshots beworben hat.

Nachdem die App einige Zeit lang im chinesischen App Store erhältlich war, hat Apple sie entfernt, ohne die Entwickler im Einzelnen darüber zu informieren. Die Entwickler fragten bei Apple nach - und erhielten die Auskunft, dass die App in China illegal sei. Entwickler müssten aber, wenn sie eine App in einem Land anbieten, die jeweiligen Gesetze des Landes respektieren.

Die Entwickler erklärten, dass sie sich nicht gegen die Entscheidung wehren wollten - sie hätten noch nie gehört, dass Apple eine solche Entscheidung nach einem Protest rückgängig gemacht hat; vielmehr befürchten sie, Apple könne die App auch aus den App Stores anderer Länder entfernen und/oder den Entwickler-Account als „Strafe“ sperren. In anderen Ländern als China ist die App tatsächlich noch erhältlich - .

Apple sieht sich nun jedenfalls der Kritik chinesischer Blogger ausgesetzt: Auf der Mikroblogging-Seite Sina Weibo erscheinen Kommentare wie „Das Obst ist kontaminiert“ oder „Wo bleibt Integrität?“.

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