Spionierende iPhone-Apps: Apple droht Entwicklern mit Maßnahmen

Sven Kaulfuss 5

Wie bekannt wurde,„belauschen“ mehrere iPhoneApps beliebter Firmen ihre Nutzer. Sie nutzen hierfür extrem aufdringliche Analysedienste, um die Eingaben ihrer Anwender bis hin zu Bildschirmaufnahmen zu erfassen. All dies geschieht ohne Wissen der Nutzer. Jetzt schreitet Apple ein, warnt die App-Entwickler und ergreift Maßnahmen.

Spionierende iPhone-Apps: Apple droht Entwicklern mit Maßnahmen
Bildquelle: GIGA.

Update vom 8. Februar 2019: Apple reagiert in einem Schreiben auf die von TechCrunch ermittelten Missstände und gibt zu Protokoll: „Der Schutz der Privatsphäre der Benutzer ist im Apple-Ökosystem von größter Bedeutung. Unsere App-Store-Review-Guidelines verlangen, dass Apps eine ausdrückliche Zustimmung des Benutzers einholen und bei der Aufzeichnung, Protokollierung oder anderweitigen Aufzeichnung von Benutzeraktivitäten eine klare visuelle Anzeige liefern … Wir haben die Entwickler benachrichtigt, die gegen diese strengen Datenschutzbestimmungen und Richtlinien verstoßen, und werden bei Bedarf sofort Maßnahmen ergreifen“.

Im konkreten Fall soll zumindest schon ein App-Entwickler eine solche Androhung von Maßnahmen erhalten haben. Sollte innerhalb von 24 Stunden das Analyse-Werkzeug nicht entfernt werden, siehe sich Apple gezwungen die App aus dem App Store umgehend zu entfernen, so der iPhone-Hersteller gegenüber einen der App-Entwickler.

Erwähnenswert: Das Analyse-Werkzeug „Glassbox“ steht gleichfalls auf der Android-Plattform zur Verfügung. Gegenüber TechCrunch gab Google jedoch noch keine Antwort auf die Frage, ob auch Apps im Google Play Store mit entsprechenden Konsequenzen rechnen müssten, wenn sie den fraglichen Code nutzen. Zulässig nach den Richtlinien des Stores wären sie aber auch so oder so nicht.

Zu dieser Erkenntnis kommt ein aktueller Bericht des Branchenmagazins „TechCrunch“. Diese Apps nutzen allesamt die Trackinglösung der Firma Glassbox, die jede Interaktion des Nutzers mit dem Touchscreen erfassen kann – Tastatureingaben inklusive. Mit solchen Analysediensten können App-Entwickler dann das Nutzungsverhalten nachvollziehen und geeignete Schlüsse für die Optimierung der eigenen Apps ziehen.

Apropos Apps und iOS – kanntet ihr schon diese Features des aktuellen iPhone-Systems?

12 Funktionen von iOS 12.

Beispiele für iPhone-Apps, die deinen Bildschirm aufzeichnen

Gebrauch von dieser Technologie machen beispielsweise die Apps der folgenden, namhaften Firmen:

  • Abercrombie & Fitch
  • Hotels.com
  • Air Canada
  • Hollister
  • Expedia
  • Singapore Airlines

Einige Apps – Air Canada im Bericht explizit genannt – maskieren die Eingaben der Anwender nicht, sprich Passwörter oder Kreditkartendaten können frei von Mitarbeitern, die Zugriff auf Glassbox haben, eingesehen werden. Vor allem bedenklich ist der Umstand laut TechCrunch, dass Glassbox im Moment weder von Apple noch vom Benutzer eine spezielle Erlaubnis benötigt, um den Bildschirm aufzuzeichnen. Auch ist es nicht möglich den Einsatz des Tracking-Werkzeuges festzustellen, ohne bestimmte App-Anwendungsdaten explizit zu überprüfen.

Ob diese Apps auch betroffen sind? Wissen wir nicht, aber sie sind zumindest für echte Cineasten nützlich:

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Apple könnte einschreiten

Bisher konnte Glassbox also weitestgehend unbeachtet von Anwendern agieren, die mediale Berichterstattung lenkt den Blick nun aber auf Apple. Der iPhone-Hersteller versteht sich oftmals als Anwalt für die Privatsphäre seiner Kunden und könnte demnächst den Einsatz dieser Tracking-Tools stärker reglementieren. Glassbox ist allerdings nicht die einzige Analysefirma, die ein derartiges Geschäftskonzept besitzt, auch Dienste wie UXCam oder auch Appsee gehören dazu. Wichtig zu erwähnen: Derartiges Tun ist nicht beschränkt auf iOS-Apps, am Ende kommen derartige Werkzeuge auch bei der Benutzung von Webseiten weltweit schon zum Einsatz.

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