Freemium is king: Lohnen sich Bezahl-Apps überhaupt noch?

Flavio Trillo 13

Gratis-Apps sind besser als Bezahl-Apps. Das stimmt nicht nur aus dem Blickwinkel des Anwenders. Auch Entwickler haben sehr viel bessere Chancen auf hohe Umsätze, wenn ihre App (zunächst) nichts kostet. Für welche Kategorien gilt das besonders?

Freemium is king: Lohnen sich Bezahl-Apps überhaupt noch?

Im iTunes App Store kann man mehr Geld verdienen als in Googles Play Store. Das war mal so, und stimmt auch immer noch. Allerdings schwindet Apples Vorsprung vor Google, wenn man die jeweiligen Anteile am App-Umsatz betrachtet. Im Juni lag das Verhältnis bei 70 zu 30 — zu Apples Gunsten. Heute ist steht es laut einer Analyse von Distimo 63 zu 37.

Interessanter als die Frage, wo man mehr Geld mit Apps verdient, ist aber die, womit. Die Entwicklung sowohl im Play Store als auch bei iTunes ist eindeutig. Gratis-Apps sind auf dem Vormarsch und zwar mit Siebenmeilenstiefeln. Auf der iOS-Plattform können In-App-Käufe in kostenlosen Programmen inzwischen 92 Prozent der Umsätze auf sich vereinigen. Für Googles Playstore liegt ihr Anteil sogar bei 98 Prozent.

Die Entwicklung ist vergleichsweise rasant. Noch zu Beginn des Jahres 2013 sahen die Zahlen noch anders aus: 77 Prozent (Apple App Store), beziehungsweise 89 Prozent (Google Playstore).

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Kostenpflichtige Apps auf dem absteigenden Ast?

Android-Anwender tendierten schon immer stärker zu Gratis-Apps als iOS-User, auch mit In-App-Käufen. Jetzt scheint es aber, als hätten Bezahl-Apps kaum noch eine Chance auf dem Markt, ganz gleich ob Android oder iOS. Allerdings lohnt es, sich die Zahlen genauer zu betrachten. Hinter dem Durchschnitt steckt nämlich eine durchaus facettenreiche Aufschlüsselung nach App-Kategorien.

Dort zeigt sich nämlich, dass es durchaus noch einige Möglichkeiten gibt, mit Bezahl-Apps etwas zu verdienen. Besonders im Bereich der Navi-Apps liegt das Geld eindeutig bei den Anwendungen mit einmaliger Gebühr — ohne weitere In-App-Zukäufe. Ebenso bei Produktivitäts-Apps. Einen immer noch recht großen Anteil am Umsatz-Kuchen bekommen auch einmalig kostenpflichtige Musik- und Unterhaltungs-Anwendungen.

Wo das Verhältnis genau anders herum ist, kann man sich leicht denken. Spiele werfen überwältigend deutlich mehr ab, wenn sie das Freemium-Modell nutzen. Deutlich erkennbar an den Ranglisten mit den umsatzstärksten Apps des Jahres:

Das gleiche Bild, ob man bei Apple oder bei Google schaut. Nahezu ausnahmslos Spiele — und fast alle kostenlos. Das spiegelt die Daten von vorhin: Diejenigen Entwickler mit den meisten Umsätzen generieren diese fast ausschließlich aus In-App-Käufen kostenloser Apps.

Es sieht also nicht so aus, als würde das Freemium-Modell alsbald verschwinden. Viel mehr scheint es sich als Klassenprimus immer stärker gegen bezahlte Programme durchzusetzen. Auf allen mobilen App-Märkten. Ob das den Anwendern auf lange Sicht gefällt, bleibt abzuwarten — die aktuelle Erfolgsgeschichte spricht aber eine deutliche Sprache.

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