CSR Racing: Tunen, hochdrehen, schalten

Amir Tamannai 10

Mit Real Racing 3 und Need for Speed: Most Wanted gibt es zwei grafisch opulente und in Sachen Fahrphysik recht ansprechende Rennspiele für Android, mit CSR Racing hat es jüngst ein optisch ebenso opulenter, wenn auch spielerisch eingeschränkterer Titel vom iOS in den deutschen Play Store geschafft: Simuliert werden die sogenannten Drag-Rennen, bei denen es nur um die Beschleunigung geht. Warum das trotzdem Spaß macht und sogar für ordentlich Langzeitmotivation sorgt, klären wir im kleinen App-Test.

Wer Fan der „The Fast and the Furios“-Filmreihe ist, kennt die beliebteste Form der amerikanischen illegalen Nachtrennen: Mit getunten Boliden geht in Zweikämpfen jeweils eine Viertel- oder halbe Meile schnurgeradeaus. Wer schneller beschleunigt, präziser schaltet und das Lachgas (Nitro) zum richtigen Zeitpunkt zündet, hat dann die Nase vorn — ausreichende Performance des eigenen Vehikels vorausgesetzt. Da wir nicht in den USA leben und die wenigsten von uns aufgemotzte Karren nächtens der drohenden Beschlagnahme durch die Ordnungshüter aussetzen möchten, bietet uns NaturalMotionGames mit CSR Racing nun endlich eine kostenfreie Android-App für derartige Gelüste an.

In CSR Racing steigt der Spieler in den virtuellen Drag Racing-Zirkus ein, mit dem Ziel, sich über aktuell fünf Stadtteile und gegen ebenso viele Gangs zum König der Nacht emporzurasen — Need for Speed lässt grüßen. Dazu ist zunächst natürlich ein Gefährt vonnöten, dass sich dank Geldspritze zum Start aus zum Beispiel Ford Focus RS, Audi A1 S-line, Dodge Dart R/T oder Nissan Altima 2.5 S auswählen lässt. Im späteren Spielverlauf kann die eigene Garage freilich um stärkere Kaliber à la BMW 1M, Nissan GT-R, Bentley Continental Supersports oder gar Pagani Huayra ergänzt werden — das nötige Kleingeld respektive die raren Goldmünzen vorausgesetzt.

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Zunächst geht es aber mit Focus, A1, Dart oder Altima auf die Piste — in den grafisch sehr ansehnlichen Rennen, gilt es für den Spieler drei Dinge möglichst präzise getimt zu tun: In den zum Start optimalen Drehzahlbereich finden, zum korrekten Moment die Schaltwippe betätigen und, sofern vorhanden, den Nitro-Boost dann einzusetzen, wenn er am meisten Sinn macht. Der korrekte Drehzahlbereich wird durch wiederholtes Antippen des virtuellen Gaspedals gefunden — wenn der Countdown auf 0 springt, sollte die Gangwechsel-LED für einen optimalen Start grün leuchten, ansonsten sind gemächliches Anfahren oder durchdrehende Räder die Folge. Nun müssen im jeweils richtigen Moment die Gänge gewechselt werden, wobei erneut die LED, aber auch Gehör und ein wenig inneres Timing Hilfsdienste leisten. Wer das Nitro-Upgrade bereits installiert hat, darf auch noch Lachgas einspritzen; im Idealfall natürlich kurz nach einem Schaltvorgang, aber bei nicht mehr durchdrehenden Reifen.

Tatsächlich gibt es bei so einem CSR-Drag-Rennen mehr Feinheiten zu beachten, als man zunächst ahnen würde: Das Lachgas will taktisch eingesetzt werden, trotz grüner LED kann ein Gangwechsel noch nicht sinnvoll sein, weil die Schlupfanzeige ebenfalls rot leuchtet, mit jedem Upgrade verändern sich die optimalen Schaltpunkte, Rennen über eine Viertelmeile müssen anders angegangen werden als Halbmeilen-Rennen und zwischen den einzelnen Fahrzeugen gibt es ebenfalls große Unterschiede im „Motoren-Getriebe-Handling“.

Schalten und Boosten allein wird aber nicht ausreichen, um mit den stärker werdenden Gegnern mithalten zu können — und so gilt es, das in den einzelnen Rennen verdiente Geld sinnvoll in Upgrades des Motors, Turbos, Ansaugers, Getriebes, der Reifen, der Lachgaseinspritzung und der Karosserie zu investieren. Außerdem darf der eigene Wagen auch mit verschiedenen Decals versehen werden, was mehr oder weniger cool aussieht, vor allem aber etwas mehr Cash bei Rennsiegen bringt.

Upgrades und Individualisierungen sind größtenteils mit der gewöhnlichen Ingame-Währung zu bezahlen, lediglich für die schnellere Lieferung einiger High-End-Teile und manche Decals kann man die selteneren (und mit Echtgeld nachzukaufenden) Goldmünzen einsetzten. Gold kann auch genutzt werden, um besonders tolle neue Autos zu kaufen, Benzin zu tanken (leider sind immer nur ein paar Rennen am Stück fahrbar, danach muss man etwas warten, bis sich der Tank wieder gefüllt hat — das störte mich aber nicht weiter, da nach sechs bis acht Rennen eine kleine Pause meist recht willkommen war) oder zeitlich begrenzte Boni zu erwerben. Diese quasi-Ingame-Einkäufe kann man aber auch getrost ignorieren und trotzdem gute Fortschritte im Spiel machen.

Und so rast man dann von Ranglisten-Event zu Regulation-Races, um Geld für Upgrades oder neue Fahrzeuge zu verdienen und schlussendlich den den jeweiligen Kartenabschnitt beherrschenden Gangs nach und nach zu zeigen, wer die Hosen an hat — angetrieben von dem Drang, diesmal aber alle Schaltpunkte zu treffen, einen Blitzstart hinzulegen und den aufgemotzten Wagen des Gangleaders zu übernehmen. Das machte mir erstaunlicherweise mehr Spaß, als die teils unfairen Real Racing 3-Events und fesselt mich nun schon seit zwei Wochen an den Touchscreen.

Insofern ist das kostenlose CSR Racing für alle, die ein wenig Herz für Autos und Racing haben eine echte Empfehlung — auch wenn ich mir für zukünftige Updates noch ein paar mehr Fahrzeuge und einen Multiplayermodus wünschen würde. CSR Racing läuft an Android 2.3.3 und wiegt rund 150 MB im Download. Ein paar kurze Spielszenen haben wir übrigens im gestrigen androidnext-blub! gezeigt.

Bild: oneinchpunch

Download: CSR Racing (kostenlos)

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