Apple löscht viele iPhone-Apps und hat dafür einen guten Grund

Holger Eilhard

Bei Apple steht anscheinend aktuell der Frühjahrsputz auf dem Programm. Nachdem vor einigen Tagen illegale Apps für Schlagzeilen sorgten, die außerhalb des App Stores verbreitet werden, nimmt man sich nun offenbar den Problemen innerhalb der eigenen vier App-Store-Wände an.

Apple löscht viele iPhone-Apps und hat dafür einen guten Grund
Bildquelle: GIGA.

App Store: Geklonte iPhone-Apps sollen Suchergebnisse verfälschen

Auslöser für die aktuelle Aufräumaktion ist wieder einmal ein Bericht von TechCrunch, die bereits vor einigen Wochen die nicht erlaubte Nutzung von Enterprise-Zertifikaten ins Rampenlicht gebracht hatten. Im aktuellen Fall geht es um Apps, die im App Store ganz normal verfügbar sind beziehungsweise waren.

Konkret wies man etwa auf Apps für Voice-over-IP (kurz VoIP) hin. Hier fanden sich im Store diverse Apps, die von denselben Entwicklern mit denselben Features eingereicht wurden. Der einzige Unterschied sind Name und Symbol der jeweiligen App. Ziel dieser Unterscheidung ist ein Austricksen der Suchfunktion im App Store, sodass je nach genutztem Schlüsselwort eine Variante einer App möglichst immer als Treffer angezeigt wird.

Auf Anfrage bei einem der Entwickler, TextMe, Inc., sagte Mitgründer und Co-CEO Patrice Giami, dass die Apps für unterschiedliche Marketingzwecke angeboten werden. Sie basieren in der Tat auf demselben Quellcode, man könne aber bei Bedarf einzelne Funktionen einer App deaktivieren, um sie voneinander zu differenzieren. Man sei außerdem noch nie von Apple kontaktiert worden und Duplikate einzelner Apps seien bislang kein Problem gewesen.

So viel geben iPhone- und iPad-Nutzer für Apps im App Store aus:

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So viel Geld geben iPhone-Nutzer wirklich für Apps aus.

Apple räumt auf: Apps fliegen aus dem App Store

Weniger später beobachtete TechCrunch dann, das man sich bei Apple offensichtlich die Hinweise ans Herz genommen hat. So sind die meisten der erwähnten Apps mittlerweile aus dem App Store entfernt worden. Inwiefern Apple sich auch andere Duplikate vorgeknöpft hat, ist unbekannt. In den App Store Review Guidelines weist Apple in Punkt „4.3 Spam“ unter anderem darauf hin, dass mehrere Kopien einer einzelnen App nicht erlaubt sind.

Gleichzeitig warf TechCrunch aber auch einen Blick in einen anderen Bereich des App Stores: Apps, die das Drucken von Bildern in Drogerien erlauben. Als konkretes Beispiel wird MailPix Inc. genannt, die drei verschiedene Apps für das Ausdrucken von Fotos in einem Geschäft im Angebot haben. Die Funktionen der drei Apps seien identisch, lediglich Name und Icon sind erneut die Merkmale, die sich unterscheiden.

Der neue Bericht zeigt, dass Apple auch im hauseigenen App Store gerne mal die Hände vom Steuer nimmt und derartige Klone zulässt. Die Entwickler selbst benutzen keine besonderen Tricks, um ihre Machenschaften zu verstecken. Sie verwenden in der Regel sogar denselben Account, um ihre nahezu 1:1 kopierten Apps anzubieten und so Apples Suchfunktionen auszutricksen.

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