Dungeon Keeper: Mit dubiosen Methoden zu besseren Play Store-Bewertungen

Lukas Funk 2

Die Kritik um Electronic Arts‘ Neuauflage des Spieleklassikers Dungeon Keeper reißt nicht ab: Nachdem das Gameplay für seine Abhängigkeit von In-App-Einkäufen kritisiert wurde und damit die Debatte um selbige erneut anheizte, rückt nun die den Umständen entsprechend außergewöhnlich gute Bewertung der App im Play Store ins Rampenlicht. Dieser hat EA offenbar mit grenzwertigen Methoden etwas nachgeholfen.

Dungeon Keeper: Mit dubiosen Methoden zu besseren Play Store-Bewertungen

Was Electronic Arts mit seiner mobilen Version des Bösewichtsimulators Dungeon Keeper alles falsch gemacht hat, haben wir in unserem ausführlichen Review ausgiebig besprochen und in einem weiteren Artikel auf die folgende Diskussion um In-App-Einkäufe (In-App-Purchases, IAP) aufmerksam gemacht. Wie der Titel trotz internationaler Beschwerden im Play Store Topbewertungen von 4 oder 5 Sternen absahnen konnte und immer noch kann, war uns damals rätselhaft.

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Nun gibt es Hinweise darauf, dass EA hier mit einem einfachen Trick nachgeholfen hat: Wird man während des Spielens aufgefordert, die App zu bewerten, so wird zunächst abgefragt, ob man ihr 5 oder weniger Sterne verleihen möchte. Klickt man auf 5 Sterne, so wird man zum Play Store weitergeleitet und kann dort wie gewohnt seine Stimme abgeben (natürlich dort auch weniger als 5 Sterne). Wählt man jedoch von vorne herein einen bis vier Sterne, so gelangt der Spieler nicht direkt zum Play Store, sondern wird aufgefordert, Feedback direkt an EA zu schreiben. Dies kann man entweder tun oder eben nicht — im Spiel besteht also gar keine offen ersichtliche Möglichkeit, mit weniger als 5 Sternen zu bewerten. Wer sich nicht mit der Materie auskennt wird den Weg des niedrigsten Widerstandes wählen und entweder 5 Sterne vergeben oder Dungeon Keeper eben gar nicht bewerten.

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EA betonte gegenüber Gamasutra, die als erste auf diesen Umstand hingewiesen haben, dass man so das Spiel aktiv verbessern wolle, statt ohne Kommentar kritisiert zu werden. Die Welle der Kritik käme vornehmlich von Kennern des Originals, deren schönen Erinnerungen man mit dem neuen, Touch-optimierten Gameplay ohnehin nicht gerecht habe werden können. Es bleibt abzuwarten, ob EA nun zurückrudert und eine reguläre Bewertung zulässt oder auf diese Weise weiter ein Ungleichgewicht zwischen guten und schlechten Bewertungen provoziert.

Quelle: Gamasutra, @mike_robbo, (2)

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