In einem offenen Brief wendet sich der ehemalige Apple-Manager Jean-Louis Gassée an Tim Cook. Seine Forderung: Der App Store muss viel übersichtlicher werden und mehr von menschlicher Hand gepflegt werden.

 

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Gassée arbeitete von 1981 bis 1990 in Cupertino. 1996 wäre seine damalige Firma Be fast von Apple aufgekauft worden. Doch letztendlich entschied man sich für NeXT und die Rückkehr von Steve Jobs zu Apple. Heute ist Gassée Risikokapitalgeber und beobachtet die Schritte in Cupertino genau.

Auf seinem Blog Monday Note ist nun ein offener Brief an Tim Cook erschienen, der sich dem App Store widmet. Dieser hat sich zwar in der Vergangenheit zu einer Erfolgsgeschichte für das Unternehmen entwickelt und sei mittlerweile bares Gold wert. Doch sei dieses Gold in einem „sehr undurchsichtigen Dschungel“ versteckt. Damit spielt er auf die beschränkte Sichtbarkeit von Apps und dass der Store sich zu viel auf Suchalgorithmen beschränke, anstatt auf mehr händische Pflege zu setzen.

Auch zahlreiche Entwickler beklagen immer wieder, dass Apps maximal bei Neuvorstellungen sichtbar sind oder wenn sie in einer der Top-Charts platziert sind. Doch viele gute Apps seien nur schwer auffindbar und für den Nutzer nahezu unsichtbar im Store platziert.

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App-Kritiker und Newsletter sollen für Besserung sorgen

Gassées Idee ist es, ein Team aus App-Kritikern zusammenzustellen, die in jeder Kategorie die besten Programme aufzählt. Auch ein wöchentlicher Newsletter soll Auskunft über die besten Apps und Neuvorstellungen geben.

Mit dieser Kritik hat der ehemalige Apple-Manager sicherlich nicht ganz unrecht. Viele Apps verschwinden im Dickicht des Stores und werden von den Nutzern nur entdeckt, wenn sie explizit danach suchen. Allerdings arbeitet Apple bereits daran, den App Store nicht nur durch Algorithmen zu sortieren. So wurde in der Vergangenheit verstärkt in eine Redaktion investiert. Diese stellt zum Beispiel auch die seit April neue Kategorie „Das Beste im...“ zusammen.

Für iOS 8 hat man bereits angekündigt, den App-Entwicklern mit Bundles und App-Previews in Videoform weitere Werkzeuge an die Hand zu geben. Da ist es sehr gut möglich, dass auch an einem „lesbareren“ Apple Store gearbeitet wird. Denn in einem Punkt sind sich Apple und Gassée ganz sicher einig: Nur ein verständlicher App Store macht auch die iOS-Nutzer glücklich.