32 Bit und keine Warnung? Gebt eure iPhone-Apps zurück!

Sebastian Trepesch

Schon in rund drei Monaten werden zahlreiche Apps auf iPhone und iPad nicht mehr funktionieren. Einzelne Entwickler kassieren vorher noch ab – und Apple macht mit. Betroffene sollten sich wehren.

Es ist ein unfaires Spiel: Veraltete Apps (sprich: Apps, die 64 Bit nicht unterstützen) können unter iOS 11 nicht mehr gestartet werden – was aus Performance-Gründen durchaus sinnvoll sein dürfte. Im Prinzip sind Entwickler und iPhone-Besitzer vorgewarnt: Öffnet man eine 32-Bit-App, informiert das Betriebssystem seit Monaten, dass sie mit der nächsten Systemversion nicht mehr genutzt werden kann.

Doch im App Store werden diese Apps weiterhin verkauft – ohne jede Warnung. Die böse Überraschung, dass eine Anwendung nur noch einige Wochen funktioniert, folgt nach dem Kauf.

Entwickler und Apple verdienen doppelt

Die App muss aktualisiert werden“, lautet die Meldung von iOS. Gemeint sein kann sowohl der Nutzer, der ein Update der App installieren soll, als auch der Entwickler – nämlich falls es noch gar kein Update gibt. Doch der Entwickler hat nicht unbedingt ein Interesse an der Aktualisierung: Vielleicht bietet er längst eine Alternative an, für die ein Neukauf notwendig wird. Oder er verkauft bis zum Release von iOS 11 die alte App und startet erst dann mit einer neuen – alles denkbar. Innerhalb von wenigen Monaten müssen sich die Interessenten dann gleich zweimal die Anwendung kaufen.

Keine Warnung im App Store – man kann Apple vorwerfen, ein zusätzliches Geschäft machen zu wollen, denn der Plattformbetreiber verdient an jedem Verkauf mit. Eine solche rücksichtslose Politik passt nicht zu Apple. Zumindest der Gedankenlosigkeit muss das Unternehmen bezichtigen. Erst ab Herbst will Apple veraltete Apps aus der Suche des App Stores verbannen. Ein sinnvoller Schritt, Fehlkäufe werden damit unwahrscheinlicher.

Gebt die Apps zurück!

Die App-Charts belegen, dass aktuell noch einige 32-Bit-Apps gekauft werden. Sie können immer noch eine Goldgrube für Entwickler bedeuten, wie das Beispiel „7 Min Workout“ zeigt: Die Fitness-App ist seit Wochen, wenn nicht Monaten in den Top 10 der meistgekauften iPhone-Apps. Und das, obwohl deren Tage eben gezählt sind. Doch für den Nutzer ist die mangelnde Aktualität fast nicht zu erkennen. Auch einige Apps von Warner Bros., allen voran Lego-Titel, gehören zu Top-100-Käufe im App Store, obwohl sie unter iOS 11 nicht mehr gespielt werden können.

Warum sollte ein Entwickler bei einem derart guten Geschäft reagieren? Apple, der App Store, wäre mit einer deutlichen Warnung in der Pflicht!

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So erkennt man, ob eine iPhone-App veraltet ist (und gibt sie zurück)

Wer sich erst kürzlich eine veraltete Anwendung gekauft hat, sollte sich das nicht gefallen lassen: Kauf stornieren, heißt die Devise! Innerhalb von zwei Wochen ist das kommentarlos möglich. Bei Titeln aus den letzten drei Monaten kann man es zumindest versuchen.

Zusammengefasst: Dass nach ein paar Jahren ein bezahltes Update notwendig wird, damit ein Entwickler seine Arbeit weiterführen kann, muss man verstehen. Dass Apple nach langer Ankündigung 32-Bit-Apps auf das Abstellgleis schickt, kann man ebenfalls verstehen. Was aber nicht geht: Im App Store wird nicht deutlich ersichtlich, dass manche Apps nur noch einige Wochen auf aktuell gehaltenen Geräten laufen – und dann nicht mehr.

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