Rassismus-Vorwurf: Apple verbannt Games mit Südstaaten-Flagge aus App Store

Ansgar Warner 6

Apple schließt sich dem Boykott der Confederate-Flag an: als Reaktion auf das Massaker von Charleston dürfen Spiele-Apps die oft von Rassisten als Symbol verwendete Fahne aus Bürgerkriegs-Zeiten nicht mehr verwenden.

Rassismus-Vorwurf: Apple verbannt Games mit Südstaaten-Flagge aus App Store
Bildquelle: Screenshot.

Der US-Bürgerkrieg ist seit exakt 150 Jahren vorbei. Am 23. Juni 1865 kapitulierten in Appomattox die Truppen der Sklavenhalterstaaten aus dem Süden. Die Flagge der Konföderierten flattert aber bis heute, nicht nur in den Vorgärten konservativer Südstaatler, sondern auch in Apples App Store in Spielen wie „Ultimate General: Gettysburg“, „Civil War 1863“ oder „AAA American Civil War Cannon Shooter“. Allerdings nicht unumstritten, vielen Liberalen gilt sie grundsätzlich als rassistisches Symbol, vielen Rassisten genauso. Auch der Charleston-Attentäter Dylann Storm Roof hat sich gerne mit dem Blauen Sternenkreuz auf rotem Grund geschmückt.

Das hat in den letzten Tagen erneut zu einer Welle der öffentlichen Empörung geführt, und große Konzerne haben schnell darauf reagiert. Amazon, eBay und Walmart haben entsprechende Artikel aus ihrem Sortiment verbannt. Gestern reagierte dann auch Apple: „Wir haben Apps aus dem App Store entfernt, in denen die Konföderierten-Flagge in beleidigender oder böswilliger Weise verwendet wird, was unsere Richtlinien verletzt“, sagte eine Apple-Sprecherin gegenüber BuzzFeed News. Einen generellen Boykott gebe es aber nicht, die Flagge könne immer noch für „Bildungs- oder historische Zwecke“ genutzt werden.

Apple arbeitet mit den Spiel-Herstellern zusammen, um die Games nach Tilgung der Confederate-Flag möglichst schnell wieder in den App Store zurückzubringen. Nicht alle werden das jedoch tun. Die Macher von „Ultimate General: Gettysburg“ etwa lehnen diese Form von inhaltlicher App-Store-Zensur ab, ihr Ziel, so heißt es auf der Website von Game Labs, sei schließlich historische Genauigkeit, für die sie auch von Highschool-Lehrern viel Lob erfahren hätten.

Außerdem würde Apples Boykott die Games-Branche einseitig benachteiligen: „Spielbergs ‚Schindlers Liste‘ wurde auch nicht retuschiert, um angenehmer auszusehen. Der historische ‚Gettysburg‘-Film von 1993 ist immer noch auf iTunes erhältlich. Wir denken, dass alle Formen historischer Darstellung wichtig sind, ob nun Bücher, Filme, oder Games. Wahre Geschichten sind uns wichtiger als Geld“.

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