Candy Crush Saga-Entwickler geht für 5,3 Milliarden Euro an Activision Blizzard

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Activision Blizzard will auf dem mobilen Markt Fuß fassen und scheut dazu auch keine größeren Investitionen: Der Gaming-Konzern, dem unter anderem das „Call of Duty“-Franchise gehört, akquiriert laut Pressemitteilung für 5,9 Milliarden US-Dollar das Entwicklerbüro hinter dem mobilen Spiel „Candy Crush Saga“. Der derzeitige CEO von King Digital Entertainment soll aber auf seiner Position bleiben und die Firma vorerst unabhängig weiterführen.

Candy Crush Saga-Entwickler geht für 5,3 Milliarden Euro an Activision Blizzard

Das Gesamtvolumen der Übernahme entspricht umgerechnet rund 5,3 Milliarden Euro – also knapp sechsmal so viel, wie Facebook einst für Instagram hinblättern musste. Activision Blizzard ist nun aber auch kein kleiner Player, sondern ein gestandenes Schwergewicht der Videospiel-Branche, das unter anderem die populäre Shooter-Reihe „Call of Duty“ sowie das MMORPG „World of Warcraft“ zum eigenen Portfolio zählen kann. Im mobilen Geschäft war der Konzern bislang nur rudimentär aktiv, das Engagement beschränkt sich bislang auf das Kartenspiel „Hearthstone“.

Mit „Candy Crush Saga“ gesellt sich jetzt aber eines der erfolgreichsten Spiele für Smartphones und Tablets dazu. Bekanntlich ist der Titel „free-to-play“, sprich: Im Grunde ist es kostenlos spielbar, mit Geld lassen sich aber virtuelle Güter oder schnellere Lösungswege erkaufen. Dieses Geschäftsmodell genießt allerdings keinen sonderlich guten Ruf, zudem sanken die Nutzerzahlen von „Candy Crush Saga“ in den vergangenen Jahren kontinuierlich – im abgelaufenen Quartal verzeichnete King Digital 9 Prozent weniger aktive User, in absoluten Zahlen sind das aber immer noch gut 500 Millionen im Monat. Von diesen gaben allerdings nur 7,6 Millionen Spieler Geld aus, ein Rückgang um 11 Prozent verglichen mit dem vorangegangenen Quartal. Und: Seit dem Release von „Candy Crush Saga“ im Jahr 2012 ist es dem in Schweden gegründeten Entwicklerbüro nicht gelungen, ein ähnlich erfolgreiches Spiel herauszubringen, weswegen die Geschäftszahlen bis heute stark von dem Hit-Spiel abhängen. Entsprechend sank der Umsatz im zweiten Quartal um 14 Prozent auf 490 Millionen US-Dollar, unterm Strich machte das Unternehmen einen Gewinn von 119 Millionen US-Dollar – ganze 27 Prozent weniger als zuvor.

King Digital stellt „Candy Crush Saga“ in einem kurzen Trailer vor

Candy Crush Saga Trailer - GIGA.

Solche vermeintlichen „One-Hit-Wonder“ gab es in der näheren Vergangenheit zu genüge: Die finnischen „Angry Birds“-Macher Rovio musste angesichts nachlassendem Interesse am Federvieh zahlreiche Stellen streichen, Zynga, das der Welt „Farmville“ bescherten, konnten ebenfalls nie an den Erfolg anknüpfen. Das Entwicklerbüro King Digital, das infolge des Börsengangs vor einem Jahr nach Irland umgezogen ist, soll jedoch trotz der Übernahme weiterhin unabhängig agieren. Es ist derweil nicht bekannt, woran der alte und neue Chef Riccardo Zacconi mit seinem Team langfristig arbeiten wird. Aber Activision Blizzard wird sich schon etwas dabei gedacht haben – vielleicht gibt’s ja bald die Call of Warcraft-Saga fürs Smartphone …

Candy Crush Saga
Entwickler: King
Preis: Kostenlos

Quelle: Activision Blizzard Pressemitteilung via The Verge

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